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Ein Dankeschön nach Amriswil

Die Leidenszeit von Thomas Knöpfel, dem Mittelfeldspieler des FC St. Gallen, nähert sich ihrem Ende. Am Sonntag gehörte er dem St. Galler Aufgebot an. Die Chance, dass er heute gegen die Grasshoppers zu einem Teileinsatz kommt, ist gross.
Markus Scherrer
Der Optimismus ist zurückgekehrt: St. Gallens Mittelfeldspieler Thomas Knöpfel. (Bild: Urs Jaudas)

Der Optimismus ist zurückgekehrt: St. Gallens Mittelfeldspieler Thomas Knöpfel. (Bild: Urs Jaudas)

Fussball. Thomas Knöpfel lacht, und wenn er spricht, dann benutzt er Wörter wie «Dankbarkeit» und «Erlösung». Und er sagt: «Ich hatte nie das Gefühl, dass ich im Stich gelassen wurde.» Nicht vom Club, schon gar nicht von Trainer Uli Forte und seinen Teamkollegen. Knöpfels Stimmung ist gut und absolut nicht mit jener vor etwas mehr als fünf Monaten zu vergleichen. Damals, Anfang Mai, hatte er den Tiefpunkt erreicht. Gezeichnet von gravierenden Rückenproblemen. Frustriert, weil er seit seinem Wechsel zum FC St.

Gallen noch nie für seinen neuen Arbeitgeber hatte spielen können. Verärgert über die Ärzte, die ihm während dreier Monate keine verlässliche Diagnose stellen konnten. Er sprach von seinem verlorengegangenen Vertrauen in die Mediziner.

Er redete sich damals den ganzen Frust von der Seele, weil er weder ein noch aus wusste, weil er schon an 14 Spezialisten verwiesen worden war, von denen keiner die Ursachen für seine Rückenschmerzen fand.

Dass ihm, Knöpfel, danach in unserer Zeitung in einem Leserbrief vorgeworfen wurde, er habe «Arzttourismus» betrieben, hat ihn getroffen – weil es nicht der Realität entsprach. Er hätte zu diesem Thema einiges zu sagen, lässt es aber bleiben. Die Vergangenheit soll nun ruhen.

Erfolgreiche Therapien

Schliesslich hatte jener Artikel nicht nur negative Reaktionen zur Folge.

Er war auch der Auslöser dafür, dass Forte heute sagen kann: «Thomas Knöpfel steht unmittelbar davor, sich in die Mannschaft zu kämpfen.» Denn in Amriswil las Anfang Mai auch Mario Paoletto, der eine Praxis für sanfte manuelle Therapie (SMT) nach Doktor Michael Graulich betreibt, die Geschichte über den 26jährigen Mittelfeldakteur. Er habe, sagt er, das Ganze stets aufmerksam verfolgt. Doch den Mut, sich beim Spieler zu melden, hatte er vorerst nicht.

Erst Knöpfels Ankündigung, er werde sich nun auch noch einer Spritzentherapie unterziehen, veranlasste Paoletto, den 26-Jährigen zu kontaktieren. Vor der ersten Therapiestunde sagte der diplomierte SMT-Therapeut zu Knöpfel: «Unser Ziel ist es, dass Du beim FC St. Gallen auf dem Platz stehst.» Weil die Therapien erfolgreich verliefen, sind sie, Knöpfel und Paoletto, der über sich sagt, er habe ein «grün-weisses Herz», kurz davor, dieses zu erreichen.

Am Sonntag, beim Heimspiel gegen den Schweizer Meister FC Zürich, sass der Mittelfeldspieler bereits auf der Ersatzbank, nachdem er tags zuvor im St. Galler U21-Team zum Einsatz gekommen war und einen Treffer erzielt hatte. Auch heute, gegen die Grasshoppers, gehört er dem Aufgebot an. Und es wäre keine Überraschung, käme er zu einem Teileinsatz.

«Unbeschreibliches Gefühl»

Für Knöpfel ist nun der Zeitpunkt gekommen, vor allem ein Dankeschön nach Amriswil zu richten. «Ab jenem Zeitpunkt, als ich bei Paoletto mit der Therapie begann, ging es nur noch aufwärts», sagt der Mittelfeldspieler, der auch in Zukunft nicht auf dessen Dienste verzichten will. Dass sich seine Rückkehr in diesem Herbst noch etwas verzögerte, weil er sich zuerst im Training einen Nasenbeinbruch zuzog und später einen Muskelfaserriss erlitt, brachte Knöpfel nicht mehr aus dem Gleichgewicht.

Das seien Verletzungen gewesen, «deren Heilungsverlauf absehbar war».

So kann sich Knöpfel in diesen Tagen Gedanken machen, wie es sein wird, wenn er erstmals seit seinem Wechsel zum FC St. Gallen für den Traditionsclub spielen kann. Das sei dann, sagt er, das Tüpfchen aufs i, eine Entschädigung für all das, was er durchgemacht habe. Er werde dankbar dafür sein, dass die Leidensgeschichte endlich abgeschlossen sei. «Dieser Moment wird ganz bestimmt ein unbeschreibliches Gefühl sein», sagt er auch noch.

Und irgendwo im Stadion wird dann Mario Paoletto sitzen – glücklich, zufrieden und mit dem Wissen, ein Ziel erreicht zu haben. Denn wie hatte er vor fünf Monaten zu Knöpfel gesagt: «Unser Ziel ist es, dass Du beim FC St. Gallen auf dem Platz stehst.»

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