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Die Schweizer WM-Eishockeyaner haben durchaus Halbfinal-Chancen

Die Schweizer Nationalmannschaft steht nach dem 5:1-Sieg im abschliessenden Gruppenspiel gegen Frankreich zum zweiten Mal in Folge im WM-Viertelfinal. Der Gegner am Donnerstag ist Finnland.
Klaus Zaugg
Der Schweizer Sven Andrighetto (in Rot) im Spiel gegen Frankreich (hinten Alexandre Texier). Bild: Andy Müller/Freshfocus (Kopenhagen, 15. Mai 2018)

Der Schweizer Sven Andrighetto (in Rot) im Spiel gegen Frankreich (hinten Alexandre Texier). Bild: Andy Müller/Freshfocus (Kopenhagen, 15. Mai 2018)

Hat die Schweiz im Viertelfinal gegen Finnland eine Chance? Nach einem Augenschein vor Ort lautet die Antwort: Ja, die Schweiz kann Finnland besiegen.

Zuerst die Fakten, dann die Spekulationen. Also: die Schweizer haben die Pflicht gegen ein «Operetten-Frankreich» erfüllt, 5:1 gewonnen und spielen am Donnerstag gegen Finnland um den Einzug in die Halbfinals.

Und nun zu den Spekulationen für diesen Viertelfinal. Mehr als Statistiken sagt uns nach einer Bahnreise von Kopenhagen nach Herning der Match der Finnen gegen die USA um den Gruppensieg. Der Sieger dieser Partie bekommt im Viertelfinal ... eben die Schweiz als Gegner. Oder aus Sicht der finnischen Hockey-Öffentlichkeit: ein Freilos für die Halbfinals. Der Optimismus ist auch historisch begründet: Letztmals hat Finnland gegen die Schweiz an einem Titelturnier 1988 (Olympische Spiele) in Calgary verloren (1:2). Die letzte WM-Niederlage ist noch länger her: 1972 in Prag (2:3). Aber auch die Gegenwart macht den Finnen Mut: in Finnland herrscht Freude über einen taktischen Frühling. Während der letzten Jahre haben die Finnen mit defensivem Hockey gelangweilt, das unter Nationaltrainer Kari Jalonen (heute SC Bern) perfektioniert worden ist. Taktisch hochklassig und meist erfolgreich. Aber zu wenig fürs Gemüt.

Der aktuelle Nationaltrainer Lauri Marjamäki – zuvor Jalonens Assistent – ist nach der letzte WM (1:4 im Halbfinal gegen Schweden, 3:5 im Bronze-Spiel gegen Russland) und dem olympischen Turnier (0:1 im Viertelfinal gegen Kanada) arg in die Kritik geraten. Nicht nur wegen der Resultate. Schlimmer noch war das Hockey, das er spielen liess. Nächste Saison übernimmt er Jokerit Helsinki, und nun ist Wiedergutmachung angesagt. Resultatmässig und vor allem mit besserem, aktiverem, offensiverem, kreativerem Spektakel-Hockey.

Die Schweizer Fehlerquote muss reduziert

werden Der Stilwechsel von Defensiv auf Offensiv ist nicht ohne Risiko. In Dänemark haben die Finnen die Partien verloren, die sie hätten gewinnen müssen (Dänemark, Deutschland) und dafür die Partien gegen die Titanen grandios gewonnen. Gegen die Kanadier (5:1) und nun gegen die USA gleich 6:2. Gegen die Amerikaner ist am Dienstag gar das perfekte Spiel gelungen. Smart, blitzschnell in der Reaktion auf gegnerische Fehler, schon fast provozierend cool im Abschluss und abgesichert von Harri Sateri, einem Weltklassegoalie.

Haben die Schweizer gegen diese spielerische Herrlichkeit eine Chance? Ja. Erstens haben die Schweizer fast gleich viel Talent und mindestens gleich viel NHL-Power. Zweitens sind die Finnen defensiv bei weitem nicht so stabil wie etwa die Schweden. Mit dem Tempo, der Wucht und dem Mut, den die Schweizer beispielsweise gegen Russland gezeigt haben, können sie diesen Gegner ins Wanken bringen. Drittens unterschätzen die Finnen die Schweiz. Das scheint auf den ersten Blick vielleicht nicht so.

Folgender Dialog (gekürzt wiedergegeben) entwickelt sich nach dem Spiel gegen die USA mit einem Journalisten: «Haben Sie nun ein Freilos für den Halbfinal gewonnen?» «Wie bitte?» «Ein Freilos für den Halbfinal?» «Aha. Nein, nein, ganz und gar nicht. Die Schweizer haben ein so gutes Team und dieser Genoni ist ein so guter Torhüter. Ich mag auch Coach Patrick Fischer und seinen Stil.» Coach Lauri Marjamäki tut alles, um den Eindruck zu vermeiden, er unterschätze die Schweizer. Und doch gilt: Die ganz grosse Chance ist und bleibt, dass die Finnen die Schweiz unterschätzt. Es ist in Finnland so unvorstellbar, gegen die Schweiz zu scheitern, wie für die Schweiz eine Niederlage gegen Frankreich unvorstellbar war. Aber möglich wird der Halbfinal nur, wenn die Schweizer die grosse Schwäche unter Trainer Patrick Fischer endlich überwinden: die zu hohe Fehlerquote.

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