DURCHBRUCH: Der 100-Millionen-Mann

Die amerikanische Profiliga NBA befindet sich in der entscheidenden Phase. Mittendrin ist der Genfer Clint Capela, der mit den Houston Rockets gegen San Antonio um den Einzug in den Playoff-Halbfinal kämpft.

Ives Bruggmann
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Clint Capela (links) steigt zum Korb, während Pau Gasol versucht, ihn daran zu hindern. (Bild: Eric Christian/AP)

Clint Capela (links) steigt zum Korb, während Pau Gasol versucht, ihn daran zu hindern. (Bild: Eric Christian/AP)

Ives Bruggmann

Big Men. So werden in der amerikanischen Basketballliga NBA die grössten Spieler einer Mannschaft genannt. Meistens spielen die grossen Männer auf der Position des Centers. Der 22-jährige Schweizer Clint Capela ist einer dieser Big Men. Mit 2,08 m Körpergrösse und dem Gewicht von 110 kg bewegt sich der gebürtige Genfer getreu seiner Position und seinen körperlichen Voraussetzungen mit einer Armspannweite von 2,22 m meist unter den beiden Körben.

Im dritten NBA-Jahr ist dem Sohn einer Kongolesin und eines Angolaners in dieser Saison der Durchbruch gelungen. Dies zeigen die Statistiken des Rechtshänders Capela: Pro Spiel kommt der Romand auf 24 Einsatzminuten, in denen er durchschnittlich 10,2 Punkte erzielt, 8,2 Rebounds fängt, 1,2 Assists verteilt und 2,7 Schüsse blockt. Er trifft 61,9 Prozent seiner Würfe aus dem Spiel heraus. An der Freiwurflinie liegt seine Quote bei 60,9 Prozent.

Dunking-Spezialist mit Entwicklungspotenzial

Für die statistikverrückten Amerikaner sind dies Zahlen, die aus Capela ein Versprechen für die Zukunft machen, einen der führenden Center der NBA, zumal beim Spezialisten für krachende Dunkings, dem direkten Versenken des Balls im Korb, eine stete Entwicklung auszumachen ist. Innerhalb von nur drei Saisons verbesserte sich der Schweizer in allen für seine Position massgebenden Statistiken markant. Ein Beispiel: Lag seine Freiwurfquote in seiner Debütsaison 2014 noch bei 17,4 Prozent, so konnte er seine Treffsicherheit von der Linie bis heute mehr als verdreifachen. Mittlerweile gehört Capela zur Starting-Five, zu den fünf Spielern also, die in ein Spiel starten. Was ihn für die Rockets aber unverzichtbar macht, ist sein Zusammenspiel mit dem Aushängeschild der gesamten Franchise: James Harden.

Harden ist die alles überragende Figur im Spiel der Rockets. Jeder Spielzug läuft über ihn. Und einer davon wird bei Houston beinahe in Perfektion ausgeführt: der «Pick and Roll». Da kommt Big Man Capela ins Spiel, der bei dieser Angriffsvariante den Laufweg des Verteidigers blockt und so dem Angreifer, in diesem Fall Harden, eine gute Wurfposition verschafft.

Der ganz grosse Zahltag winkt

Diese Harmonie mit Harden sowie das vorhandene Verbesserungspotenzial bringen Capela in den Vertragsverhandlungen in eine komfortable Situation. Da nicht anzunehmen ist, dass Houston den loyalen Genfer verlieren will, wird sich die Nummer 15 der Rockets auf eine gewaltige Lohnerhöhung freuen dürfen. Derzeit und bis 2018 verdient der mit einem Rookie-Vertrag ausgestattete Center 1,3 Millionen Dollar pro Jahr. Zum Vergleich: Steven Adams, der 23-jährige Center von Oklahoma und unterlegene Gegenspieler Capelas im Playoff-Achtelfinal, verdient ab der kommenden Saison knapp 100 Millionen Dollar in vier Jahren. In diese Sphären dürfte Capela ebenfalls bald vorstossen.

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