Ein Gegentor für die Geschichte

FUSSBALL. Ehe sich der FC St. Gallen versah, lag er in Sion 0:1 zurück. Notabene waren zu diesem Zeitpunkt gerade erst einmal zehn Sekunden gespielt.

Christian Brägger/Sitten
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FUSSBALL. Ehe sich der FC St. Gallen versah, lag er in Sion 0:1 zurück. Notabene waren zu diesem Zeitpunkt gerade erst einmal zehn Sekunden gespielt. Zehn Sekunden! In dieser Zeit rennt der Jamaikaner Usain Bolt mindestens 100 Meter weit, und so lange benötigte nun Sions Moussa Konaté, um sich im Geschichtsbuch der Super League einen Eintrag zu sichern: Es war das schnellste Tor, das es jemals seit 2003 und der Gründung der höchsten Liga zu sehen gab.

Einen solchen Fehlstart hatte wohl niemand erwartet, auch der grösste Pessimist unter den Ostschweizern nicht. Umgekehrt hätte wohl der kühnste Optimist im Wallis nicht darauf zu wetten gewagt, dass sein Club im Nachtragsspiel gegen St. Gallen so rasch in Führung gehen könnte.

Neuer Rekordhalter Konaté

Konaté löste mit seinem schnellen Tor den bisherigen Rekordhalter Mile Sterjovski ab, der 2006 für den FC Basel nach 13 Sekunden – gegen die Walliser – getroffen hatte. Zwar haftete der Führung eine Abseitsposition an, denn der 21jährige Senegalese war beim Zuspiel von Carlitos einen Schritt näher bei St. Gallens Goalie Daniel Lopar gestanden als die beiden indisponierten Innenverteidiger Stéphane Besle und Daniele Russo. Konaté war das letztlich egal; hatte es dennoch Zweifel an seinem Können gegeben, so waren diese spätestens nach seinen zwei weiteren Toren verflogen. Lopar sagte: «Jedes Gegentor ist frustrierend. Wir haben beim 0:1 total geschlafen. Wichtig ist es jetzt, die richtigen Lehren aus diesem schlechten Auftritt zu ziehen.»

Nicht auf dem Leistungsniveau

Dzengis Cavusevic, der zu Beginn der zweiten Halbzeit für Albert Bunjaku eingewechselt worden war, wollte kurz nach Spielende nicht gross lamentieren: «Das schnelle Tor hat uns geschockt. Aber auch später erreichten wir nie unser gewohntes Niveau. Es gibt solche Spiele, in denen man nichts zustande bringt. Heute war so eines.»