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Die WM-Spielorte der Schweiz: Vom Don zur Ostsee und zurück zur Wolga

Die Schweiz bestreitet ihrer Vorrunden-Partien bei der WM in Rostow am Don, Kaliningrad und Nischni Nowgorod. Drei Städte, die ausserhalb von Russland nicht zu den bekanntesten gehören, aber einiges zu bieten haben.
Julien Oberholzer (sda)
Die Rostov Arena in Rostov am Don. (Bild: Tatyana Zenkovich/Keystone)

Die Rostov Arena in Rostov am Don. (Bild: Tatyana Zenkovich/Keystone)

Die Schweizer Nationalmannschaft wird Mitte Juni ihr Camp in Togliatti beziehen, der rund 700'000 Einwohner zählenden, für ihre Autoindustrie bekannte Stadt. Die 55-köpfige Delegation wird am Ufer der Wolga in einem Vierstern-Hotel logieren. Schwimmbad, Turnhalle, Fitness-Center und sogar ein Sandstrand sollen den Spielern ermöglichen, bestens vorbereitet in die Gruppenpartien zu gehen.

Rund 45 Minuten benötigt man mit dem Car, um zum Flughafen in Samara zu gelangen. Von dort aus sind die Spielorte Rostow am Don (1:35 Stunden entfernt), Kaliningrad (2:45) und Nischni Nowgorod (0:55) mit dem Flugzeug ohne Strapazen zu erreichen. Sollte die Schweiz als Gruppensieger in die Achtelfinals vorstossen, könnte sie zu diesem sogar hinfahren. Er findet in Samara statt.

Das WM-Stadion in Kaliningrad. (Bild: Nikolai Kharchenko/AP)

Das WM-Stadion in Kaliningrad. (Bild: Nikolai Kharchenko/AP)

Wer das Glück hat, als Zuschauer die Schweizer Nationalmannschaft an alle Gruppenspiele zu begleiten, wird drei sehr unterschiedliche russische Städte entdecken, deren Gemeinsamkeit sich fast nur auf die Bedeutung der nahe gelegenen Gewässer beschränkt. In Rostow ist es der langsam dahin fliessende Don, in Kaliningrad die Ostsee und in Nischni Nowgorod die Wolga, die den Lebensstil massgeblich beeinflusst haben und immer noch beeinflussen.

Die drei Stadien, deren Design sich an den Gewässern orientiert, wurden alle erst in diesem Frühjahr fertiggestellt. Jenes in Rostow am Don (45'000 Plätze) hat ein Dach, dessen Form an Wellen erinnert. Es liegt unmittelbar am Fluss. In Kaliningrad ist die Arena (35'212) einem Schiff nachempfunden, und in Nischni Nowgorod ist das Stadion von Wasser und Wind inspiriert. Die blau-weisse Fassade ist von Säulen umgeben. Die Schweiz spielt am 17. Juni in Rostow am Don gegen Brasilien, am 22. Juni in Kaliningrad gegen Serbien und am 27. Juni in Nischni Nowgorod gegen Costa Rica.

Das WM-Stadion in Nischnij Nowgorod. (Bild: Handout Fifa)

Das WM-Stadion in Nischnij Nowgorod. (Bild: Handout Fifa)

Kosaken, Cafés und Bars

Rostow am Don ist eine der wichtigsten Städte im Süden Russlands und wird als "Tor zum Kaukasus" bezeichnet. Das Asowsche Meer, ein Nebenmeer des Schwarzen Meeres, ist rund 50 Kilometer entfernt, eignet sich allerdings genauso wenig zum Baden wie der stark verschmutzte Don. Bei im Juni oft über 30 Grad bieten aber die Sandstrände, Cafés und Bars am Fluss ein Feriengefühl, wenn nicht - wie oft in Rostow - Regen fällt.

Das Zentrum der Stadt ist geprägt von einer Mischung von alten, reich verzierten Bauwerken und neuen gläsernen Wolkenkratzern. Die kosakische Kultur ist in der Millionenstadt und vor allem in der näheren Umgebung sichtbar. Auch auf dem Theaterplatz, wo während der WM die Fanzone liegt, sind spektakuläre kosakische Tänze und kulinarische Spezialitäten, insbesondere Flusskrebs und Räucherfisch, angekündigt.

Sandstrände, Meer und Klopse

Auch Kaliningrad bietet schöne Strände und den Vorteil, dass in der Ostsee auch das Baden problemlos möglich ist, wenn das Wetter mitspielt. Die Stadt war unter dem Namen Königsberg bis zum Ende des zweiten Weltkrieges ein wichtiges kulturelles Zentrum der Deutschen. Davon ist allerdings kaum mehr was zu sehen, weil die Innenstadt durch Bombenangriffe 1943 und 1944 fast vollkommen zerstört wurde. Der Dom mit dem Grab von Immanuel Kant ist eines der wenigen historischen Gebäude, das nach dem Weltkrieg restauriert wurde.

Am Interessantesten ist aber die Umgebung der zwischen Polen und Litauen gelegenen russischen Exklave mit den Sandstränden und Inseln. Auf einer von ihnen liegt das Stadion, mit etwas über 35'000 Plätzen eines der kleinsten der jüngeren WM-Geschichte. Die deutschen Einflüsse zeigen sich etwa beim Essen mit den Königsberger Klopsen.

Panzer, Bücher und Prachtbauten

In Nischni Nowgorod stammen die Einflüsse aus allen Epochen. Nicht umsonst gilt die fünftgrösste Stadt des Landes als Mekka der russischen Architektur. Der Kreml, die ummauerte Festung, zahlreiche Kirchen und sogar drei Klöster gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Millionenmetropole. Von 1930 bis 1991 war sie für Ausländer gesperrt, weil unter anderen Atom-U-Boote, Panzer und Kampfflugzeuge in der Region gebaut wurden.

Neben den prächtigen Bauten bietet die Altstadt auch einige skurrile Statuen, wie etwa jene von Jules Verne in einem Heissluftballon oder die einer abgemagerten Ziege. Weil Nischni Nowgorod, das von 1930 bis 1990 Gorki hiess, am Ufer der Wolga liegt, ist es zu einer der Hauptdestinationen des Flusstourismus geworden.

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