Die vier besten Teams der Welt spielen in Wil

Tschechien, Finnland, Schweden und die Schweiz: Europas Elite im Unihockey der Frauen trifft sich dieses Wochenende in der Ostschweiz. Sie trägt im Wiler Bergholz die Euro Floorball Tour aus. Bei der Standortbestimmung vor der WM im Dezember ist auch die Niederuzwilerin Katrin Zwinggi mit dabei.

Andy Sager
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UNIHOCKEY. Das Turnier, bei dem sich die vier besten Teams Europas zweimal im Jahr gegenüberstehen, beginnt morgen um 20 Uhr gleich mit einer besonderen Aufgabe für das Schweizer Team: die Auftaktpartie gegen Schweden. Die Favoritinnen aus dem Norden sind die aktuellen Weltmeisterinnen. Bei der nächsten WM, die im Dezember dieses Jahres im finnischen Tampere stattfinden wird, peilen die Schwedinnen den fünften WM-Titel in Serie an. Die Euro Floorball Tour in Wil dient aber nicht nur den erfolgsverwöhnten Schwedinnen als Standortbestimmung, auch die Schweiz will «im Hinblick auf die WM schauen, was momentan machbar ist», wie Nationaltrainer Sascha Brendler sagt. «Unser Ziel ist es, zwei Siege einzufahren. Gegen wen, spielt keine Rolle.» Differenzierter sieht das die 44fache Internationale Katrin Zwinggi: «Tschechien müssen wir sicher besiegen. Und auch gegen Finnland wäre es schön, mal wieder zu gewinnen.» Gegen die Schwedinnen wolle man so gut als möglich bestehen. Wozu es dann reicht, lässt Zwinggi offen.

Zwinggi als Schweizer Meisterin

Für die 25-Jährige, die am vergangenen Wochenende mit Piranha Chur den Schweizer-Meister-Titel gewonnen hat, finden die Spiele quasi vor der Haustür statt. Die Niederuzwilerin, die zwar mittlerweile in Chur wohnt, freut sich besonders auf das Turnier in Wil: «In der Schweiz zu spielen ist immer schön – so nahe von zu Hause besonders. Sicher kommen so einige Angehörige, die den Weg nach Chur nicht auf sich nehmen.»

1100 Zuschauer wird die umfunktionierte Eishalle des Sportparks Bergholz fassen. Wenig wird aber an eine Eishalle erinnern. Die Gläser am Rand sind abgebaut, die Banden ausgetauscht und die Eisfläche abgetaut. Der Schweizer Verband richtet die Euro Floorball Tour zusammen mit den UHC Black Barons Wil aus. Der Verein verfolgt dabei das Ziel, den Unihockeysport über den Schulsport hinaus populär zu machen und aufzuzeigen, wie schnell und attraktiv er ist. Der Verband hat ähnliche Visionen, vergibt die Tour daher in jüngster Zeit vermehrt in ländlichere Regionen, wo mehr Potenzial besteht als in den städtischen Zentren.

Drei Rechnungen offen

Für beste Werbung ist auch sportlicher Erfolg nötig. Bei der letzten Austragung der Tour im Herbst 2014 in Prag mussten die Schweizerinnen drei Niederlagen hinnehmen. «Das zeigt, wie nahe die Plätze zwei bis vier zusammen sind. Man kann es sich nicht erlauben, einen schlechten Tag einzuziehen», sagt Coach Brendler. Die Plätze zwei bis vier machen normalerweise Finnland, Tschechien und die Schweiz unter sich aus. Der morgige Gegner Schweden ist zu stark. Ein Sieg der Schweiz käme einer Sensation gleich. Selbst bei einer Niederlage blieben den Schweizerinnen aber noch die Spiele gegen Finnland und Tschechien, um Werbung in eigener Sache zu machen.