Drei Punkte zu Zinnbauers Début

Der FC St. Gallen gewinnt nach zweimonatiger Durststrecke in der Super League mit etwas Glück wieder ein Heimspiel. Daniel Lopar hält zuerst einen Elfmeter, ehe kurz vor Schluss Innenverteidiger Roy Gelmi der einzige Treffer gelingt.

Christian Brägger
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FUSSBALL. Der FC St. Gallen kann zu Hause doch noch gewinnen, nachdem ihm dies zum Saisonauftakt gegen Lugano Mitte Juli letztmals gelungen war. Gegen Thun setzten sich die Ostschweizer in der AFG Arena vor 10 447 Zuschauern nach Roy Gelmis Treffer in der 85. Minute mit dem Glück 1:0 durch, das ihnen noch unter Coach Jeff Saibene gefehlt hatte – oder für das sie unter dem Luxemburger vielleicht auch zu wenig getan hatten. In dieser Schlüsselszene kurz vor Spielende vergassen die Gäste nach Yannis Tafers Corner den Siegtorschützen, der mit einer Direktabnahme abschloss. Damit hat St. Gallen als Sechster zehn Punkte, drei mehr als das siebtplazierte Zürich – fürs erste ein beruhigender Vorsprung.

Mit dem 1:0 feierte Trainer Joe Zinnbauer ein gelungenes Heimdébut, und vermutlich war es ihm egal, wie er und seine Mannschaft zu den wichtigen Zählern in diesem sogenannten Sechs-Punkte-Spiel zwischen zwei kriselnden Super-League-Teams gekommen waren. Zumal der Deutsche im Vorfeld gesagt hatte, er wolle durchaus auch ergebnisorientiert spielen lassen. «Über die Entstehung des Sieges kann man sich streiten, am Ende zählt der Erfolg», sagte er.

Lopars Grosstat

Und vielleicht wäre ja alles ganz anders gekommen, wenn in der 79. Minute Goalie Daniel Lopar den von Gianluca Frontino herausgeholten und ausgeführten Foulpenalty nicht bravourös gehalten hätte. Everton hatte den Diessenhofer in Diensten der Berner Oberländer im Sechzehnmeterraum berührt, der Schiedsrichter sofort und wohl richtigerweise auf Elfmeter entschieden. Dank Lopars Grosstat durften sich alle, Spieler und Coach, dennoch als Sieger fühlen – lange hatte es in dieser Partie der neunten Runde nicht danach ausgesehen.

Besonders die erste Halbzeit war eine zum vergessen gewesen, immerhin hatte die zweite Zinnbauer zufrieden gestimmt. Der Deutsche sah dies richtig, St. Gallen war ab der 55. Minute besser geworden und hatte bemühter gewirkt – die Anhänger goutierten diesen Effort. In Zeiten, in denen man mit weniger zufrieden ist, weil es nicht wie gewünscht läuft, fallen solche Beobachtungen schneller auf. Dabei agierte der FC St. Gallen auch in jener Phase nie zwingend, weil auch zwei schwache Tabellennachbarn auf dem Platz standen, die beide bisher zweimal gewonnen und ebenfalls fünfmal verloren hatten.

Schwache erste Halbzeit

Zinnbauer hatte im zweiten Pflichtspiel als Trainer St. Gallens im Vergleich zum Cup gegen Breitenrain auf vier Positionen umgestellt, Silvan Hefti, Geoffrey Tréand, Sandro Gotal und Stammgoalie Lopar rückten in die Startformation. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Rochaden hatten die St. Galler ziemliche Probleme, den Rhythmus zu finden und das Team von Ciriaco Sforza nachhaltig unter Druck zu setzen. Ein erstes, relativ spätes Ausrufezeichen setzte Mario Mutsch, als bereits eine halbe Stunde gespielt war. Mit seinem Distanzschuss traf der Luxemburger den linken Pfosten. Dafür konnte konstatiert werden, dass die junge Hintermannschaft – im Durchschnitt jünger als 21 Jahre alt – die Räume für die Thuner geschickt eng machte.

Dennoch schlummerte die Hoffnung der Anhänger auf bessere zweite 45 Minuten. Vor allem auch deswegen, weil sich Thun passiv verhielt und bis zur Pause nur einen Abschluss verzeichnete. Doch diese Aktion zeigte, dass St. Gallen immer auf der Hut sein muss. Das war es, und Zinnbauer belohnte sein Team mit einem freien Tag.

Mehr Bilder zum Spiel auf www.tagblatt.ch/bilder

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