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Die WM der Penaltys: Es wird so oft auf den Punkt gezeigt wie noch nie

Neun Penaltys in 15 Partien: An der WM in Russland gibt es so viele Elfmeter wie noch nie. Ein Mitgrund dafür ist der erstmals an einer Endrunde eingesetzte Videobeweis.
Sergio Dudli
Der Raum für den Videobeweis befindet sich in Moskau. (Bild: EPA)

Der Raum für den Videobeweis befindet sich in Moskau. (Bild: EPA)

Nur drei Minuten waren in der Partie zwischen Kolumbien und Japan gespielt, als Schiedsrichter Damir Skomina aus der Slowakei auf den Elfmeterpunkt zeigte und Kolumbiens Carlos Sanchez wegen eines absichtlichen Handspiels des Feldes verwies. Shinji Kagawa nahm dankend an und verwandelte den Penalty. Am Ende gewannen die Japaner 2:1.

Dem Rekord auf den Fersen

Der Elfmeter für die Japaner war bereits der neunte an dieser WM - und das nach nur 15 Spielen. Damit befindet sich die Endrunde in Russland auf dem Weg zu einer neuen Bestmarke. Vergleicht man die Weltmeisterschaften der vergangenen 20 Jahre, ergibt sich folgendes Bild:

Anzahl Penaltys an Weltmeisterschaften

201820142010200620021998Jahr051015

Die meisten Penaltys seit der WM 1998 gab es in Südafrika und Japan/Südkorea mit deren 14. Wobei zu beachten ist, dass diese 14 Elfmeter nach jeweils 64 Spielen dastehen. Somit bleiben den Mannschaften und den Schiedsrichtern in Russland noch 49 Partien, um mit sechs weiteren Elfmetern die alleinige Führung in dieser Statistik zu übernehmen. Die WM 2006 in Deutschland mit nur fünf Penaltys hat Russland bereits weit hinter sich gelassen.

Griezmann der erste Profiteur

Einen grossen Anteil an der Penalty-Flut hat der Video-Schiedsrichter (VAR). Erstmals zum Einsatz kam der Videobeweis in der Partie zwischen Frankreich und Australien (2:1), als Andres Cunha aus Uruguay ein Foulspiel im Strafraum an Antoine Griezmann übersah. Der gefoulte verwandelte den Elfmeter folglich.

In der nächsten Partie zwischen Peru und Dänemark (0:1) wiederholte sich das Ganze: Erneut liess der Schiedsrichter eine penaltywürdige Szene weiterlaufen, ehe er beim nächsten Unterbruch vom VAR (der 513 Kilometer entfernt in Moskau sass) auf das Foul aufmerksam gemacht wurde und den Peruanern einen Elfmeter zusprach. Hier die Szene im Video:

Lob für den Videobeweis

Nach dem Chaos, das in den europäischen Topligen aufgrund des Videobeweises geherrscht hatte, waren viele vor WM skeptisch gegenüber dem Einsatz der Technologie. Doch in Russland wird der Beweis nur bei schweren Fehlentscheiden eingesetzt. So gab es beispielsweise vor dem Ausgleichstreffer der Spanier gegen Portugal ein mögliches Foulspiel des späteren Torschützen Diego Costa, doch da es sich um keinen klaren Fehlentscheid handelte, verzichtete der VAR auf ein Eingreifen. Dafür gab es ein Lob von Gary Lineker, BBC-Moderator und ehemaliger Captain der englischen Nationalmannschaft:

VAR auf Seite der Schweiz

Ebenfalls profitiert von der Regelauslegung, dass der Videobeweis nur bei eindeutigen Fehlern zum Einsatz kommt, hat die Schweiz. Im Spiel gegen Brasilien erzielte Steven Zuber den Ausgleich, nachdem er sich bei einem Eckball mit einem kleinem Schubser den nötigen Freiraum verschafft hatte. Kein klarer Fehlentscheid. Kein Videobeweis. Eine brasilianische Tageszeitung fragte am nächsten Tag:

«Wo war der Videobeweis?»

Die Antwort gab Torschütze Zuber gleich selber. «Es war überhaupt kein Foul», so der Zürcher im Dienste von Hoffenheim nach dem Spiel. Die einen schreien Elfmeter, die anderen sehen in der Szene einen normalen Zweikampf. Und genau deshalb griff der VAR nicht ein.

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