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Die Schweizer Sorgenkinder

Die Schweiz spielt am Samstag den EM-Achtelfinal gegen den Zweiten der Gruppe C. Die Mannschaft trifft entweder auf Deutschland, Polen oder Nordirland. Um eine Siegchance zu haben, braucht sie das, was ihrem Spiel bisher fehlt: Tore.
Andreas Ineichen/Montpellier
Bild: ANDREAS INEICHEN/MONTPELLIER

Bild: ANDREAS INEICHEN/MONTPELLIER

FUSSBALL. Es war gut eine Stunde alt, dieses 0:0 gegen Frankreich in Lille, als er im Bauch des Stade Pierre-Mauroy am Treffpunkt zwischen den Protagonisten und Journalisten auftauchte. Valon Behrami sagte: «Unser Start war nicht so gut. Danach fanden wir zunehmend besser in die Partie. Aber unserem Spiel fehlen vor allem die letzten zwanzig Meter.» Gegen den EM-Gastgeber hat die Schweiz nicht eine einzige Torchance zu Stande gebracht. Ein torloses Unentschieden war folglich das Optimum, das sie herausholen konnte. In den drei Gruppenspielen gegen Albanien, Rumänien und Frankreich hat die Schweiz insgesamt zwei Tore erzielt. Beide auf Eckbälle: Innenverteidiger Fabian Schär traf mit dem Kopf zum Siegtor im Startspiel, Admir Mehmedi mit einem herrlichen Abschluss zum 1:1 gegen Rumänien. Aber aus dem Spiel heraus ist die Schweiz, die erst einen Treffer auf einen Penalty hinnehmen musste, nach wie vor erfolglos.

Wer soll also im Schweizer Team die Tore erzielen? Um das zu erreichen, was Granit Xhaka, der in seiner Rolle als Taktgeber und Organisator im defensiven Mittelfeld an dieser EM richtig aufblüht, ankündigte? Im Brustton der Überzeugung sagte er: «Unser Ziel ist das Vorrücken in die Viertelfinals.» Die Kummerbuben heissen im Spiel nach vorne:

Xherdan Shaqiri (56 Länderspiele/17 Tore): Von dem Einzelspieler, dem man es am meisten zutraut, dass er etwas Aussergewöhnliches schaffen kann, kommt zu wenig. Bis jetzt ist der rechte Mittelfeldspieler bloss neben dem Platz aufgefallen, als er vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Rumänien sein gekränktes Ego zur Schau stellte, weil er sich bei der Bestellung des Captain-Teams von Trainer Vladimir Petkovic übergangen fühlte. Auf dem Platz glückte ihm bis auf den Corner zum 1:0 gegen Albanien kaum etwas, nicht einmal mehr ein Dribbling glückt ihm. Shaqiri sagte: «Wir müssen einen Tick schneller spielen, mehr Pässe nach vorne suchen. Wie das Spiel aller Offensivleute leidet auch meines darunter.» Trotzdem: Von ihm müssen mehr Akzente kommen.

Admir Mehmedi (45/5): Dem linken Offensivspieler gelang gegen Rumänien genau zu jenem Zeitpunkt das 1:1, als Petkovic der Geduldsfaden gerissen war und er Mehmedi durch Breel Embolo ersetzen wollte. Es hätte sein persönliches Turnier-Ende sein können. Man merkt ihm an, dass er gegen Ende Saison mit Leverkusen eine persönlich schwierige Zeit durchmachte. Ihm fehlt das Selbstvertrauen, die Überzeugung, die Selbstverständlichkeit. Bis aufs Tor gelang ihm bislang kaum etwas.

Breel Embolo (13/1): In seinem ersten Einsatz von Beginn weg an einer Endrunde hat der 19-Jährige gegen Frankreich nicht den Nachweis erbringen können, dass er als Sturmspitze das Problem des Toreschiessens beheben kann. Embolo hatte zwar zwei, drei gute Ansätze zu bieten, um das Offensivspiel anzukurbeln – aber gegen grosse Nationen auf diesem Niveau scheint ihm die körperliche Robustheit zu fehlen, um sich in den Zweikämpfen durchsetzen zu können.

Haris Seferovic (33/7): Er kam gegen Albanien und Rumänien zu zwei je ausgezeichneten Torchancen, doch getroffen hat er an einer EM noch nie. Diese Endrunde ist für ihn Sinnbild einer verkorksten Saison mit Eintracht Frankfurt. Dem Bundesligaclub verhalf Seferovic erst im Rückspiel der Barrage gegen Nürnberg zum Ligaerhalt. Ein versöhnlicher Abschluss zwar, doch die Selbstverständlichkeit des Toreschiessens ist damit bei ihm noch nicht zurückgekehrt. Mit seiner Qualität, ins Spiel eingebunden und den Ball halten zu können, kann er eine gute Option für die Achtelfinals sein.

Eren Derdiyok (52/10): Mit seinen 13 Toren und fünf Vorlagen in 31 Süper Lig-Spielen mit Kasimpasa hat er zwar eine schöne Bilanz vorzuweisen. Doch gespielt hat er an dieser EM noch keine Minute. Aus nachvollziehbarem Grund: Derdiyok ist ein klassischer Torjäger, der vor allem dann zur Geltung kommt, wenn die eigene Mannschaft das Spiel bestimmt und viele Bälle in den gegnerischen Strafraum bringt. Aber genau das ist der Schweiz bis jetzt nur unzureichend gelungen.

Alle EM-Infos auf unserem Special www.tagblatt.ch/euro2016

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