Diener führt den Nachwuchs ein

INLINEHOCKEY. Der Inlinehockey-Club Thurgau spielt seit dieser Saison in der NLA mit. Für viele Spieler ist dies ein Novum. Nicht so für Michael Diener. Der Routinier kennt Inlinehockey auf hohem Niveau aus dem Stegreif.

Remo Fuchs
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Eishockeyprofi Tobias Bucher von den SCL Tigers (grün-gelb, Nr. 10), sorgt im Sommer jeweils im Dress des IHC Thurgau für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. (Bild: Mario Gaccioli)

Eishockeyprofi Tobias Bucher von den SCL Tigers (grün-gelb, Nr. 10), sorgt im Sommer jeweils im Dress des IHC Thurgau für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. (Bild: Mario Gaccioli)

Wenn die Eishockeyspieler die Sommerpause geniessen und in den Eishockey-Stadien der Schweiz das Eis abgetaut wird, ist die Zeit reif für den Start einer neuen Inlinehockey-Saison.

Der Einstand in die NLA ist dem IHC Thurgau geglückt. Nach 6 Spielen (3 Siegen, 2 Niederlagen und einem Remis) stehen die Thurgauer in der Tabelle auf dem zweiten Platz. Nach 4 Partien zierten die Ostschweizer gar den Tabellenthron. «Es ist fast mehr, als wir es uns erträumt haben», sagt Michael Diener.

Der Captain des Inlinehockey-Club Thurgau weiss, wovon er spricht. Denn Diener ist nicht nur der dienstälteste Spieler des IHCT, sondern auch mit Abstand der erfahrenste Akteur. Der mittlerweile 37-Jährige hat ein riesiges Palmarès im Hockey-Sport gesammelt. Diener spielte während gut 17 Jahren in der Nationalliga Eishockey. Mit Kloten wurde er gar dreimal Schweizer Meister. Zu seinen Stationen zählte unter anderem auch der HC Thurgau.

Vor etwas mehr als 15 Jahren entdeckte der gebürtige Neuhauser (mittlerweile in Kreuzlingen wohnhaft) seine Liebe zum Inlinehockey. «Damals in der Sommerpause hat fast jeder Eishockey-NLA-Club eine Inlinehockey-Mannschaft gestellt», erzählt Diener. Es war der Beginn eines langen, erfolgreichen und immer noch anhaltenden Sommermärchens.

Für das Captain-Amt geschaffen

Diener gehörte über Jahre zum Stamm der Schweizer Inlinehockey-Nationalmannschaft. Er führte das Nationalteam als Captain zu mehreren WM-Medaillen und hat mittlerweile am drittmeisten Länderspiele in der Geschichte des Schweizer Inlinehockeys absolviert. Vor drei Jahren gab Diener eigentlich den Rücktritt aus der Schweizer Landesauswahl. Doch als er im letzten Sommer nochmals angefragt wurde, sagte er zu. Der sympathische zweifache Familienvater führte sein Team, wiederum als Spielführer, an der WM in Beroun (Tsch) zum Vizeweltmeister-Titel. Für die kommende Weltmeisterschaft hat Diener aber seinen Verzicht erklärt.

Letzte Saison NLB aufgemischt

In der letzten Saison mischten die Thurgauer Inlinehockey-Spieler unter anderem auch mit dem Frauenfelder Tobias Bucher (er spielt im NLA-Eishockey bei den Langnau Tigers) die NLB gehörig auf. Von 14 Qualifikationspartien verloren die Thurgauer lediglich zwei. In den vier Playoff-Spielen blieben sie gar unbesiegt und stiegen in die NLA auf. «Die Differenz von der NLB zur NLA ist massiv. Vor allem im taktischen, technischen und im physischen Bereich ist der Niveauunterschied gross. Dieser hängt auch damit zusammen, dass die NLA-Teams mit vielen Nationalliga-Eishockeyspielern gespickt sind», erzählt Diener.

Mit Reto Suri (Rapperswil-Jona Lakers), Daniel Rubin (Genf), Daniel Steiner (Lugano) und Julian Walker (Ambri) sind bekannte Schweizer Spitzen-Eishockeyaner mit dabei, um nur einige Namen zu nennen. Für Routinier Diener vom IHC Thurgau ist klar, dass es schwierig ist, gegen solche Gegner zu spielen: «Unser Ziel ist der Ligaerhalt.»

Stolz auf den IHC Thurgau

Diener ist stolz, ein Teil vom Club zu sein. Der IHCT mit einer, wie Diener sagt, «hervorragenden Infrastruktur», stellt auch das bisher einzige Damenteam der Schweiz. Und der neue Boden, welcher letztes Jahr in der Güttingersreuti verlegt worden ist, hat es Diener besonders angetan. «Es ist der sogenannte WM-Boden. Auf der gleichen Unterlage wird jeweils an den Weltmeisterschaften gespielt. Ich glaube die anderen Teams sind schon ein wenig neidisch auf unser Terrain», hält Diener schmunzelnd fest.

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