Die WM mit Italien als Ziel

Der Thurgauer Daniel Costa ist neuer Trainer der italienischen Unihockey-Nationalmannschaft. Dabei peilt der Weinfelder die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 in Schweden an.

Remo Fuchs
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Daniel Costa (r.) gibt neu die Anweisungen beim italienischen Unihockey-Nationalteam. (Bild: übc)

Daniel Costa (r.) gibt neu die Anweisungen beim italienischen Unihockey-Nationalteam. (Bild: übc)

UNIHOCKEY. Wenn der Unihockeyball über die Sommermonate stillsteht, dann dreht sich dafür das Transferkarussell umso mehr. Auf dieses ist auch der Weinfelder Daniel Costa aufgesprungen. Den Job als NLA-Trainer bei Rychenberg Winterthur hat er nach einer Saison aufgegeben. Der Aufwand war zu gross. «Ich sagte immer, dass für mich die Familie vor Beruf und Unihockey erste Priorität geniesst. Dem war nicht immer so», analysiert der 32-Jährige die strenge Zeit.

Costa zog es zurück zu Floorball Thurgau, wo er vor seinem NLA-Engagement, in der 1. Liga, als Trainer wirkte. Er wurde Coach bei den U21-Junioren. Doch damit nicht genug. Die Anfrage von seinem ehemaligen Schützling Diego Casagrande (spielte unter Costa bei Floorball Thurgau), ob er nicht am Posten des italienischen Nationaltrainers interessiert sei, weckte beim Produktmanager der Firma Denipro AG in Weinfelden Neugier. Mit einer schriftlichen Bewerbung an den italienischen Verband (Federazione Italiana Floorball) untermauerte der Thurgauer Coach sein Interesse. Nach einem eintägigen Vorstellungsgespräch in Mailand und Bedenkzeit lag der Vertrag bereit. Am 10. August setzte der Weinfelder die Unterschrift auf den befristeten Zweijahresvertrag bei der Squadra Azzurra.

Vaterland Italien

Costa freut sich auf die Aufgabe als italienischer Teilzeit-Nationaltrainer – nicht nur, weil italienisches Blut in seinen Adern fliesst (Vater Nicola stammt aus Sizilien), sondern weil ihn die Aufgabe reizt, auch konzeptionell zu wirken. Und Ziele fehlen dem Motivationskünstler sowieso nie: «Ich will Italien an die Weltmeisterschaft 2014 in Schweden führen. Zudem möchte ich die Sportart in Italien populärer machen.»

Der Weltverband IFF schreibt allen Nationalteams pro Jahr sechs offizielle Trainingszusammenzüge vor. Dazu will Costa noch vier freiwillige hinzufügen. Den ersten hat der Coach bereits hinter sich. Am 9. September traf er sein Team zum ersten Mal in Bozen in Südtirol. Im November wird der zweite Zusammenzug folgen. Vorgaben kriegt Cheftrainer Costa, mit seinen zwei italienischen Assistenten, nicht nur was die Trainings anbelangt. Auch die Anzahl, wie viele italienische Akteure er einsetzen muss, wird ihm vorgegeben. Mindestens die Hälfte des Kaders muss in der italienischen Liga spielen, besagt der Verband. Nicht ganz einfach, wenn man bedenkt, dass viele gute Spieler mit italienischen Wurzeln in der Schweiz spielen.

Selber aktiv bei Tägerwilen

In den freien Minuten, wo Daniel Costa mal nicht als Cheftrainer hinter der Bande amtet, steht er als Spieler beim UHC Tägerwilen im Einsatz. Auch beim 3.-Liga-Team ist der Thurgauer in führender Funktion tätig und gibt seine breite Erfahrung den Kameraden als Spielertrainer weiter.

An der Unihockey-Weltmeisterschaft der Männer vom 2. bis 9. Dezember in Bern und Zürich ist Italien nicht mit dabei. Doch Costa kann den Grossanlass nutzen, um als Nationalcoach der Italiener hinter die Kulissen zu schauen. Beste Vorbereitung und Motivation also, den steinigen Weg zum anvisierten Ziel, WM 2014 in Schweden, zu beschreiten.