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Die Super-League nach einem Viertel der Saison: Ruhe in Basel, Krise in Thun

Ein Viertel der Super-League-Saison ist absolviert. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen: Wer ist Gewinner, wer Verlierer?
Markus Brütsch, Raphael Gutzwiller, Patricia Loher, Céline Feller und Daniel Wyrsch

1. FC Basel: Die wiedergefundene Ruhe

Endlich wieder Leader: Der FC Basel mit Kemal Ademi und Zdravko Kuzmanovic. (Peter Klaunzer/Keystone)

Endlich wieder Leader: Der FC Basel mit Kemal Ademi und Zdravko Kuzmanovic. (Peter Klaunzer/Keystone)

77 Runden lang hat der FC Basel darauf warten müssen. Doch seit dem 6. Spieltag steht der FCB wieder dort, wo er nach seinem Verständnis hin gehört: auf Platz 1. Das erste Viertel beschliesst er gar mit drei Punkten mehr als YB. Etwas, worauf vor der Saison kaum einer gewettet hätte. Aber auch etwas, das nicht erstaunt, wenn man die Entwicklung der Basler betrachtet. Trotz Turbulenzen im Sommer hat der Verein wieder gefunden, was ihn in den Meisterjahren auszeichnete: Ruhe. Selbst Verkäufe und Ausfälle von Leistungsträgern erschüttern Basel nicht. So kommt es, dass man dem FCB wieder ernsthaft zutraut, ein gehöriges Wort im Meisterrennen mitzureden.

2. BSC Young Boys: Eine neue Situation

Auch das neue YB überzeugt meist: Sieg im Spitzenspiel gegen Sion. (Urs Lindt/Freshfocus)

Auch das neue YB überzeugt meist: Sieg im Spitzenspiel gegen Sion. (Urs Lindt/Freshfocus)

Es war in diesem Sommer der erste grosse Umbruch, den die Young Boys einleiten mussten, seit sie zurück auf dem Thron des Schweizer Fussballs sind. Kevin Mbabu, Djibril Sow, Loris Benito und Steve von Bergen sind weg, Fabian Lustenberger, Vincent Sierro, Saidy Janko und Frederik Sörensen sind gekommen. Dass solch grosse Umbrüche nicht spurlos an einem Verein vorbeigehen, zeigt sich nun auch in Bern. Nach drei Remis in Folge fanden sie am Samstag gegen Sion immerhin zum Siegen zurück. Damit bleiben sie in der Meisterschaft ungeschlagen – was positiver klingt, als es ist. Denn für die Berner ist der Zweikampf mit Leader Basel nach zwei Jahren der Dominanz eine neue Situation.

3. FC St. Gallen: Zeidler findet Mischung und System

Überraschend erfolgreiche Ostschweizer: Jordi Quintilla (Mitte) jubelt über das 4:0 gegen Thun. (Gian Ehrenzeller/Keystone)

Überraschend erfolgreiche Ostschweizer: Jordi Quintilla (Mitte) jubelt über das 4:0 gegen Thun. (Gian Ehrenzeller/Keystone)

St. Gallen hat einen Lauf: Gegen Thun feierten die Ostschweizer den vierten Meisterschaftssieg in Folge. Die überzeugenden Leistungen kommen überraschend. Das Team ist jung. Gegen Thun betrug der Altersdurchschnitt 22,2 Jahre. Zudem verlor St. Gallen für diese Saison Leistungsträger wie Tranquillo Barnetta, Vincent Sierro oder Majeed Ashimeru. Nun machen Lukas Görtler, Victor Ruiz und eigene Junge wie Silvan Hefti oder Boris Babic die Abgänge vergessen. Trainer Peter Zeidler hat Mischung und System gefunden. So überzeugt das in einer Raute aufgestellte Mittelfeld mit Jordi Quintillà, Ruiz und Görtler sowie Jérémy Guillemenot.

4. FC Sion: Für einmal Ruhe

Einer der Schlüsselspieler beim FC Sion: Pajtim Kasami. (Laurent Gillieron/Keystone)

Einer der Schlüsselspieler beim FC Sion: Pajtim Kasami. (Laurent Gillieron/Keystone)

Stéphane Henchoz passt eigentlich gar nicht zum FC Sion. Er lässt keinen Spektakelfussball spielen, reisst keine grossen Sprüche. Vielleicht ist es aber gerade seine ruhige Art, die im Wallis endlich Ruhe bringt – zumindest vorübergehend. Der vormalige Xamax-Trainer hat rasch eine funktionierende Startelf gefunden, unter ihm blüht Pajtim Kasami wieder auf – und dabei spielen die beiden Neuzugänge Valon Behrami und Seydou Doumbia noch nicht einmal eine grosse Rolle. Fast hätte Sion den Rekord von 1983 eingestellt, als es letztmals sechs Mal in Serie siegte. Stattdessen verlor das Team gegen St. Gallen und in Bern. Damit stehen es nach einem Viertel der Saison an vierter Position.

5. FC Zürich: Ohne jede Konstanz

Enttäuschte Zürcher Spieler: Ein oft gesehenes Bild in dieser Saison. (Alessandro della Valle/Keystone)

Enttäuschte Zürcher Spieler: Ein oft gesehenes Bild in dieser Saison. (Alessandro della Valle/Keystone)

Vier Tage nach dem Debakel in Basel zeigte der FC Zürich gestern in Genf ein anderes Gesicht und nützte wie vor einer Woche gegen Thun den Umstand, dass der Gegner schon vor der Pause einen Spieler durch Platzverweis verlor. Der 1:0-Sieg kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der FCZ im ersten Saisonviertel den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurde, weder defensiv noch offensiv. Seine Leistungen sind viel zu inkonstant; auch, weil Trainer Ludovic Magnin auf der Suche nach einer Stammmannschaft zu oft rotiert. Mit Ausnahme von Mimoun Mahi haben die neuen Spieler – Willie Britto, Denis Popovic und Blas Kramer – bisher nicht überzeugt.

6. Servette FC : Ins Straucheln geraten

Zuletzt auf dem Sinkflug: Servette mit Steve Rouiller (vorne). (Bild: Pascal Muller/Freshfocus)

Zuletzt auf dem Sinkflug: Servette mit Steve Rouiller (vorne). (Bild: Pascal Muller/Freshfocus)

Das überlegen aufgestiegene Servette ist nach einem guten Saisonstart in den letzten vier Partien ins Straucheln geraten und hat nur noch zwei Punkte geholt. Warum der Schwung verloren gegangen ist, kann nur schwer ergründet werden. Die Genfer haben nach der Rückkehr in die Super League darauf verzichtet, gross aufzurüsten. Die Mannschaft ist daher eingespielt und mit einer zu grossen Belastung oder übermässigem Verletzungspech sind die Rückschläge nicht zu erklären. Servette ist unter Trainer Alain Geiger dennoch zuzutrauen, dass es sich aus dem Abstiegskampf heraushalten kann. Die solide Abwehr der Genfer mit nur 10 Gegentoren ist eine gute Basis dafür.

7. FC Luzern: Kleine Fortschritte

Es geht nur langsam vorwärts beim FC Luzern mit Neuzugang Ibrahima Ndiaye. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Es geht nur langsam vorwärts beim FC Luzern mit Neuzugang Ibrahima Ndiaye. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Der FC Luzern hat nach neun Runden neun Punkte auf dem Konto. Das war vor einem Jahr unter René Weiler genau gleich wie jetzt mit Trainer Thomas Häberli. Wieder ist das erste Saisonviertel nicht reibungslos verlaufen. Mit den Angreifern Ruben Vargas (zu Augsburg) und Christian Schneuwly (zu Lausanne) verlor der FCL Qualität. Captain Pascal Schürpf blieb zwar, hat aber an Torgefährlichkeit eingebüsst, genauso wie Blessing Eleke. Die Offensivzuzüge Margiotta und Ndiaye bringen aber frischen Schwung, der neue Goalie Müller ist eine Bank. Das Team geht den Weg der kleinen Fortschritte, Wunder sind nicht zu erwarten, aber zumindest der Ligaerhalt.

8. Neuchâtel Xamax: Plötzlich auf Rang 8

Abklatschen zum ersten Saisonsieg: Arbenit Xhemajli und Samir Ramizi. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Abklatschen zum ersten Saisonsieg: Arbenit Xhemajli und Samir Ramizi. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Just zum Abschluss des ersten Saisonviertels hat Neuchâtel Xamax gegen Lugano den ersten Sieg erkämpft. Das hat genügt, um den letzten Rang zu verlassen und auf den achten Platz vorzurücken. So gesehen ist aus dem Abstiegskandidaten Nummer 1 eine Mannschaft geworden, die sich plötzlich Chancen auf den Klassenerhalt ausrechnen darf. Auch wenn sie mit Ausnahme von gestern bisher meist wie ein Absteiger aufgetreten ist. Der neue Xamax-Trainer Joël Magnin lässt wie sein Vorgänger Stéphane Henchoz einen pragmatischen Defensivfussball spielen und vertraut darauf, dass in der Offensive Oldie Raphaël Nuzzolo weiterhin das eine oder andere Tor schiesst.

9. FC Lugano: Eine Riesenenttäuschung

Die Mannschaft von Lugano spielt derzeit schlecht, die Zuschauer laufen davon. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Die Mannschaft von Lugano spielt derzeit schlecht, die Zuschauer laufen davon. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Mit einem 4:0-Auswärtssieg gegen den FC Zürich war Lugano fulminant in die neue Saison gestartet und man dachte über den Tabellendritten der letzten Spielzeit: «Wow, die tolle Entwicklung unter Trainer Fabio Celestini geht einfach so weiter.» Niemals hätte man sich vorstellen können, dass die Tessiner in der Folge keinen Sieg mehr feiern und in acht Spielen zusammen genauso viele Tore erzielen würden, wie im Startspiel. In Lugano ist die Enttäuschung darüber riesig. Nur 2800 Zuschauer kamen gestern beim 0:1 gegen Xamax ins Cornaredo. Die Frage ist, wie lange der nicht für grosse Geduld bekannte Präsident Angelo Renzetti noch an Celestini festhält.

10. FC Thun: Vorne harmlos, hinten anfällig

Im Moment passt nichts zusammen beim FC Thun mit Stefan Glarner. (Gian Ehrenzeller/Keystone)

Im Moment passt nichts zusammen beim FC Thun mit Stefan Glarner. (Gian Ehrenzeller/Keystone)

Es ist beeindruckend, was Andres Gerber in seinen zehn Jahren als Sportchef Jahr für Jahr auf die Beine stellt. Wenn gute Spieler gehen, werden sie ideal durch junge und unerfahrene Spieler ersetzt. Diesmal aber scheint es, dass die Abgänge von Dejan Sorgic und Marvin Spielmann zu schwer wiegen. Offensiv ist Thun enorm harmlos. Rückkehrer Simone Rapp sucht noch seine Form und vergibt viele Chancen. Und zu allem Überfluss kommt noch eine anfällige Defensive dazu. Keeper Guillaume Faivre musste seinen Platz nach einem 0:4 gegen Servette räumen. Am Samstag verloren die Thuner auch mit der neuen Nummer 1, Andreas Hirzel, in St. Gallen mit 0:4.

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