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DISZIPLINENSIEG: Immer locker bleiben

Beat Feuz sichert sich mit dem dritten Rang beim Weltcup-Finale in Åre die Abfahrts-Kristallkugel. Es ist nach viel Verletzungspech ein erstaunlicher Erfolg – den Feuz auch seinem Optimismus zu verdanken hat.
Valentin Oetterli (sda), Åre
Am Ziel angekommen: Beat Feuz küsst seine erste Kristallkugel. (Bild: EPA (Are, 14. März 2018))

Am Ziel angekommen: Beat Feuz küsst seine erste Kristallkugel. (Bild: EPA (Are, 14. März 2018))

Valentin Oetterli (SDA), Åre

Schon das Jahr 2003 war ein Vorzeichen auf die Achterbahnfahrt, die Beat Feuz in seiner Karriere begleiten sollte. Im Frühling jenes Jahres wurde der damals 16-jährige Berner als jüngstes Mitglied ins Junioren-Nationalteam aufgenommen. Doch schon im November erlitt er bei einem Sturz im Riesenslalom-Training einen Kniescheibenbruch. Diese Verletzung hinderte Feuz nicht daran, bereits Anfang Februar 2004 an der Junioren-SM Slalom-Gold zu gewinnen – mit fast vier Sekunden Vorsprung vor dem Zweiten.

Erfolg, Verletzung, Comeback – diese Abfolge zieht sich fast durch Feuz’ ganze Karriere. So auch 2007 wieder, als er im März in Lenzerheide in seiner ersten Weltcup-Abfahrt als 14. gleich Punkte holte – ähnlich wie nun auch der aktuelle Junioren-Weltmeister Marco Odermatt in Åre als Zwölfter. Im September jenes Jahres war dann allerdings Feuz’ Saison wegen eines Kreuzbandrisses im linken Knie vorbei, ehe sie begonnen hatte. Und vor dem Winter 2008/09 durfte der 21-Jährige nach Nordamerika mit. Doch er stürzte im Abschlusstraining in Lake Louise in der internen Qualifikation und zog sich einen Meniskusschaden zu. «Letztlich glaube ich immer daran, dass es gut kommt» – dieser Satz, ausgesprochen im März 2007 als dreifacher Junioren-Weltmeister nach einer zuvor sehr bescheidenen Saison, illustriert bestens seine Denkweise. Der meist lockere Berner zerbricht sich nicht den Kopf über Dinge, die er sowieso nicht ändern kann. Nur so konnte Feuz, der mehrfach von gravierenden Verletzungen in seiner Entwicklung gebremst wurde, sich immer wieder aufrappeln und (meist) schnell zum Erfolg zurückfinden.

Instinkt-Fahrer und Spielernatur

«Ich muss nicht im Juli schon auf den Ski stehen, um im November in Form zu sein» – dieser Satz, gesagt im September 2017 in Zermatt in der Vorbereitung auf diese traumhafte Olympia-Saison, steht für eine nicht minder wichtige Seite von Feuz. Einem technisch starken, feinfühligen Instinkt-Fahrer, der sich auf allen Unterlagen und Pisten zurechtfindet. Zudem ist der aus der 1000-Seelen-Gemeinde Schangnau im Emmental stammende Feuz eine Spielernatur. Das Pokern liegt ihm im Blut – am Spieltisch, aber auch auf der Piste. Oftmals liegt der Berner in den Trainings deutlich zurück, was ihn nicht gross irritiert. Am Renntag, wenn es zählt, musste man Feuz in diesem Abfahrts-Winter immer auf der Rechnung haben. «Er ist ein grossartiger Rennfahrer, der diese Kugel schon lange verdient hat. Eigentlich seit 2012, als er in der Gesamt- und Abfahrts-Wertung nur ganz knapp geschlagen wurde», erhielt der Schweizer auch höchstes Lob von seinem grossen Konkurrenten Aksel Lund Svindal.Mit 2012 sprach der Norweger allerdings auch das Jahr an, in welchem Feuz den grössten Rückschlag seiner Karriere erleiden sollte. Ende März hatte er sich nach dem gegen Marcel Hirscher verlorenen Kampf um die grosse Kristallkugel einem umfassenden Service in seinem linken Problemknie unterzogen. Trotz beeinträchtigter Vorbereitung auf den folgenden Winter fühlte sich Feuz bereit für den Saisonstart in Sölden. Doch am Renntag musste er wegen einer Entzündung auf den Einsatz verzichten. Danach lag er fünf Wochen im Spital in Bern – und wurde fünfmal operiert. Das Ende der Karriere schien wahrscheinlicher als deren Fortsetzung.

Höchst erfolgreiche «zweite» Karriere

Doch bei Feuz kam die Wende zum Guten. Nach 20 Monaten Wettkampfpause stieg er Ende November 2013 wieder in den Rennbetrieb ein. Im dritten Rennen nach dem Comeback erreichte der Emmentaler bereits wieder den 6. Rang. Bronze in der WM-Abfahrt 2015, die zwei Siege im März 2016 in St. Moritz sowie gleichenorts WM-Gold in der Abfahrt 2017 waren weitere Meilensteine. In diesem Winter folgte der nächste Schritt. Ende September 2017 war Feuz grantig geworden, als ihm zugetragen wurde, dass sein neuer Speed-Trainer Andy Evers ihn als zukünftigen Gewinner der Abfahrts-Krone sah. «Im Sommer über Kugeln zu reden, ist heikel», so Feuz, der heuer neben dieser besagten Kristallkugel auch an den Olympischen Spielen in Südkorea mit Bronze in der Abfahrt und Silber im Super-G brillierte.

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