Die zwei Sichtweisen von Simon Ehammer und eine Topleistung von Chiara Scherrer – starke Ostschweizer am Meeting in Luzern

Am Meeting Spitzenleichtathletik Luzern wartet nebst Simon Ehammer und Chiara Scherrer auch Dominic Lobalu mit einer starken Leistung auf.

Jörg Greb aus Luzern
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Simon Ehammer nach dem Weitsprung.

Simon Ehammer nach dem Weitsprung.

Gian Ehrenzeller/Keystone

Seitdem Simon Ehammer verletzungsbedingt abgekommen ist vom Weg an die Olympischen Spiele als Zehnkämpfer, hat er weitergekämpft. Der 21-jährige Appenzeller setzte auf den Weitsprung. Nach der Schweizer Meisterschaft versuchte er es in Luzern ein zweites Mal an der Limite von 8,22 m. Vergeblich.

Das Multitalent mit einer Bestweite von 8,15 m aus dem Jahr 2020 blieb machtlos gegen die äusseren Umstände mit tiefen Temperaturen, Gegenwind, Regen. Fast alles sprach gegen herausragende Leistungen.
So scheiterte Ehammer. Rasch erkannte er aber auch Erfreuliches an seinem Resultat:

«Platz fünf in einem Topfeld mit Cracks mit Bestweiten von 8,50 m, das lässt sich sehen.»

Kommt hinzu, dass die Einbusse auf die persönliche Bestweite im Vergleich zu den Weltklassespringern verhältnismässig gering ausfiel. Und sich seine Sprünge durch eine beeindruckende Konstanz auswiesen. Bei Weiten zwischen 7,58 und 7,70 m landete er.

Auf dieser Basis will er aufbauen im Hinblick auf den (neuen) Saisonhöhepunkt, die U23-Europameisterschaften von Mitte Juli in Estland.

Chiara Scherrer freut sich über ihr starkes Rennen.

Chiara Scherrer freut sich über ihr starkes Rennen.

Urs Flüeler/Keystone

Persönliche Bestzeit für Chiara Scherrer

Auf einen Olympiastartplatz gesetzt hatte auch die Bütschwiler Steeple-Spezialistin Chiara Scherrer. Ihr Handicap: die Stressreaktion im Oberschenkel Ende Winter. Sie kostete sie sechs Wochen Lauftraining. Trotzdem glückte ihr über 3000 m Steeple eine persönliche Bestzeit von 9:40,30 Minuten – praktisch im Alleingang.

Ob die Leistung allerdings reicht, um doch noch ins Feld der Olympiateilnehmerinnen zu rutschen, ist fraglich. Nicht wie erhofft profitieren konnte Scherrer von ihrer Tempomacherin und Teamkollegin Fabienne Schlumpf. Die Steeple-Rekordhalterin und neue Marathon-Hoffnungsträgerin stieg nach 500 m wegen einem stechenden Schmerz im Fuss aus.

In Luzern angedeutet, wozu er fähig ist, hat der Südsudan-St.Galler Dominic Lobalu. Das 22-jährige Mitglied des LC Brühl steigerte sich über 5000 m um 17 Sekunden auf 13:34,18 Minuten – Kantonalrekord. Speziell für den Rohdiamanten: Er belegte im Rennen mit Weltmeister Jacob Kiplimo aus Uganda Rang neun. Lobalu ist überzeugt: «Das war nicht das Optimum.» Es könnte schon bald noch besser laufen.