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EIGENGOAL: Neville entschuldigt sich für sexistische Äusserungen

Der ehemalige englische Internationale Phil Neville hat in der Vergangenheit auf Twitter sexistische Kommentare abgegeben. Jetzt wird er Trainer des englischen Frauen-Nationalteams – und die Einträge in den sozialen Medien holen ihn wieder ein.

Phil Neville beeilte sich, seinen Twitter-Account mit den fragwürdigen Äusserungen schnell zu löschen – doch da war es bereits zu spät. Nur wenige Stunden nach seiner Ernennung zum neuen Teammanager des englischen Frauenfussball-Nationalteams holten den 41-Jährigen alte Sexismusvorwürfe wieder ein.

Schuld daran sind frühere Social-Media-Einträge des Ex-Nationalspielers, die zumindest erahnen lassen, dass Nevilles Frauenbild antiquiert ist. Mindestens. Gestern entschuldigte sich der frühere Defensivspieler von Manchester United und Everton in einer offiziellen Stellungnahme. Er wolle klarstellen, dass die Kommentare «keine wahre und ernsthaft gemeinte Reflektion weder meines Charakters noch meiner Überzeugungen sind», sagte Neuville. Er möchte sich dennoch entschuldigen.

Zuvor hatten Medien alte Tweets des neuen Frauen-Trainers veröffentlicht und ihn damit in Bedrängnis gebracht. «Ihr Frauen wolltet immer Gleich­berechtigung, bis es darum geht, Rechnungen zu bezahlen», schrieb Neville am 3. Juli 2012, er versah diesen Tweet mit dem Hashtag «Heuchler».

In einem weiteren Post hatte Neville geschrieben: «Guten Morgen, Männer. Ein paar Stunden Cricket vor der Arbeit rüsten mich gut für den Tag.» Auf die Frage, warum er sich ausschliesslich an Männer gewandt habe, entgegnete er: «Als ich sagte ‹Guten Morgen, Männer›, dachte ich, dass die Frauen damit beschäftigt wären, Frühstück zu machen, sich um die Kinder zu kümmern oder die Betten zu machen – sorry: Guten Morgen, Frauen.»

Mittlerweile existiert der ­verifizierte Twitter-Account nicht mehr. Neville muss aber nicht befürchten, seinen neuen Job doch nicht antreten zu dürfen. Laut der Zeitung «Sun» war der englische Fussballverband (FA) über die zweifelhaften Tweets informiert, bevor er Neville einen Vertrag bis 2021 zur Unterschrift vorlegte. Die FA halte die Einträge mehr für Witze als für den tatsächlichen Standpunkt des Trainers.

Einen neuerlichen Aufreger kann der Verband auch nicht ­gebrauchen, erst im vergangenen September war Mark Sampson nach einem Rassismusskandal als englischer Frauen-Nationalcoach entlassen worden. (sid)

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