«Manchmal zwingt dich das Leben in die Knie»: Ein bakterieller Infekt setzte die Wattwiler Mountainbike-Weltmeisterin Ramona Forchini ausser Gefecht

Ramona Forchini musste wochenlang pausieren. Nun sitzt sie wieder im Sattel. An der Schweizer Marathonmeisterschaft gibt sie ihr Comeback auf dem Mountainbike.

Daniel Good
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Wieder im Sattel: Ramona Forchini mit ihrem Arbeitsgerät.

Wieder im Sattel: Ramona Forchini mit ihrem Arbeitsgerät.

Bild: Jürgen Grünwidl

Die Saison 2020 hatte gut für Ramona Forchini begonnen, ehe der Shutdown im Frühling auch die Mountainbike-Elite in die Knie zwang. Die 26-jährige Toggenburgerin war zweitbeste Schweizerin in der Weltrangliste und voller Hoffnung, weiter in die Weltspitze vorstossen zu können.

Nicht einmal Spazieren war möglich

Die Toggenburger Mountainbikerin Ramona Forchini

Die Toggenburger Mountainbikerin Ramona Forchini

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Aber nicht zum ersten Mal in ihrer Karriere durchkreuzten gesundheitliche Probleme die Ambitionen der U23-Weltmeisterin von 2015. Ein bakterieller Infekt schwächte sie Anfang Juli so sehr, dass sie nicht mehr in der Lage war, Sport zu treiben. Zunächst war es ihr nicht einmal mehr möglich, Spazieren zu gehen.

Am Boden: Ramona Forchini würde lieber auf dem Bike sitzen, lag aber aufgrund eines Infekts buchstäblich flach.

Am Boden: Ramona Forchini würde lieber auf dem Bike sitzen, lag aber aufgrund eines Infekts buchstäblich flach.

Bild: PD

Trotzdem beteiligte sich die Berufssportlerin Ende Juli an der Schweizer Meisterschaft in Gränichen. Aber es wurde zum Fiasko. Forchini, die schon Zweite geworden war, landete völlig ausgelaugt nur auf den elften Platz. Mit einem Exploit hatte die Leidgeprüfte nicht gerechnet. Aber sie musste feststellen:

«Dass es eine derartige Enttäuschung sein wird, hätte ich nicht gedacht.»

Es wurde noch schlimmer mit der Krankheit. Antibiotika musste her. «Manchmal zwingt dich das Leben in die Knie», so Forchini. Sie konnte einen weiteren Monat nicht wie eine Spitzensportlerin trainieren.

Kein WM-Aufgebot

Das hatte auch zur Folge, dass Forchini nicht für die WM 2020 im Oktober in Österreich aufgeboten wurde. Auch auf einer ersten Selektionsliste des Schweizer Verbandes für die EM Mitte Oktober im Tessin fehlt der Name der St. Gallerin.

Ramona Forchini wurde vor fünf JahrenU23-Weltmeisterin

Ramona Forchini wurde vor fünf Jahren
U23-Weltmeisterin

Bild: Michel Canonica

Nun ist aber gesundheitlich und sportlich Besserung in Sicht. Am Wochenende bestritt Forchini die Schweizer Marathonmeisterschaft in Scuol und wurde immerhin Vierte. Das Rennen im Unterengadin führte über 110 Kilometer. Forchini wurde Vierte und war glücklich, wieder einmal wettkampfmässig auf dem Mountainbike zu sitzen.

Stärker ist Forchini freilich auf kürzeren Distanzen. 2016 wurde sie in der Elite sogar WM-Dritte im sogenannten «Eliminator», einem Wettkampfformat mit mehreren Rennen.