DURCHLEUCHTET: Mit Röntgenstrahlen auf Betrügerjagd

Der Radweltverband UCI stellt eine neue Methode im Kampf gegen technisches Doping vor. Mit der Hilfe von Röntgengeräten, die in Bussen eingebaut sind, will der Verband gegen Betrüger vorgehen.

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Die Fahrräder der Profis werden in Zukunft im Bus geröntgt, um technisches Doping auszuschliessen. (Bild: Salvatore die Nolfi/KEY)

Die Fahrräder der Profis werden in Zukunft im Bus geröntgt, um technisches Doping auszuschliessen. (Bild: Salvatore die Nolfi/KEY)

Bisher wurden erst zwei Betrugsfälle aufgedeckt: Einer belgischen Radquerjuniorin und einem französischen Amateur ist sogenanntes Motordoping nachgewiesen worden. Trotzdem intensiviert die UCI den Kampf gegen den technischen Betrug und für das Image der Sportart. «Wir wollen Sportler vor Gerüchten schützen und ihre Resultate glaubwürdig machen», sagte UCI-Präsident David Lappartient an der Medienkonferenz. «Unser Ziel ist es, zu zeigen, dass es keinen Betrug gibt.» Den Kampf gegen technisches Doping hatte der Franzose nach seiner Wahl zum Präsidenten im letzten Herbst ganz oben auf seine Prioritätenliste gesetzt. In Genf präsentierte er einen kleinen Bus, in dem ein Röntgengerät installiert ist. Mit dem Bus will die UCI ab sofort an den Rennen die Räder unmittelbar nach der Zieldurchfahrt testen. Während die Fahrer die Dopingkontrollen über sich ergehen lassen, werden zeitgleich die Räder überprüft. Als Projektleiter stellte Lappartient seinen Landsmann Jean-Chri­stophe Péraud an. Der ehemalige Zweite der Tour de France und WM-Zweite im Mountainbike hat sich während seiner Aktivzeit zum Ingenieur ausbilden lassen.Die UCI investierte rund 600000 Franken, um das Konzept mit der Röntgenkabine zu entwickeln. Die Busse sollen nicht nur auf der World Tour oder im Strassenradsport verwendet werden, sondern auch an Mountainbike-, Bahn- und Quer-Rennen. Bisher gab es zwei Methoden, um technische Hilfsmittel zu entdecken. Die UCI hatte auf Tablets gesetzt, um Räder zu scannen, das OK der Tour de France zusätzlich auf Wärmebildkameras. Beide Methoden wurden als ineffizient bezeichnet. Sollte die UCI einen Fahrer erwischen, droht ihm eine Sperre von sechs Monaten und eine Busse von mindestens 200000 Franken. Teams, bei denen der betroffene Fahrer angestellt ist, drohen Bussen in Millionenhöhe. (sda)

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