Die Super League nimmt wieder Fahrt auf

Nach 63 Tagen Winterpause startet dieses Wochenende die Super League in die Rückrunde. Der FC Basel hat zwar acht Punkte Vorsprung für die verbleibenden 18 Runden, darf sich aber nicht zu sicher sein. Ebenso spannend wie die Titelentscheidung wird der Kampf gegen den Abstieg.

Andy Sager
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An der Tabellenspitze der Super League zieht Basel fast schon einsam seine Kreise. Die Verfolger haben acht Punkte und mehr Rückstand auf den Titelverteidiger. Sollten die Basler nicht unerwartet einbrechen, spielen Zürich, die Young Boys, St. Gallen und Thun unter sich die weiteren Europacup-Plätze aus. Nur vier Punkte trennen die vier Clubs. St. Gallen, das die neuerliche Qualifikation zur Europa League anstrebt, braucht nicht nur morgen gegen Zürich Punkte. Auch gegen formell schwächere Teams ist ein positives Ergebnis nötig, zumal die direkten Konkurrenten hier auch punkten werden.

Das grosse Gerangel ist im unteren Tableau zu erwarten. Die Grasshoppers liegen nur sechs Zähler vor dem Tabellenschlusslicht Luzern. Die weiteren Abstiegskandidaten heissen Vaduz, Sion und Aarau. Bei Letzterem brachte zuletzt ein Disput zwischen Trainer Sven Christ und seinem Spieler Daniel Gygax Unruhe. Anschaulich wurde der Zwist am vergangenen Samstag: Gygax erzielte beim Testspiel gegen Baden das 2:1 und feierte mit einer provozierenden Geste gegen Christ. Der Trainer liess sich das nicht gefallen und holte Gygax vom Platz. Aarau spielte zu zehnt fertig. Das Team gewann dennoch 4:1. Doch der Streit fördert den Teamgeist nicht.

Salatic soll Sion aus der Misere helfen

Auch Sion hinkt den Ansprüchen von Präsident Christian Constantin hinterher. Der Club versucht händeringend, sein Kader zu verstärken. Vero Salatic von den Grasshoppers steht im Fokus. Die reizvolle Aufgabe im Wallis dürfte dem ehemaligen Captain der Zürcher gerade recht kommen. Bisher sind sich die Vereine aber nicht einig. Es bleibt Zeit bis zum 2. März, dann schliesst das nationale Transferfenster. Bereits jetzt haben sich die Sittener mit Reto Ziegler namhaft verstärkt. An der Seitenlinie steht zudem mit Didier Tholot ein neuer Trainer, aber ein alter Bekannter in Sion.

Zwei Rückkehrer begrüsst Luzern. Tomislav Puljic hat im Sommer von Sportchef Alex Frei keinen Vertrag mehr erhalten. Nun ist Frei weg. Rolf Fringer hat übernommen und Puljic zurückgeholt. Fringer war es, der Puljic vor vier Jahren aus Kroatien zu Luzern holte. Nun soll er helfen, die anfälligste Defensive der Liga zu stabilisieren. Für die Offensive wurde Cristian Ianu verpflichtet. Der Stürmer wurde gerade für seine Verdienste mit Lausanne zum besten Spieler der Challenge League gekürt.

Bei den Grasshoppers ist die Anstellung von Pierluigi Tami als Nachfolger von Michael Skibbe der Coup. Der Coach hatte sich mit dem Einzug in den U21-EM-Final 2011 einen Namen gemacht. Es wird sich zeigen müssen, ob Tami auch mit dem hektischeren Umfeld eines Clubtrainers umgehen kann.

Interessant wird die Form von Vaduz sein. Die Liechtensteiner haben eine starke Hinrunde gezeigt, haben im Winter aber kaum Transfers getätigt. Nominell hat das Team nur drei Stürmer. Trainer Giorgio Contini sagt: «Für die Offensive sind nicht nur die Stürmer verantwortlich. Ich verlange, dass sich jeder am Offensivspiel beteiligt.» Das Saisonziel heisst Klassenerhalt.

Australiens bester Fussballer bei Thun

Apropos interessant: Den spannendsten Transfer des Winters hat Thun getätigt. Der Neu-Thuner Marco Rodrigo Rojas trägt den Spitznamen «Kiwi-Messi». Der 23jährige Neuseeländer hat in Australien auf sich aufmerksam gemacht und wurde dort zum Spieler des Jahres gewählt, vor einem gewissen Alessandro del Piero. Sportlich könnte Thun nun zum Höhenflug ansetzen. Finanziell sieht es aber düster aus. Präsident Markus Lüthi sagte gegenüber der «Berner Zeitung», dass Thun «vor dem Lichterlöschen» steht. Das Erreichen der Europa League würde helfen.

St. Gallens Daniel Lopar (in der Luft) hechtet vergeblich dem Ball nach. Das 3:3 gegen Vaduz vom November ist Sinnbild für die gute Vorrunde, die beide Teams gezeigt haben. (Bild: Urs Bucher)

St. Gallens Daniel Lopar (in der Luft) hechtet vergeblich dem Ball nach. Das 3:3 gegen Vaduz vom November ist Sinnbild für die gute Vorrunde, die beide Teams gezeigt haben. (Bild: Urs Bucher)

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