Drei Wochen«Opening soon»

Da ist dieses Café, jeden morgen auf dem Weg vom Hotel zum Pressezentrum. Das Firmenschild ist bereits angebracht – man kriegt Lust, vor der Arbeit noch den Koffeinspiegel in die Höhe zu jagen. Im Café drin stapeln sich aber Kartonschachteln und Bauschutt.

Christof Krapf
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Da ist dieses Café, jeden morgen auf dem Weg vom Hotel zum Pressezentrum. Das Firmenschild ist bereits angebracht – man kriegt Lust, vor der Arbeit noch den Koffeinspiegel in die Höhe zu jagen. Im Café drin stapeln sich aber Kartonschachteln und Bauschutt. Arbeiter nehmen immer noch letzte Arbeiten vor. Für die Eröffnung, die da so bald kommen soll. Denn an der Tür klebt ein Schild: «Opening soon». Solche Zettel traf man vor der Eröffnung der Olympischen Spiele noch am Laufmeter an. Restaurants, Bars, Kleiderläden und Supermärkte – sie alle versprachen baldige Eröffnung und hielten ihr Versprechen in den meisten Fällen.

Die Spiele sind zu Ende; an Wettkampfstätten und in den Pressezentren hat sich Kehrausstimmung eingestellt. Die Sicherheitsleute schauen nicht mehr so genau hin. Wo man vor einer Woche noch seinen Rucksack öffnen musste, wird man heute durchgewinkt. Wo man vor einer Woche noch abgetastet wurde, ist die Bahn heute frei. Nur das kleine Café auf dem Arbeitsweg hat noch nicht eröffnet. Immer noch Bauschutt, Kartonschachteln, Arbeiter. Und das Schild. «Opening soon» verspricht es noch immer. Immerhin starten in zwei Wochen die Paralympics. Ob der Besitzer es schafft, das Schild bis dann zu entfernen? Erfahren werden wir es nicht.

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