Ein bitterer Auswärtspunkt

EISHOCKEY. Hockey Thurgau trotzt in La Chaux-de-Fonds winterlichen Temperaturen und einem physischen Gegner. Die Ostschweizer verlieren das NLB-Spiel erst in der Verlängerung 2:3. Sie hätten auch gewinnen können.

Matthias Hafen/La Chaux-De-Fonds
Drucken
Teilen
Der HC Thurgau kämpfte bis zum Schluss für den Ausgleich. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch / Alessandro Santarsiero)

Der HC Thurgau kämpfte bis zum Schluss für den Ausgleich. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch / Alessandro Santarsiero)

Am Schluss war die Butter schnell vom Brot. Nach nur 48 Sekunden der Verlängerung entschied Daniel Carbis eine Partie, die Thurgau lange Zeit im Griff hatte, zugunsten von La Chaux-de-Fonds. Zuvor hatten sich die Gäste aus der Ostschweiz im Neuenburger Jura mit viel Mühe und Disziplin ein wunderbares Butterbrot gestrichen. Eines, dem bis kurz vor Schluss nur noch die Konfitüre gefehlt hatte.

Zweimal ging Thurgau in Führung – in der zehnten Minute durch Adrian Wichser im Powerplay, in der 32. Minute durch Toms Andersons. Nicht nur waren die Tore herrlich herausgespielt, es gelang dies auch gegen eine Mannschaft, die zur alten Stärke zurückgefunden hat. Der 9:3-Kantersieg gegen Winterthur hat die schlecht gestarteten Chaux-de-Fonniers am vergangenen Wochenende offensichtlich aufgeweckt.

Mit List gegen geballte Kraft
Mit den Kanadiern Dominic Forget und Laurent Meunier sowie den NLA-erprobten Loïc Burkhalter, Robin Leblanc und Jérôme Bonnet verfügten die Neuenburger über eine Offensivkraft, gegen die Thurgau normalerweise nicht viel auszurichten hat. Doch Christian Webers Spieler entgegneten der geballten Power La Chaux-de-Fonds' viel List. Der Plan, das Heimteam das Spiel machen zu lassen und sich auf die wenigen Chancen zu konzentrieren, die sich ergeben, schien lange Zeit aufzugehen. Auch, weil Thurgaus Goalie Dominic Nyffeler eine grandiose Partie spielte.

Die Nummer 68 war ein grosser Rückhalt fürs Team. Nyffeler strahlte nicht nur eine Ruhe aus, die sich auf die Verteidigung übertrug, er hatte an diesem Abend auch eine vife Fanghand. Mit dieser schnappte er sich zahlreiche Abschlussversuche der Chaux-de-Fonniers. Dreimal stoppte er einen Gegenspieler, der solo auf ihn zukam.

Lücke tut sich auf in der Tabelle
Doch selbst ein Nyffeler in Hochform konnte die Niederlage nicht verhindern. Und weil Thurgau bis zur 50. Minute und dem 2:2 durch Burkhalter geführt hatte, ist der Punktgewinn am Ende ein bitterer. Am Selbstvertrauen, das die Ostschweizer zuletzt mit drei Siegen aus vier NLB-Partien aufgebaut haben, darf diese Niederlage jedoch nicht nagen. Zu gut war der Auftritt. Und in der Tabelle wird der Abstand zu den Teams unter dem Strich immer grösser. Auch das ist ein Butterbrot.

Aktuelle Nachrichten