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Ein Behrami und mindestens 3,25 Bestätigungen

Haben nur ein müdes Lächeln für Neymar (am Boden) übrig: Valon Beharmi (im Vordergrund), Blerim Dzemaili (links) und Fabian Schär (rechts).

Haben nur ein müdes Lächeln für Neymar (am Boden) übrig: Valon Beharmi (im Vordergrund), Blerim Dzemaili (links) und Fabian Schär (rechts).

Aufarbeitung  Man hat Vladimir Petkovics Forderung eigentlich schon immer gehört nach positivem, also mutigem, offensivem Fussball. Das war ja alles schön und gut und wurde meist auch umgesetzt. Doch seine Spielidee war mit dem Makel behaftet, höchstens gegen Nationen der Mittelklasse gelingen zu wollen. Im Test gegen Spanien beispielsweise war man trotz des 1:1 deutlich unterlegen. Ebenfalls in Portugal im vergangenen Oktober beim 0:2. An diesem Sonntagabend gegen Brasilien aber lieferten die Schweizer nun endlich diesen ersten Beleg, gegen eine Auswahl der allerersten Güteklasse nicht nur dabeigewesen zu sein. Sie hielten vehement dagegen, machten dem Gegner die Räume eng. Sie spielten mit, teilweise gefällig. Und sie reagierten, als es Zeit dafür war. Also sagte Xherdan Shaqiri mit Recht: «Wir können stolz auf uns sein.»

Behrami wird von den Brasilianern angefeindet

Das Team ist der Star, ein Trumpf seine Solidarität: die zweite Bestätigung des Abends für die positive Entwicklung dieser Nationalmannschaft. Die Schweiz hat keinen Neymar, keinen Ronaldo. Aber das haben viele nicht. Entsprechend ist Petkovic in seiner Taktik nicht ausschliesslich von einem Spieler abhängig wie andere Nationen, was ein Vorteil ist, wenn diese Ausnahmekönner sich nicht voll entfalten; gegen Brasilien lag das vor allem an Valon Behrami, dem neuen Schweizer Rekordspieler an Endrunden, der Neymar abarbeitete, als gäbe es kein Morgen. Es waren Bilder für die Ewigkeit. Sie zeigten einen Superstar, der oft am Boden lag, was den stolzen Schweizer wiederum leicht nervte. «Vieles war Show von ihm, aber das gehört dazu.» Gewiss haben auch die Schweizer unverzichtbare Grössen; ebendiesen Behrami etwa, den Kämpfer mit dem Herzen eines Löwen, der vom brasilianischen Anhang noch während des Spiels über die sozialen Medien zur Persona non grata erklärt und übel beschimpft wurde. Was den 33-Jährigen aber nicht daran hindert, am Freitag gegen Serbien wieder alles zu geben – er wird wieder fit sein. Doch man dachte, insbesondere die Leistung Granit Xhakas müsse ein Erfolgsfaktor sein, doch der Arsenal-Profi erwischte nicht den besten Tag. Andere sprangen gegen Brasilien in die Bresche.

Und wer kennt die Antwort, wann die Schweiz zuletzt drei Gegentore kassiert hat? Es ist der Wert, bei dem man wohl von Einbruch spräche und stammt letztmals aus dem November 2015, als die Schweiz gegen die Slowakei 0:3 zurücklag und noch 2:3 verlor. Nach Philippe Coutinhos 0:1 gab es diesen Moment, in dem man dachte: Es könnte schlimm kommen, sehr schlimm. Doch dann standen die Schweizer wieder auf, wie sie es schon gegen Spanien getan hatten. Sie glichen aus, obwohl es gegen diese Topnationen fast unmöglich ist, nach einem Rückstand zurückzukommen – gibt den dritten Punkt für die Wiederholung des Comebacks. Yann Sommer: «Wir haben uns während der Partie gesagt, dass wir weitermachen, mutig bleiben, das Selbstvertrauen und gute Gefühl bewahren.»

Der Achtelfinal genüge ihm eher nicht, sagte Petkovic, er sieht für sein Team mehr. Wer in einem WM-Startspiel dem WM-Favoriten mit taktischer und mentaler Disziplin einen Zähler abtrotzt, der darf solche Wünsche vielleicht auch einmal platzieren. Ein Nachweis ist dies natürlich nicht – also gibt es höchstens einen symbolischen Viertel als Bonus. Die Schweiz kann sich natürlich nichts kaufen mit dem 1:1, aber sie erhält Anerkennung in der Heimat. Und Petkovic sagte: «Ich hoffe, dass man uns langsam überall auf der Welt ernst nimmt, zu Hause tun sie das schon lange.» (cbr)

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