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Grosser Auftritt von Nico Hischier: Drei Treffer im Schlussdrittel

Die Schweiz hat zwei WM-Center: Philipp Kuraschew stürmt beim 6:0 gegen Frankreich in Sierre beinahe auf Augenhöhe von Nico Hischier. Aber der NHL-Star aus dem Wallis hat in Siders seinen ganz grossen Auftritt.
Klaus Zaugg, Sierre
Nico Hischier (hinten) wird zu seinem Tor zum 4:0 beglückwünscht. Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Siders, 26. April 2019)

Nico Hischier (hinten) wird zu seinem Tor zum 4:0 beglückwünscht. Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Siders, 26. April 2019)

Sierre, ein Städtchen ungefähr so gross wie Olten oder Langenthal, hat eine reiche Hockeykultur. Meister ist Sierre zwar nie geworden. Aber soeben wenigstens wieder in die zweithöchste Liga aufgestiegen. Doch was zählt schon die nationale Meisterschaft? Sierre ist eine Hockeykultur der grossen Namen.

Gestern hat mit Nico Hischier (20) ein Titan unseres Hockeys in der Kunsteisbahn Graben sein erstes Länderspiel zelebriert. In dieser Arena, die so laut und niedrig ist, dass man nach einem Besuch versteht, warum die Gallier einst Angst hatten, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen. 4500 sind gekommen. Ausverkauft.

Nico Hischier ist ein Walliser. Nummer 1 im NHL-Draft von 2017. Soeben hat er seine zweite NHL-Saison beendet, sich nun unserer Nationalmannschaft angeschlossen und bestreitet sein erstes Länderspiel. In seiner Heimat und doch nicht seiner Heimat: er ist Oberwalliser und in Visp gross geworden. Aber Sierre ist Unterwallis und Visp der Erzrivale. Aber natürlich ist Nico Hischier in diesem Falle einfach Walliser. Er wird zwar vor der Partie nicht mit irgendeiner speziellen Zeremonie geehrt. Ein neutraler Zuschauer merkt bis ins Schlussdrittel hinein nicht, welcher Spieler im roten Dress nun der berühmte NHL-Star ist. Die «Standing Ovation», den langanhaltenden Jubel samt Sprechchören gibt es erst für seine drei Treffer im letzten Drittel – dann aber kennt der Jubel keine Grenzen mehr. So ist das halt in Sierre: ein Oberwalliser muss schon etwas Besonderes leisten, bis er im Unterwallis so richtig gefeiert wird.

Hischiers Hattrick im Schlussdrittel

Die Partie ist von allem Anfang ein Fest. Ein Spektakel. Immer wieder braust die «Olà-Welle» durchs Stadion. Die Franzosen, Hinterbänkler in der WM, sind die perfekten Gegner. Die Schweizer dominieren von Anfang an nach Belieben und schon nach einem Drittel hätte es 5:0 oder 6:0 heissen können (15:3 Torschüsse). Sie treten noch ohne die Playoff-Finalisten und ohne Roman Josi und Yannick Weber an. Die beiden NHL-Verteidiger aus Nashville haben soeben die WM-Freigabe erhalten. Und so konzentriert sich das Interesse erst recht auf Nico Hischier. Er führt einen nordamerikanischen Sturm an: Neben ihm fegen Kevin Fiala (Minnesota/NHL) und Vincent Praplan (Farmteam Florida) über die Aussenbahnen. Es ist allerdings erst in der zweiten Spielhälfte unsere beste Linie. Philipp Kuraschew (19), Center in Chicagos Farmteam, dominiert mit Grégory Hofmann und Andres Ambühl am Flügel die ersten 30 Minuten und zelebriert das 1:0 und schliesslich wird er auch den letzten Treffer zum 6:0 erzielen.

Nico Hischier kommt beim 2:0 mit dem zweiten Assist zu seinem ersten Skorerpunkt, ehe er im Schlussdrittel mit einem «Hattrick» zum 3:0, 4:0 und 5:0 seine ersten nationalen Treffer erzielt.

Natürlich ist ein Sieg gegen Frankreich erst einmal Formsache und sagt noch nichts darüber aus, ob wir an der WM wie ein Vorjahresfinalist auftrumpfen werden. Auch wenn die Ausbeute mit sechs Treffern bei 29:12 Abschlüssen noch ungenügend war – die offensive Wucht und Dynamik waren bemerkenswert. Vor allem haben wir gestern mit Philipp Kuraschew und Nico Hischier zwei sehr starke Center gesehen – und noch immer dreht sich eine Mannschaft um die Mittelachse, um die Mittelstürmer. Für die WM wird diese Offensive nun noch mit ein paar Finalisten zusätzlich befeuert. Das sind gute Aussichten.

Schweiz – Frankreich 6:0. Slowakei – Tschechien 1:3 (1:1, 0:1, 0:1). Norwegen – Dänemark 0:1 (0:1, 0:0, 0:0). Finnland – Schweden 1:3 (1:0, 0:1, 0:2). – Rangliste: 1. Russland 6/16. 2. Finnland 6/15. 3. Schweden 6/15. 4. Tschechien 5/14. 5. Deutschland 5/6. 6. Slowakei 5/5. 7. Österreich 5/5. 8. Lettland 4/4. 9. Frankreich 5/4. 10. Schweiz 3/3. 11. Dänemark 5/3. 12. Norwegen 5/0.

Schweiz – Frankreich 6:0 (0:0, 2:0, 4:0)

Siders. – 4500 Zuschauer (ausverkauft). – SR Dipietro/Massy, Kaderli/Kovacs.

Tore: 22. Hofmann (Ambühl, Fora) 1:0. 28. Ambühl (Fiala, Hischier/Ausschluss Perret) 2:0. 41. (40:38) Hischier (Fiala) 3:0. 54. Hischier (Frick, Praplan) 4:0. 58. (57:03) Hischier (Fora, Frick) 5:0. 58. (57:27) Kuraschew (Ambühl, Marti) 6:0.

Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 5-mal 2 Minuten gegen Frankreich.

Schweiz: Berra; Rathgeb, Genazzi; Glauser, Kreis; Fora, Frick; Marti, Janis Moser; Praplan, Hischier, Fiala; Ambühl, Kuraschew, Hofmann; Riat, Fuchs, Hollenstein; Rod, Bertschy, Bertaggia.

Frankreich: Ylönen (30. Buisse); Hecquefeuille, Crinon; Manavian, Gallet; Janil, Dame; Chakiachvili, Dusseau; Bertrand, Guttig, Sacha Treille; Rech, Clairon, Bozon; Fleury, Valier, Leclerc; Perret, Ritz, Berthon; Di Dio.

Bemerkungen: Schweiz ohne Mayer (Ersatztorhüter), Marco Müller, Descloub, Loeffel, Walser (alle überzählig). - Schüsse: Schweiz 29 (15-8-6); Frankreich 17 (3-9-5). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/3; Frankreich 0/0.

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