Doppelrolle für den Weltmeister

Mit der Tour de Romandie beginnt für Verfolgungsweltmeister Stefan Küng in der kommenden Woche die Zeit der grossen Rundfahrten. Der 21jährige Thurgauer hat in seinem Team eine Doppelrolle. Küng muss für die Equipe fahren, kann aber auch seine eigene Chance nutzen.

Daniel Good
Drucken
Teilen

RAD. Der Radsport auf der Strasse ist eine Mannschaftssportart. Auch junge Champions müssen sich in den Dienst des Teams stellen. Dessen ist sich Stefan Küng bewusst, obwohl er wahrscheinlich der talentierteste 21-Jährige im Peloton ist. Es macht dem Thurgauer aus Wilen bei Wil nichts aus, auch als Helfer Rennen zu bestreiten. «Ich beschütze jene Fahrer unseres Teams, die die besten Chancen haben, eine vordere Klassierung zu erreichen. Ich hole Getränkeflaschen für sie und gebe ihnen Windschatten», beschreibt der Bahnweltmeister in der Einzelverfolgung eine seiner beiden Rollen im US-schweizerischen BMC-Team, der Weltmeistermannschaft im Zeitfahren.

Weil Küng aber reichlich Talent hat, darf er auch seine eigenen Ambitionen wahrnehmen. In der Tour de Romandie, die am Dienstag nächster Woche beginnt, ist insbesondere das Zeitfahren zum Abschluss der Rundfahrt in Lausanne auf die Fähigkeiten Küngs zugeschnitten. Aber auch die vierte Etappe von La Neuveville nach Freiburg ist für Küng interessant. Er hat den Final gestern inspiziert. «Wenn ich vorne dabei bin, will ich die Chance nutzen», so Küng. Er hat in seiner ersten Saison als Elitefahrer mit der Limburg Classic in Holland schon ein bedeutendes Rennen gewonnen. Überdies wurde Küng in einem Zeitfahren in Belgien einzig vom britischen Weltmeister und Olympiasieger Bradley Wiggins besiegt.

Vorbereitung in der Ostschweiz

«Nach dreieinhalb Wochen in Belgien war ich sehr froh, wieder in der Ostschweiz zu sein. Hier ist es am schönsten, um zu trainieren. Insbesondere zu dieser Jahreszeit, wenn alles blüht», sagt Küng. Nach der Tour de Romandie bestreitet er den Giro d'Italia und die Tour de Suisse, die auf dem Weg zum Etappenziel in Schwarzenbach dreimal an seinem Domizil vorbeiführt. Die Teilnahme am Giro, der am 9. Mai beginnt, war ursprünglich nicht vorgesehen, «weil ich wegen einer Krankheit erst neun Renntage in den Beinen habe und im Team viele verletzt sind, starte ich doch. Ich freue mich.»

Strassen-WM in den USA

Im September beteiligt sich Küng im amerikanischen Richmond an der Strassen-WM. «Ich bestreite die beiden Zeitfahren, sofern ich mich qualifiziere.»