Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Sonnen- und die Schattenseite von Luka Modric

Luka Modric war stets ein stiller Held im Hintergrund der schillernden Stars wie. Durch die Auszeichnung zum Weltfussballer tritt der Kroate nun endgültig aus dem Schatten.
Pirmin Closse (SID), London
Der Beste: Luka Modric (Bild: Facundo Arrizabalaga (London, 24. September 2018))

Der Beste: Luka Modric (Bild: Facundo Arrizabalaga (London, 24. September 2018))

Mit der Trophäe für den besten Spieler des Planeten in der Hand wurde Luka Modric wieder zu einem kleinen Jungen. Im Moment seiner Krönung zum Weltfussballer des Jahres erinnerte sich der 33-Jährige mit leuchtenden Augen an seine Kindheit und wie er bei der WM 1998 der kroatischen Nationalmannschaft zugejubelt hatte. «Dieses Team hat uns den Glauben gegeben, dass wir Grosses erreichen können», sagte Modric mit brüchiger Stimme: «Hoffentlich können wir für die nächste Generation das Gleiche tun.» Denn Modrics Wahl zum neuen König der Fussball-Welt, die nach zehn Jahren die Regentschaft der Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi beendete, hat selbstverständlich viel mit Kroatiens sensationellem Finaleinzug bei der WM in Russland zu tun. Als Captain war der anschliessend zum besten Spieler des Turniers gewählte Mittelfeldstratege Herz, Hirn und Gesicht dieser Mannschaft. Einer Mannschaft, die dem kleinen Balkan-Staat 20 Jahre nach dem Bronze-Coup beim Turnier in Frankreich neue Helden bescherte.

Das Aushängeschild dieser neuen Heldengeneration stand am Montagabend auf der Bühne der prunkvollen Londoner Royal Festival Hall und dankte bescheiden allen, die ihm zu dieser Ehre verholfen hatten: Seinen kroatischen Teamkollegen vom WM-Final, seinen Mitspielern bei Champions-League-Sieger Real Madrid, seiner Familie, seinen Fans – und seinem Idol Zvonimir Boban. «Er war meine grosse Inspiration», sagte Modric über den Captain der legendären 1998-er-Mannschaft, der im Publikum Tränen der Rührung weinte.

Der oft schüchtern wirkende Modric ist weder ein schillernder Torgarant wie Ronaldo, noch ein dribbelnder Zauberer wie Messi. Er ist einer, der den vorletzten oder den letzten Pass spielt – und damit die Bezeichnung «Spielmacher» oft mehr verdient als so mancher Offensivkünstler.

Nur zweimal war der Preis zuvor nicht an einen ausgewiesenen Offensivspieler gegangen. 2006 beim Triumph des italienischen Verteidigers Fabio Cannavaro und bei der ersten offiziellen Vergabe 1991 an Lothar Matthäus.

Es gibt bei Modric aber auch eine Schattenseite. Wenige Tage vor der Gala in London hatte er sich wegen Steuerhinterziehung in zwei Fällen für schuldig erklärt und eine achtmonatige Haftstrafe akzeptiert, die er allerdings nicht antreten muss. Dazu hatte er sich 2017 wegen vermeintlicher Falschaussage im Prozess gegen den kroatischen Fussball-Paten Zdravko Mamic vor Gericht verantworten müssen.

Der entthronte Ronaldo war der Veranstaltung, derweil fern geblieben. Wie schon Ende August bei Modrics Auszeichnung als Europas Fussballer des Jahres durch die Uefa sparte sich der Portugiese eine Gala, bei der er ohnehin nicht geehrt würde.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.