Ski WM St. Moritz

Doppelsieg für die Schweiz in der Kombination: Gold für Holdener und Silber für Gisin

An den Weltmeisterschaften in St. Moritz gab es Gold und Silber für die Schweiz. Wendy Holdener wurde Weltmeisterin in der Kombination der Frauen, 5 Hundertstel vor Michelle Gisin.

sda
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Das Podest: Holdener gewinnt Gold vor Gisin (l.) und Kirchgasser (r.).
18 Bilder
Die Siegerinnen tauschen auf dem Podest ein Lächeln aus.
Wendy Holdener jubelt ausgelassen.
Unsere Weltmeisterin: Wendy Holdener!
Holdener und Gisin freuen sich zusammen im Zielraum.
Holdener lässt ihren Emotionen freien Lauf.
Denise Feierabend komplettiert das starke Teamresultat mit dem vierten Rang.
Ist für Lara Gut die WM nach dem Sturz gelaufen?
Lara Gut ist auf dem dritten Zwischenrang...
... doch sie hätte in der Abfahrt noch schneller sein können.
Michelle Gisin liegt auf dem vierten Zwischenrang.
Michelle Gisin nach einer starken Fahrt erschöpft im Ziel.
Lindsey Vonn wird, trotz mässiger Abfahrt, auch den Slalom am Nachmittag fahren.
Wendy Holdener ist zufrieden mit ihrer Abfahrt: Der siebte Zwischenrang.
Wendy Holdener fährt im Slalom um Gold.
Sofia Goggia aus Italien belegt momentan den ersten Platz.
Denise Feierabend kann mit ihrer Zeit wohl nicht mehr an der Spitze mitmischen.
Lara Guts Medaillenchancen haben sich wegen der Verkürzung der Abfahrt verringert.

Das Podest: Holdener gewinnt Gold vor Gisin (l.) und Kirchgasser (r.).

Keystone

16 Jahre nach Sonja Nef, die 2001 in St. Anton Gold im Riesenslalom gewonnen hatte, verfügt die Schweiz endlich wieder über eine Ski-Weltmeisterin. Wendy Holdener, die sich als Siebente der Abfahrt - mit nur knapp einer Sekunde Rückstand auf die Bestzeit der Italienerin Sofia Goggia - in eine vorzügliche Ausgangslage gebracht hatte, behielt in ihrer starken Disziplin die Nerven.

Auch Michelle Gisin hatte in der Abfahrt eine vorzügliche Leistung geboten. Die Engelbergerin verlor als Vierte lediglich 14 Hundertstel auf die drittplatzierte Lara Gut, den Pechvogel des Tages. Wie Teamkollegin Holdener nahm auch Gisin in der Abfahrt mehr Risiken auf sich als gewohnt. Auch sie nahm ihr Herz in beide Hände: "Das war eine der ersten Abfahrten, in der ich mehr Risiko genommen habe als sonst."

Holdener und Gisin, den beiden Schweizer Technikerinnen, spielte natürlich in die Karten, dass die Abfahrt auf einer um gut 15 Fahrsekunden verkürzten Strecke stattfand. Die Massnahme wurde getroffen, weil man befürchtete, der Nebel könne sich im obersten Streckenteil ausbreiten.

Eine starke Leistung zeigte auch die Engelbergerin Denise Feierabend. Sie steigerte sich nach dem 13. Platz in der Abfahrt in den 4. Schlussrang. Ihr fehlten 44 Hundertstel zu einer Medaille. Einen gar dreifachen Schweizer Erfolg verhinderte einzig die drittplatzierte Österreicherin Michaela Kirchgasser, die im Slalom Bestzeit fuhr - eine Hundertstelsekunde schneller als Holdener.

Erinnerungen an 1987

Wendy Holdener hatte im Slalom ganz stark begonnen, am Ende aber noch etwas nachgelassen. "Es waren einige Wackler drin. Deshalb glaubte ich nicht, dass es reichen würde", bekannte die 23-jährige Schwyzerin im Ziel. Michelle Gisin kam bis auf fünf Hundertstel an sie heran, doch die beiden letzten Fahrerinnen, die dann noch oben standen, konnten ihre Chance nicht nutzen. Die Slowenin Ilka Stuhec, die im Dezember in Val d'Isère die einzige Kombination des Winters gewonnen hatte, schied ebenso nach wenige Toren aus wie wenig später die Italienerin Sofia Goggia, die Schnellste der Abfahrt.

So wurde ein doppelter Schweizer Erfolg Tatsache, wie es ihn letztmals 1987 an den Titelkämpfen in Crans-Montana gegeben hat. Dort hatte Maria Walliser jeweils vor Michela Figini die Abfahrt und den Super-G gewonnen.

Lesen Sie hier den Verlauf der Kombination im Liveticker: