Challenge-League
Vor dem Auswärtsspiel in Schaffhausen: Der FC Wil ist effizienter als gedacht

Der FC Wil tritt heute Abend in Schaffhausen an – er kämpft dabei gegen seine Auswärtsschwäche. Und hält sich an einen statistischen Wert. Dieser besagt, dass Wil das effizienteste Team der Liga ist. Echt jetzt?

Ralf Streule
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Torchance genutzt: Der Wiler Captain Philipp Muntwiler bejubelt sein 1:0 vor einer Woche gegen Xamax.

Torchance genutzt: Der Wiler Captain Philipp Muntwiler bejubelt sein 1:0 vor einer Woche gegen Xamax.

Bild: Gianluca Lombardi

Sieg, Niederlage, Niederlage, Sieg. Der FC Wil befindet sich weiter auf einer Resultat-Achterbahn. Das Auf und Ab hat die Wiler in der Challenge League nach elf Runden auf den achten Zwischenrang gebracht. Gefühlt gehört man aber dem Mittelfeld an – nur sechs Punkte fehlen auf Rang zwei. Wenn der Weg heute um 18 Uhr in Schaffhausen weitergeht, gibt es ein gutes und ein schlechtes Omen. Das gute: Gegen Schaffhausen machte Wil zuletzt beim 2:0-Heimsieg eine gute Figur. Das schlechte: Heute steht das Auswärtsspiel an. Und auswärts ist die Punkteausbeute der Wiler dürftiger als zuhause. Nur drei von 13 Punkten hat das Team von Alex Frei ausserhalb des Bergholz eingefahren: beim Tabellenletzten Kriens.

Macht der Kunstrasen die Wiler besser?

Angesprochen auf die Auswärtsschwäche kann Frei keine Erklärungen liefern. «Wenn ich eine hätte, würde ich an diesem Punkt ansetzen.» So bleibt nur die Vermutung, dass der Kunstrasen im heimischen Bergholz für Wil und gegen die jeweiligen Gäste spricht. Aber auch diese Erklärung ist wacklig: Gerade vor einer Woche hat Wil zuhause Neuenburg Xamax mit 2:1 besiegt – ein Team, das sich von der Maladière ebenso den künstlichen Untergrund gewohnt ist. Ebenfalls auf Plastik wird das Spiel in Schaffhausen ausgetragen. Frei lobt den heutigen Gegner, besonders dessen Auftritt beim unverdient verlorenen Cupspiel gegen Luzern.

Wil nutzt die Chancen, kreiert aber nur wenige

Wer einen Blick auf die Fussball-Datensammlung der Firma «InStat» wirft, wird überrascht. Wil wird hier als effizientestes Team der Liga ausgewiesen. Zugrunde liegt dieser Auswertung die Zahl der «erwartbaren Tore», also jener Treffer, die aus den gezählten Chancen im Normalfall eigentlich hätten fallen müssen. Die Wiler hätten demnach erst elf Treffer erzielt – es sind aber 16 geworden bisher. «Diese Zahlen kennen wir. Und Zahlen lügen nicht», sagt Frei. Grosschancen seien wohl oft ausgenützt worden. Das Kreieren von Möglichkeiten sowie der Drang in den Strafraum seien aber verbesserungswürdig, so Frei. Daten stützen auch diese Aussage. Kein Challenge-League-Team verbucht weniger Vorstösse ins letzte Drittel. Und kein Team erarbeitet sich weniger Tormöglichkeiten.

Zahlenspielereien hin oder her: Frei sieht bei seinem Team gute Arbeit im Training. Noch schafften es die Spieler aber nicht, regelmässig im Spiel «über sich hinauszuwachsen». Und das sei nötig, wolle man mit dem unerfahrenen Team in der Challenge League mithalten.

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