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Die Vereinsnummer 12 904

Trotz ihres Aufstiegs in die NLA stehen die Spielerinnen Ruggell-Liechtensteins in der neuen Saison ohne Verein da. Der Equipe wurde am Ende eine Anmeldefrist zum Verhängnis.
Dominic Ledergerber

An der Generalversammlung des FC Ruggell-Liechtenstein vom 28. März teilte der Vorstand den Clubmitgliedern – insbesondere den NLB-Fussballerinnen – mit, dass er den Spitzenfussball der Frauen hauptsächlich aus finanziellen Gründen nicht mehr zu tragen gedenke. «Am 17. April sicherten die Vorstandsmitglieder den Verantwortlichen des Frauenfussball aber die Bereitstellung der Vereinsnummer 12 904 zu», berichtet Frauen-Trainer Peter Jud in einem Schreiben, das er den Medien zukommen liess. Die besagte Nummer ermöglichte den Frauen, bis zur Saison 2009/10 einen neuen Verein zu gründen.

Zu grosses Risiko

Unter Zugzwang gerieten die Frauen schliesslich, als der Vorstand diesen Entscheid am 15. Mai – neun Tage nach dem Aufstieg in die NLA – rückgängig machte. Der Dorfverein Ruggell könne den vielfältigen Anforderungen des Spitzenfussballs nicht mehr gerecht werden. Auch sei das finanzielle und rechtliche Risiko zu hoch, heisst es in einem Schreiben von Präsident Erich Büchel an die Spielerinnen. Diese standen nun nicht nur ohne Verein, sondern auch ohne Vereinsnummer da. «Nach dem Entscheid des Vorstands Mitte Mai gründeten wir in nur drei Wochen den FFC Liechtenstein-Rheintal», sagt Hanspeter Flori, Chef der Frauenabteilung. Eine solche sei vom Schweizerischen Fussballverband (SFV) vorgeschlagen und von der Gemeinde Ruggell gutgeheissen worden. Zudem schöpfte Flori Hoffnung, als ihm Béatrice von Siebenthal und Hanspeter Schelbli vom SFV eine Vereinsnummer und damit die Möglichkeit, die Saison 2008/09 in der NLA in Angriff zu nehmen, zusicherten. «Wenn wir diese Gewissheit von der Verbandsseite aus nicht gehabt hätten, hätten wir uns die Mühe erspart, einen Verein zu gründen», sagt Flori.

Der SFV liess aber verlauten, dass die Anmeldefrist bis zum 31. März massgebend gewesen sei. Damit waren die Bemühungen der Frauenabteilung von Beginn weg zum Scheitern verurteilt. «Wir konnten für Ruggell-Liechtenstein keinen Präzedenzfall schaffen. Dies hätte weitreichende Konsequenzen gehabt», sagt Von Siebenthal. So publizierte der SFV am 4. Juli auf der Homepage www.football.ch den Rückzug von Ruggell-Liechtensteins Frauenteam aus der NLA sowie den damit verbundenen Ligaerhalt von Rot-Schwarz Thun, das in der Barrage verloren hatte.

Masslose Enttäuschung

Neben der Enttäuschung über das jähe Ende der Erfolgsgeschichte bleibt die Wut, das Unverständnis über «die Sturheit der Verbände», wie sich Flori ausdrückt. Auch Hansruedi Wagner, der technische Leiter der Frauen, findet deutliche Worte. «Letzten Endes war alles von der Gunst des SFV und des OFV (Ostschweizerischer Fussballverband, Red.) abhängig. Aber diese versteckten sich hinter ihrer Anmeldefrist.» Auch Jud, der die Frauen in die NLA führte, ist masslos enttäuscht: «Die Funktionäre des FC Ruggell, SFV und OFV bodigten unseren sportlichen Erfolg. Das ist Betrug an den Spielerinnen.» Diese werden nun bei den NLB-Vereinen Rapperswil-Jona, St. Gallen, Staad oder Kirchberg Anschluss finden müssen. Sind diese Distanzen zu gross, bleibt ihnen wohl nur das Ende der fussballerischen Karriere. Mit Sicherheit vorbei ist die Zeit der Alternative FFC Liechtenstein-Rheintal. Diese wurde am Donnerstag, 10. Juli, in Vaduz nach gut einmonatigem Bestehen wieder aufgelöst.

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