Ein Abend zum Vergessen für St.Otmar – deutliche Niederlage in Thun

Die St.Galler NLA-Handballer müssen einen Rückschlag verkraften. Sie verlieren auswärts gegen Wacker Thun 34:44.

Sarah Fäh aus Thun
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St.Otmars Rares Jurca (Mitte) trifft sieben Mal. Doch das reicht nicht, um die Niederlage abzuwenden.

St.Otmars Rares Jurca (Mitte) trifft sieben Mal. Doch das reicht nicht, um die Niederlage abzuwenden.

Ralph Ribi

Es war eine sinnbildliche Szene: Bo Spellerberg spielt Kreisläufer Tobias Wetzel den Ball zu. Dieser passt nicht auf, der Ball prallt ihm gegen den Kopf und in die Hände eines Spielers von Wacker Thun. Von dort aus findet der Ball den Weg ins leere Tor.

Eigentlich wollte sich St.Otmar nach der knappen Niederlage gegen Bern am vergangenen Sonntag gegen Wacker Thun rehabilitieren. Dies gelang jedoch nicht. Im Vergleich zum Spiel gegen Bern nahm Spellerberg gegen Thun eine taktische Änderung vor: Bereits von ­Beginn an setzte das St.Galler Team auf das 7:6-System, bei dem Goalie Aurel Bringolf jeweils im Angriff durch einen siebten Feldspieler ersetzt wurde. Mit Max Höning, der mit Adduktorenproblemen von Anfang an auf der Bank Platz nahm, fehlte St.Otmar in diesem System jedoch eine wichtige Stütze.

St.Otmar baut zu wenig Druck auf

So kam im Angriff aus dem Rückraum zu wenig Druck, zu wenig konnten sich die Kreisläufer durchsetzen, zu viele Schüsse liessen die Flügelspieler frei vor dem Tor liegen. Thun bestrafte diese Fehler ein ums andere Mal mit Treffern ins leere Tor. In der ersten Halbzeit waren dies ganze neun der 21 Treffer Thuns. «Wir wollten, da wir nur mit drei Rückraumspielern antreten konnten, keinen kräfteraubenden Handball spielen», erklärte Coach Andi Dittert die taktische Massnahme. Und weiter:

«Du kannst mit diesem System schnell schlecht aussehen, und das haben wir heute aufgrund der vielen technischen Fehler und liegengelassenen Chancen.»

Auch in der zweiten Halbzeit setzte Spellerberg weiter auf die 7:6-Taktik. Daraus resultierten aber in fünf Minuten weitere drei Gegentreffer ins leere Tor, und nachdem Thun mit zehn Toren davongezogen war, sah sich Dittert bereits nach wenigen Minuten in der zweiten Halbzeit gezwungen, ein Time-out zu nehmen. An der Leistung der St.Galler änderte sich aber nichts mehr. Zu wenig aggressiv stand die Abwehr, zu viele ­Fehler passierten im Angriff. Auf Thuner Seite war es Goalie ­Flavio Wick, der sich ein ums ­andere Mal auszeichnete.

Handball

NLA

Wacker Thun – St.Otmar 44:34 (21:15)

780 Zuschauer – Sr. Castiñeiras/Zwahlen.

Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Wacker Thun, 2-mal 2 Minuten gegen St.Otmar.

Wacker Thun: Wick (17 Paraden/3 Tore); Holm (10), Felder (3), Dähler (7), Suter (4), Giovanelli, Lanz (6), Wyttenbach (2/2), Friedli (3) Lüthi, Simon Huwyler, Guignet (2), Stefan Huwyler (2), Haas (1), Bouilloux (1)

St.Otmar: Bringolf (2)/Kindler (2): Spellerberg (4/2), Svalastog (2), Hörler (1), Fricker, Gwerder (3), Pendic (10/1), Wüstner (3), Bamert (1), Rauch, Wetzel (3), Jurca (7/1).

Bemerkungen: St.Otmar ohne Höning, Kaiser, Jurlj und Geisser (alle verletzt). – Verschossene Penaltys: 0:1.