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Ein Desaster und ein spektakulärer Rücktritt in der Halbzeitpause

Die Buffalo Bills haben nur zwei NFL-Spiele gebraucht, um totale Hoffnungslosigkeit zu demonstrieren. Cornerback Vontae Davis zieht die Konsequenzen und tritt zurück – in der Halbzeitpause.
Nicola Berger
Macht nur eine Halbzeit lang mit: Vantae Davis. (Bild: Adrian Kraus/AP Photo)

Macht nur eine Halbzeit lang mit: Vantae Davis. (Bild: Adrian Kraus/AP Photo)

Es gibt ein Video, in dem Zay Jones, Wide Receiver der Buffalo Bills, in Los Angeles nackt durch einen blutverschmierten Gang rennt und brüllt: «Ich werde für Jesus kämpfen!», ehe er verhaftet wird. Das war im März. Faszinierenderweise ist es nicht die bizarrste Sequenz rund um die Buffalo Bills in diesem Jahr. Vor Wochenfrist unterlagen die Bills den Baltimore Ravens mit 3:48, es war die höchste Niederlage in der National Football League (NFL) seit drei Jahren. Nathan Peterman kam dabei auf 24 Yard Raumgewinn und ein Quarterback-Rating von 0,0, was bei einem möglichen Höchstwert von 158,3 auch irgendwo eine Leistung ist.

Peterman war unsagbar schlecht, was niemanden überraschen konnte, nachdem er im letzten Winter für den miserabelsten Start eines Quarterbacks in der Liga-Geschichte verantwortlich war: Gegen die Chargers warf er den Ball bei 14 Versuchen fünf Mal zum Gegner. Der Cheftrainer Sean McDermott war sich dem Versagen Petermans nach dem Ravens-Spiel dennoch nicht sicher; er sagte, er müsse erst die Videobilder sehen, um die Leistung des Spielmachers analysieren zu können.

Davis’ Vertrag wäre 5 Millionen wert gewesen

Als McDermott die schwer verdaulichen Bilder seziert hatte, entschied er, Peterman für das erste Heimspiel der Saison mit dem Erstrundendraft Josh Allen zu ersetzen. Eine Besserung brachte die Rochade nicht. Schon zur Halbzeit lagen die Bills gegen das Durchschnittsteam der Los Angeles Chargers mit 3:28 zurück. Worauf der Defensivspieler Vontae Davis die Konsequenzen zog: Er trat zurück. Einfach so, in der Pause informierte er seine Trainer darüber, dass er in der zweiten Halbzeit nicht mehr antreten werde.

Davis, 30, war einst ein Erstrundendraft der Miami Dolphins. Den Bills schloss er sich erst im Februar an, der Vertrag hätte ihm fünf Millionen Dollar einbringen können. Doch nach sechs Vierteln hatte Davis genug. Nach der Partie schrieb er, ihm fehle die Leidenschaft für das Spiel, die Motivation. Wer die Auftritte der Bills gesehen hat, kann ihm nachfühlen. Bills-Trainer McDermott wollte sich nach dem Spiel nicht gross zum Rücktritt äussern: «Er hat sich aus dem Spiel zurückgezogen. Er hat uns gesagt, dass er fertig ist.»

Es sind harte Zeiten für Sportfans in Buffalo, der Arbeiterstadt mit dem rauen Klima im Norden des Bundestaates New York. Die andere in der Stadt ansässige Profi-Franchise in einer der vier grossen US-Sportligen sind die Buffalo Sabres. Sie waren 2017/18 das mit Abstand schwächste Team der NHL und warten auch im 48. Jahr ihres Bestehens auf einen Stanley-Cup-Triumph.

Auch Trump wollte die Bills kaufen

Die Bills sind in der Superbowl-Ära titellos und schafften die Playoffs seit 1999 nur noch ein einziges Mal. Beide Teams werden von der Familie des Tycoons Terry Pegula kontrolliert, der es mit Fracking zum Milliardär brachte, im Profisport bisher aber wenig Fortune hat. Die Bills kaufte er 2014 für 1,4 Milliarden US-Dollar, er stach dabei andere Interessenten aus, den heutigen US-Präsidenten Donald Trump beispielsweise.

Sportlich hat Pegula das Investment bisher nicht viel gebracht. So, wie die Bills bisher aufgetreten sind, fragt man sich, ob sie nach den Detroit Lions 2008 und den Cleveland Browns im Vorjahr als drittes Teams alle 16 Saisonspiele verlieren. Auch wenn dafür der Nummer-1-Pick im NFL-Draft 2019 vom April in Nashville winkt, sind das düstere Perspektiven. Zumal fraglich ist, ob man diesem Management nach dem Nathan-Peterman-Desaster wirklich trauen kann.

Vontae Davis hat diese Sorgen nicht mehr. Er schrieb, er wolle jetzt die Zeit mit seiner Familie geniessen. Vermutlich ist das eine weise Entscheidung.

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