Drei Herausforderer für Real

FC Barcelona, Bayern München, Real Madrid und Juventus Turin: In den Viertelfinals der Champions League haben sich die Favoriten durchgesetzt. Damit kommt es in den Halbfinals zu hochkarätigen Affichen. Doch wer hat die besten Karten?

Andy Sager
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FUSSBALL. In den Halbfinals, die heute um 12 Uhr ausgelost werden, wird es «so oder so nicht leicht», wie es Real Madrids Weltmeister Toni Kroos sagt. Auf sein Team wartet entweder Bayern München, Juventus Turin oder der FC Barcelona. «Für mich sind das die vier besten Teams.» Doch wer hat in den Halbfinals, die in zwei beziehungsweise drei Wochen stattfinden, die besten Chancen?

Real Madrid

Der Titelverteidiger setzte sich im Viertelfinal nur mit Mühe gegen Atletico durch. Den Grund in den Ausfällen von Luka Modric, Karim Benzema oder Gareth Bale im Rückspiel zu suchen, würde zu kurz greifen. Selbst in Vollbesetzung konnten die Madrilenen zuletzt nicht restlos überzeugen – wie im Achtelfinal gegen Schalke. Durch das Erreichen des langersehnten zehnten Champions-League-Siegs 2014 scheinen in den Köpfen der Spieler entscheidende Prozente zu fehlen. Ein Aufeinandertreffen mit dem formstarken Angstgegner Bayern wäre ein guter Prüfstein, obgleich Real den Münchnern im Halbfinal vom vergangenen Jahr keine Chance liess. Allerdings ist es bisher keinem Team gelungen, den Titel zu verteidigen.

Bayern München

Spätestens seit dem famosen 6:1 der Münchner im Viertelfinal-Rückspiel gegen Porto gehören die Deutschen wieder zu den Topfavoriten. Erneut haben sie gezeigt, wie druckvoll sie sich abstossen können, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen. Mit dem Final in Berlin vor Augen kann der Deutsche Meister zudem auf einige Rückkehrer hoffen: Bis zu den Halbfinals sollte sich das Lazarett lichten. Arjen Robben, Mehdi Benatia und der lange verletzte Javi Martinez trainierten diese Woche wieder mit dem Ball. Thiago Alcantara ist schon wieder in Hochform. Für die Buchmacher sind die Münchner Hauptaspirant auf den Titel. Zudem sehnen sich die Münchner nach einer Revanche für den desaströsen Halbfinal 2014 gegen Real.

FC Barcelona

Der Leader der Primera Division bekundete gegen Paris St-Germain wenig Mühe, um in die Halbfinals einzuziehen. Defensiv stehen die Katalanen solide. Und der Sturm mit Luis Suarez, Neymar und Lionel Messi beginnt, immer besser zu funktionieren. «Wir spielen guten Fussball und vorne haben wir drei sehr gute Spieler. Wenn einer der drei nicht trifft, machen es die anderen beiden», sagt Barcelonas Verteidiger Gerard Piqué. Allerdings haben die Katalanen eine negative Bilanz gegen alle anderen Halbfinalisten. Die Erinnerung an den letzten Halbfinal schmerzt dabei besonders: 2013 unterlagen sie den Bayern mit einem Gesamtskore von 0:7.

Juventus Turin

Wenn man einen Aussenseiter ausmachen will, wäre dies wohl der italienische Meister. Die Turiner hatten mit dem kriselnden Dortmund und Monaco noch keinen hochkarätigen Gegner in der K.-o.-Phase. Im Rückspiel gegen die Monegassen reichte die bewährte italienische Verteidigungsarbeit. Gegen Gegner wie Real, Bayern oder Barcelona dürfte es nun damit schwierig werden. Turin gefällt sich aber in der Rolle des Aussenseiters: «Es ist klar, dass Real, Barcelona und Bayern die Favoriten sind. Für uns gibt es hier nichts mehr zu verlieren», sagt Stephan Lichtsteiner, Schweizer Internationaler in Diensten Turins.