«Die Stimmung war speziell»

Die SCL Tigers aus Langnau haben erstmals in ihrer Vereinsgeschichte die NLA-Playoffs erreicht. Mittendrin feierte der junge Thurgauer Eishockeyprofi Tobias Bucher mit.

Ruedi Stettler
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eishockey. Kurz nach seinem Wechsel von NLB-Qualifikationssieger Visp zu den SCL Tigers in die NLA meinte Tobias Bucher vor einigen Monaten: «Es wäre natürlich super, wenn ich mithelfen könnte, dass die Emmentaler erstmals die Playoffs erreichen würden.» Nach dem 3:2 bei Rapperswil war der langersehnte Traum der ultra-treuen Fans in Erfüllung gegangen.

Der mehrfache Nachwuchs-Internationale hatte gleich in seiner ersten Saison bei Langnau ein riesiges Erfolgserlebnis: «Ja, die Stimmung mitten in der Nacht war schon ganz speziell. Als wir so gegen ein Uhr in der Nacht vor dem Ilfis-Stadion eintrafen, standen da Tausende von Leuten und bereiteten uns einen einmaligen Empfang. Ihnen allen muss ein gewaltiger Felsbrocken vom Herzen gefallen sein. Jahrelang haben sie darauf gewartet und jetzt haben wir es im 14. Versuch endlich in die Playoffs geschafft.»

Buchers Wechsel vom Wallis ins Emmental kam dank dem neuen Langnauer Trainer John Fust zustande, der denselben Weg ging. Der junge Frauenfelder gibt unumwunden zu: «Natürlich war es zu Beginn eine grosse Hilfe für mich, dass der Coach mich und ich ihn kenne. Trotzdem behandelte er mich genau gleich wie alle anderen. Was absolut richtig ist.» Jetzt, da ein erster Schritt vorwärts gemacht ist, wie weit sind die Vertragsverhandlungen gediehen? Bucher wehrt ab: «Da ist noch gar nichts passiert.

Es steht mir zudem überhaupt nicht zu, allfällige Forderungen zu stellen. Ich warte ab, bis die Vereinsleitung mit mir das Gespräch sucht.»

In verschiedenen Linien

Natürlich würde der 178 cm grosse und 80 kg schwere und läuferisch starke Stürmer gerne beim Traditionsverein SCL bleiben. Dass er die Erwartungen in der höchsten Schweizer Klasse durchaus erfüllt hat, beweist die Tatsache, dass er immerhin 30 der 44 NLA-Partien absolviert hat. Und zudem noch drei Tore erzielte.

Zum Einsatz kommt er nämlich mit verschiedensten Partnern. In Rapperswil beispielsweise stürmte er in der gleichen Linie mit den Moggi-Zwillingen.

Logischerweise freuten sich im Rapperswiler Stadion die vielen mitgereisten Fans und sorgten für eine ausgelassene Stimmung. Die Spieler feierten eine Zeit lang mit, doch dann ging es ab in die Garderobe. John Fust analysierte in seiner ruhigen Art kurz den Match. Der am 3.

Februar 22 Jahre alt werdende Bucher gibt preis: «Er hat uns gratuliert und gleichzeitig aufgefordert, jetzt ja nicht nachzulassen. Es sei erst ein Teilziel erreicht. Das nächste heisst nun, den fünften Platz verteidigen.» Der Kanadier arbeitet viel mit jedem einzelnen Akteur im mentalen Bereich. «Er bringst uns weiter. Er hat uns das Siegenwollen richtiggehend eingeimpft. Immer und immer wieder hat er uns erklärt, dass wir uns vor keinem Gegner fürchten müssen. Diese Praxis fruchtet offensichtlich.»

Weiter in der WG

Dass es vor dem Triumph in Rapperswil eine Baisse zu überwinden gab, sieht der Thurgauer nicht so dramatisch: «Das hat das Umfeld und die Medien mehr beschäftigt als uns.» Tobias Bucher logiert weiterhin in Langnau zusammen mit seinem früheren Visper Teamkollegen Joel Genazzi: «Wir verstehen uns gut.» Über die Arbeitsteilung in dieser Wohn-Gemeinschaft sagt er nichts.

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