Ein Europameister für Tristar: Der neue Trainer von Tristar ist im Wasserball eine Grösse

Der langjährige, ungarische Profispieler Janos Halapi ist der neue Trainer vom Wasserballverein Tristar und hat einiges vor.

Marco Günthart
Merken
Drucken
Teilen
Wasserball: Porträt vom neuen Trainer von Tristar, Janos Halapi im Training © Urs Bucher/TAGBLATT

Wasserball: Porträt vom neuen Trainer von Tristar, Janos Halapi im Training © Urs Bucher/TAGBLATT

Janos Halapi ist im Wasserball eine Grösse. Der 46-Jährige spielte über 20 Jahre als Profi. In der ungarischen Nationalmannschaft absolvierte er über 60 Spiele und wurde Europameister. Nach fünf Jahren in der ungarischen Topliga verschlug es Halapi für acht Jahre nach Deutschland in die Bundesliga zu Cannstatt und Hamm. Danach landete er in der Schweiz, wo er sechs Jahre für den SC Kreuzlingen spielte und dabei dreimal Schweizer Meister und einmal Cupsieger wurde. 2009 zeichnete die Liga den Ungarn zum besten Spieler der Saison aus. In der Schweiz hat er dann den Sprung zum Vollzeit-Trainer gewagt. Zuerst bei Schaffhausen, wo er den Aufstieg in die NLA geschafft hat, und jetzt bei Tristar. Der Verein umfasst die Gebiete St. Gallen, Arbon und Romanshorn.

In Ungarn ist Wasserball eine der wichtigsten Sportarten – fast schon der Nationalsport. Es gibt eine Profiliga und als Spieler kann von dem Sport gelebt werden. Profi in Ungarn war Halapi mehrere Jahre und das erfolgreich. Dort hat es ihm in seiner gesamten Karriere auch am besten gefallen, da er sich nur auf Wasserball konzentrierte konnte. «Sobald neben dem Wasserball noch etwas anderes ist, spielt man automatisch schlechter», so Janos Halapi.

Profileben für Deutschland aufgegeben

1998 wechselte der junge Ungar nach Deutschland. Finanziell hat dieser Entscheid sicherlich nichts gebracht. Allerdings ist die Lebensqualität in Deutschland doch besser als in Ungarn, was auch der Grund für den Wechsel war. In Deutschland kann allerdings kaum von Wasserball gelebt werden. Die meisten arbeiten deshalb auch noch als Trainer. Halapi wurde ebenfalls Coach – nicht nur aus finanziellen Gründen:

«Ich wollte meine Erfahrungen weitergeben».

Auch in der Schweiz ist Wasserball nur eine Randsportart. «Es fehlt an Tradition und Infrastruktur», so der 46-jährige Ungar. Er setzt sich dafür ein, dass Wasserball in der Schweiz grösser wird und sich in Zukunft weiterentwickelt.

Vor sieben Jahren beendete er seine Spielerkarriere und wurde Vollzeit-Trainer bei Schaffhausen. Sein Ziel war der Aufstieg in die NLA, was ihm auch gelang. Zu dieser Zeit übernahm er noch die Aufgaben als Nationaltrainer der U17-Junioren und bei den Frauen die Elite und die U17. Für Halapi ist der Nachwuchs wichtig, da ohne ihn kein Verein funktioniert. Nachdem bei Schaffhausen Schluss war, folgte der Wechsel in die Ostschweiz. Tristar befindet sich aktuell in der dritthöchsten Liga der Schweiz. Mit dem Club will Halapi mit der ersten Mannschaft in den nächsten zwei Jahren in die NLB aufsteigen und als Fernziel die NLA anstreben.

Bessere Trainings durch neue Infrastruktur

Dieses Ziel soll vor allem dank der verbesserten Infrastruktur erreicht werden. Durch den bevorstehenden Umbau des Hallenbads Blumenwies erhofft sich Tristar bessere Trainingsmöglichkeiten. Ebenfalls soll der Verein eine Konkurrenz zu Kreuzlingen werden. Das ist sehr schwer zu erreichen, denn in der NLA wurde Kreuzlingen vergangene Saison Meister und auch die zweite Mannschaft in der NLB hat die Saison auf dem ersten Platz abgeschlossen. Zurzeit duelliert man sich nur mit dem dritten Team aus Kreuzlingen. In der Nationalmannschaft arbeitet Halapi mit dem Nachwuchs, was ihm sehr viel Spass bereitet. Mit diesem Traineramt will er vor allem die Schweiz zu einer grösseren Wasserballnation machen und in Zukunft die Schweiz an eine EM führen.