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Die Spieler des FC St. Gallen liefern in Sitten Antworten

Nach vier Partien in der Rückrunde findet sich der FC St. Gallen dort, wo er am Ende der Saison stehen will: in der oberen Tabellenhälfte. Ein erstes Fazit zeigt erstaunliche Wahrheiten.
Christian Brägger
St. Gallens Verteidiger Andreas Wittwer (Mitte) macht derzeit beste Werbung in eigener Sache. Links: Sions Ermir Lenjani. (Bild: Pascal Muller/Freshfocus)

St. Gallens Verteidiger Andreas Wittwer (Mitte) macht derzeit beste Werbung in eigener Sache. Links: Sions Ermir Lenjani. (Bild: Pascal Muller/Freshfocus)

Mit dem 2:2 im Tourbillon konnten die St. Galler zufrieden sein. Zweimal mussten sie in dieser Trutzburg des Fussballs einem Rückstand nachrennen, beide Male kamen sie zurück. Die Ostschweizer zeigten auf das 1:3 gegen Thun damit jene Reaktion, die, und das ist daran das Erstaunliche wie Erbauliche, von dieser Ausgabe des FC St. Gallen allgemein erwartet werden durfte. Die Berufspessimisten davon einmal ausgenommen.

Nicht wegzudenken aus der aktuellen Formation ist Andreas Wittwer. Dem 28-Jährigen beschied der Verein, den im Sommer auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Weil der Club wohl mit dem nach Wil verliehenen Nias Hefti auf seiner linken Verteidigerposition rechnet, oder mit dem bisher ungenügenden Slimen Kchouk, den Sportchef Alain Sutter im vergangenen Sommer für einen tiefen sechsstelligen Betrag verpflichtet hat. Und allenfalls mit Miro Muheim, der sich aber eher auf dem Flügel sieht. Da wäre also etwas gar viel der Konkurrenz – also muss Wittwer am Ende der Saison weichen.

Zeidler: «Man soll nie nie sagen»

In Sitten zeigte Wittwer ein gutes Spiel. Er könnte derzeit glatt als lebende Litfasssäule durchgehen, die vollgekleistert mit Plakaten seiner Person beste Werbung in eigener Sache betreibt. An diesem ewigen Witter, eingesetzt in jedem der 27 Saisonpflichtspiele, kommt St. Gallens Trainer Peter Zeidler nicht vorbei. Der Berner ist als Linksfuss auf der linken Abwehrseite ein rares Gut und für den Teamzusammenhalt so wichtig wie Tranquillo Barnetta, die beiden stehen sich nahe; bliebe Wittwer, hätte Barnetta vielleicht einen Grund mehr, um zu verlängern. Zeidler sagt mit einem Lächeln im Gesicht:

«Wittwer steigert sich immer weiter. Im Fussball soll man nie nie sagen. Warum soll Wittwer im August in der Europa League gegen Helsingborg nicht unser grünweisses Trikot tragen?»

Kritik an Bakayoko ist verstummt

In den vier Rückrundenspielen holten die St. Galler bei einer Niederlage bisher fünf Punkte. Das ist nicht perfekt, aber auch nicht schlecht, zumal die Gegner bis auf Sion in der ersten Tabellenhälfte zu finden und keine Nonvaleurs sind. Zeidler sagt:

«Wir wollten eigentlich mehr Punkte und auch in Sitten gewinnen. Die Entwicklung allgemein und jene der einzelnen Spieler jedoch stimmt. Sie geht nach vorne.»

Axel Bakayoko beispielsweise stand häufig in der Kritik – sie ist verstummt. Der Franzose, den Zeidler in der Vorrunde und zum Unverständnis anderer oft gebracht hat, nimmt Fahrt auf. Und er bereitet den Gegnern Probleme. So traf der 21-Jährige in den vergangenen drei Partien, auf dem Flügel ist er im Minimum eine gute Option. Und Zeidler sagt:

«Bakayoko hat allen gezeigt,
dass er ein Talent ist.»

Ebenfalls einen Schritt in die richtige Richtung hat Silvan Hefti gemacht nach der für ihn durchzogenen Vorrunde. Der Goldacher spielt auch um seine sportliche Zukunft, die nicht mehr lange FC St. Gallen heissen dürfte. Hefti ist in der Captainrolle angekommen, die Körpersprache ist positiv, seine jüngsten Auftritte sind es ebenso. Zudem führt er Leonidas Stergiou heran, das erst 16-jährige Grosstalent.

Die Jungen sind ohnehin jener Faktor, der dem FC St. Gallen Perspektiven gibt. Gegen Sion war die Startformation im Durchschnitt 23,5 Jahre jung, eingewechselt wurden der 20-jährige Muheim und der 21-jährige Dereck Kutesa. Das führt dazu, dass sich auf der Tribüne die routinierten Spieler wie Milan Vilotic oder Philippe Koch wiederfinden; ein Fakt, den die Clubführung eigentlich tunlichst vermeiden wollte, auch deshalb kam es zum Weggang von Roman Buess.

Gewiss ist das St. Galler Spiel nicht immer sattelfest, Wackler gibt es vorne wie hinten. In Sitten, wo die St. Galler weniger Ball­besitz hatten, funktionierte das Pressing nicht wunschgemäss, weshalb auch die Hintermannschaft mehr beschäftigt war. Vielleicht fehlte der Offensive die Eingespieltheit nach den Absagen Barnettas und Simone Rapps, der an einem Hexenschuss litt und den Jérémy Guillemenot vertrat. Der Genfer hat noch Steigerungspotenzial. Über Yannis Tafer, der einmal mehr enttäuschte, würde man das in dieser Form wohl nicht mehr sagen.

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