Ein Gewinn für St. Otmar

Als Martin Rutishauser 2009 die Führung von St. Otmar übernahm, stand der Club vor dem Konkurs. Wenn er heute verabschiedet wird, präsentiert er einen Gewinn von 7000 Franken.

Rabea Huber
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Martin Rutishauser blickt mit Stolz auf die harte Arbeit in den vergangenen zwei Jahren zurück. (Bild: Coralie Wenger)

Martin Rutishauser blickt mit Stolz auf die harte Arbeit in den vergangenen zwei Jahren zurück. (Bild: Coralie Wenger)

Handball. In der Kreuzbleiche wird Rutishauser auch künftig anzutreffen sein. Und er wird auch weiter mit St. Otmar mitfiebern. «Nur werde ich das mit einer gewissen Gelassenheit tun, weil nicht mehr so viel Verantwortung auf mir lastet», sagt der scheidende Präsident.

Manch schlaflose Nacht hat ihm der NLA-Club in den vergangenen zwei Jahren beschert. Die Belastung war so gross, dass Rutishauser mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Erleichterung trat ein, als vergangenen Herbst mit Kuno Rudolf-von-Rohr ein Nachfolger für das Präsidentenamt gefunden wurde. Und wenn Rutishauser heute an der ordentlichen Abteilungsversammlung von St. Otmar verabschiedet wird, dann blickt er mit Stolz auf die vergangenen zwei Jahre zurück und auf das, was er mit seinem Team geleistet hat.

Vorsichtig budgetiert

Er sei manchmal lästig gewesen, sagt Rutishauser über seine Amtszeit. Aber die Hartnäckigkeit habe es gebraucht, um eine ausgeglichene Rechnung präsentieren zu können. St. Otmar schliesst das Vereinsjahr mit einem Gewinn von 7000 Franken ab. Das ist bemerkenswert, wurde doch vor einem Jahr ein Verlust von einer halben Million budgetiert. «Mit der Losaktion vor einem Jahr haben wir 180 000 Franken eingenommen, das ist mehr, als wir je zuvor von einem Hauptsponsor bekamen», so Rutishauser.

Generell war St. Otmars Führung vor einem Jahr bei der Erstellung des Budgets vorsichtig. So waren die Nachforderung der Mehrwertsteuer und auch die Prämien für die Unfallversicherung weniger hoch als erwartet. Positiv entwickelt hat sich auch die Verschuldung des Vereins. Vor zwei Jahren betrug diese 210 000 Franken, aktuell beläuft sie sich noch auf rund 80 000. Darin enthalten sind 58 000 Franken Rückstellungen, faktisch beläuft sie sich also auf 23 000 Franken.

«Ein solch gutes Ergebnis habe ich selber nicht erwartet, und ich war mir auch lange nicht sicher, dass es uns gelingen wird», sagt der scheidende Präsident. «Wichtig ist aber, dass wir den Club nicht zu Tode gespart haben und das NLA-Team in dieser Zeit zweimal die Finalrunde erreicht hat.»

Nun bei Null anfangen

4 Millionen Franken hat Rutishauser zusammen mit dem zurücktretenden Vorstand in seiner Amtszeit generiert. Je 1,5 Millionen für den Betrieb zweier Saisons. Zudem war 2009 eine Million nötig, um den Verein vor dem Konkurs zu retten. «Unser Ziel war es immer, dass der Spitzenhandball nicht aus St. Gallen verschwindet. Das haben wir geschafft. Damit kann nun wieder bei Null angefangen werden.»

Das es so weit kam, war harte Arbeit und hat viel Kraft und Energie gekostet. Deshalb ist es auch nicht Rutishauser, der den NLA-Club in die Zukunft führt. «Ich war ein Sanierungspräsident, nun kann jemand anderes zukunftsorientiert arbeiten.» Seinem Nachfolger Rudolf-von-Rohr, der vor zwei Monaten an der ausserordentlichen Versammlung gewählt wurde, gibt er jenen Rat weiter, den er auch selber befolgt hat: «Nie mehr Geld auszugeben, als man hat. Denn der Erfolg rechtfertigt nicht jede Ausgabe.»

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