St.Otmar vor dem Spitzenspiel gegen Schaffhausen: Die sieben Säulen der Siegesserie

Die St.Galler Handballer spielen am Dienstag um 19.30 Uhr in der Kreuzbleiche mit viel Selbstvertrauen gegen die Kadetten.

Ives Bruggmann
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Kreisläufer Tobias Wetzel (rechts) ist ein Schlüsselspieler bei St.Otmar.(Bild: Michel Canonica)

Kreisläufer Tobias Wetzel (rechts) ist ein Schlüsselspieler bei St.Otmar.
(Bild: Michel Canonica)

Seit dem 22. September und der Niederlage gegen Pfadi Winterthur reihten St.Otmars Handballer zehn Siege aneinander. Drei im Cup, sieben in der NLA. Durch diese Erfolgsserie haben sich die Handballer das Spitzenspiel vor heimischer Kulisse in der Kreuzbleiche gegen Serienmeister Kadetten Schaffhausen verdient.

Fährt St.Otmar dort fort, wo es zuletzt aufgehört hat, sind auch gegen den Tabellenzweiten zwei Punkte möglich. Die aktuelle St.Galler Siegesserie gründet auf sieben Faktoren.

Heimstärke

Das Team von Spielertrainer Bo Spellerberg hat in dieser Saison alle Spiele in der Kreuzbleiche gewonnen. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass St.Otmar den zweithöchsten Zuschauerschnitt der Liga hat. Die beiden Topspiele gegen Kadetten Schaffhausen und am Samstag gegen Pfadi Winterthur dürften den bisherigen Mittelwert von 896 pro Partie in die Höhe schnellen lassen.

Routine im Rückraum

Das Prunkstück im St.Galler Ensemble ist der Rückraum. Regisseur Andrija Pendic, Spellerberg und Linkshänder Rares Jurca lassen die gegnerischen Defensiven regelmässig verzweifeln. Wird einer aus diesem Trio besonders eng gedeckt, ergeben sich Freiräume für die anderen – ein Teufelskreis. Oder aus St.Otmars Sicht: ein Glücksfall.

Von dieser Routine im Rückraum profitiert auch Kreisläufer Tobias Wetzel, der viele Treffer erzielt und unzählige Penaltys herausholt.

Trainerteam

Seit dieser Saison entlastet der ehemalige österreichische Nationalspieler Andy Dittert Spielertrainer Spellerberg während der Partien als Coach. Diese Massnahme fruchtet gleich in doppelter Hinsicht. Cheftaktiker Spellerberg kann sich während der Spiele auf seine eigene Leistung konzentrieren. Dittert kombiniert Expertise und Leidenschaft so, dass es die Equipe weiterbringt.

Defensive

Zwar ist die Verteidigung St.Otmars gemessen an Gegentreffern nur die sechstbeste der Liga, im Vergleich zum Vorjahr hat sie sich aber deutlich gesteigert. Abwehrchef Frédéric Wüstner geht mit vollem Einsatz voran. Im Tor steht mit Aurel Bringolf ein aktueller Nationalgoalie. Hält er seine Form, dürfte er die Schweiz an der EM im Januar vertreten. Bringolf ist jederzeit in der Lage, eine Partie mit seinen Paraden in die gewünschten Bahnen zu lenken.

Fitness

In diesem Bereich machte Spellerberg zu Beginn seiner Amtszeit ein grosses Entwicklungspotenzial aus. So langsam scheint sich St.Otmar in Sachen Kraft und Kondition nach den Vorstellungen des 245-fachen dänischen Internationalen zu entwickeln. Eine Kostprobe gaben die St.Galler am vergangenen Mittwoch im Cup ab. Gegen Wacker Thun legten sie in der Verlängerung nochmals zu und gewannen – trotz des dezimierten Kaders.

Taktik

Spellerberg ist ein Verfechter des Überzahlspiels. In dieser Spielzeit darf die 7:6-Variante mit zusätzlichem Feldspieler getrost als Waffe St.Otmars bezeichnet werden. Dank fehlerarmer Ausführung der taktischen Vorgaben des Trainers ist die Erfolgsquote derzeit nahezu bei 100 Prozent.

Im Cupviertelfinal in Thun vertraute der Spielertrainer auch in der entscheidenden Phase auf diese Variante. Das Risiko wurde mit dem Sieg belohnt.

Automatismen

Es ist die zweite Saison nacheinander mit nahezu unverändertem Kader. Im Sommer kam einzig Linkshänder Jurca dazu, der eindeutig eine Verstärkung ist. Die Spieler verinnerlichen Spellerbergs Spielweise immer mehr. Die Anzahl der Technischen Fehler ist deutlich gesunken. Auch die Defensive entwickelte sich zu einer verlässlichen Konstante. Steigert sich St.Otmar in diesem Bereich weiter, ist vieles möglich.