Dortmund hat Spiel und Stadion im Griff

Bereits zwei Stunden vor dem Spiel zwischen dem FC St. Gallen und Dortmund herrschte vor dem Stadion gelb-schwarze Begeisterung. Zahlreiche junge und ältere Männer trugen die T-Shirts des aktuellen deutschen Meisters.

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St. Gallens Philippe Montandon (rechts) hat alle Mühe, Dortmunds Mohamed Zidan zu stoppen. (Bild: Ralph Ribi)

St. Gallens Philippe Montandon (rechts) hat alle Mühe, Dortmunds Mohamed Zidan zu stoppen. (Bild: Ralph Ribi)

Bereits zwei Stunden vor dem Spiel zwischen dem FC St. Gallen und Dortmund herrschte vor dem Stadion gelb-schwarze Begeisterung. Zahlreiche junge und ältere Männer trugen die T-Shirts des aktuellen deutschen Meisters. Dass selbst die Bierwagen um das Stadion die entsprechende Farbe besassen, war zwar Zufall, passte aber durchaus ins Bild. Auch in der Arena waren nicht nur im eigentlichen Gästesektor viele gelbe Trikots auszumachen.

Ein wenig Ernst ist dabei

Aber auch die St. Galler Anhänger erschienen zahlreich und unterstützten ihre Mannschaft lautstark. Und tatsächlich konnten die Ostschweizer in den ersten Minuten gleich Akzente setzen, was bei einigen der in grosser Zahl anwesenden deutschen Journalisten durchaus Verwunderung auslöste. Trainer Jeff Saibene hatte vor dem Spiel auch eine engagierte Leistung seines Teams angekündigt. «Für uns ist das ein wichtiger Test. Es herrscht grosser Konkurrenzkampf, die Spieler können sich heute zeigen und aufdrängen.» Dass aber auch Dortmunds Trainer Jürgen Klopp die Partie ernst nahm, zeigte er schon früh. Als Franck Etoundi nach zwölf Minuten das 1:0 erzielte, stand Klopp das erstemal von seiner Bank auf und erteilte Anweisungen. Auf einen richtig emotionalen Ausbruch, wie man ihn aus der Bundesliga kennt, warteten die Zuschauer allerdings vergebens.

Das ganze Team ausgewechselt

Seine Mannschaft lieferte ihm nach dem 0:1 allerdings auch kaum mehr Gründe, um laut werden zu müssen. Trotz der Anstrengungen im Trainingslager in Bad Ragaz – Klopp hatte das Training zwar leicht reduziert – hatten die Dortmunder das Spiel bald einmal im Griff und kombinierten sich immer wieder durch die St. Galler Abwehr. Damit ihnen in der ersten Halbzeit noch zwei Treffer gelangen, benötigten sie allerdings zwei Standardsituationen, bei denen jeweils Mats Hummels die gegnerische Verteidigung überlistete. Nach einer engagierten und spielerisch auch von St. Gallen ansprechenden ersten Halbzeit kehrte nach der Pause der Testspielcharakter definitiv zurück. Klopp wechselte gleich die ganze Mannschaft aus. Die neuen Kräfte fügten sich aber gut ein. Robert Lewandowski traf kurz nacheinander zweimal.

Klopp und die Bratwurst

Spätestens nach dem 5:1 durch Kevin Grosskreutz gewannen die Dortmunder Anhänger unter den 10 000 Zuschauern auch auf den Rängen definitiv die Oberhand. Grosser Jubel brandete aber nur noch nach dem Treffer von Mario Götze auf. Die St. Galler hingegen ärgerten sich über die nun ungenügende Defensive. Dennoch sprach Saibene von einem guten Test, obwohl ihm die Nachlässigkeiten nicht gefallen haben. Seine Mannschaft verlor in dieser Vorbereitung zum erstenmal: «So muss auch niemand das Gefühl haben, wir hätten schon etwas erreicht.» Klopp aber verbrachte eine geruhsame zweite Hälfte. Hinterher sagte er: «Vieles, was wir im Trainingslager übten, haben wir umgesetzt.» Das neue St. Galler Stadion gefalle ihm, «aber auch das alte hatte Charme. Und es gab da immer diese gute Bratwurst». Markus Zahnd