Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft macht einen ersten Schritt Richtung EM-Qualifikation

2:0 gewonnen in Georgien, viele Geschichten auf Schweizer Seite: ein Trainer mit den richtigen Eingriffen, ein Verteidiger als bester Mann, ein Captain, mit dem weiter zu rechnen ist. Und morgen kommen in der EM-Qualifikation die Dänen.
Christian Brägger
Geschafft! Fabian Schär, Stephan Lichtsteiner, Vladimir Petkovic, Steven Zuber (von links). (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Tiflis, 23. März))

Geschafft! Fabian Schär, Stephan Lichtsteiner, Vladimir Petkovic, Steven Zuber (von links). (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Tiflis, 23. März))

Die Schweiz hat geliefert. Das 2:0 ist der gewünschte positive Auftakt in die EM-Qualifikation, der sie vorerst in eine gute Position bringt in der Gruppe D. Zumal Irland und Dänemark die Reise hinter den Kaukasus und der Auftritt in der Tiflis-Arena vor vielen enthusiastischen Zuschauern noch bevorsteht. Diese Prüfung müssen die beiden ärgsten Widersacher im Kampf um die beiden Plätze für den direkten Weg an die EM erst einmal bestehen.

Steven Zuber: Der Lauf

Steven Zuber wächst an seinen Aufgaben im Club mit dem abstiegsbedrohten VfB Stuttgart, für den er in der Bundesliga trifft und trifft und trifft. An die Schwaben ist Zuber für die Rückrunde von Wolfsburg verliehen, bald wollen alle Beteiligten zusammensitzen und die mittelbare Zukunft regeln, ein Verbleib über die Saison hinaus ist denkbar. Aber der Offensivspieler wächst auch an seinen Aufgaben im Nationalteam und mausert sich langsam zur festen Grösse in der Stammformation.

Der 27-Jährige hat auf der linken Seite Profit geschlagen aus der Absenz Admir Mehmedis an der WM im Vorjahr, und erneut in Georgien in der zweiten Halbzeit, in der er sich steigerte. Er stellte die Weichen mit seinem Tor auf Sieg, natürlich traf er mit dem rechten Fuss, mit dem er wunderbare Dinge vollbringt, die andere nicht vollbringen können. Aus Steven Zuber wird dann Steven Zauber. So nennt er sich auf Instagram, den Kosenamen gaben ihm in der Jugend einst die Fussballkollegen bei den Grasshoppers. Zuber sagte: «Die tägliche Arbeit zahlt sich aus, doch für mich soll es noch viel, viel weiter gehen. Ich stecke mir keine kleinen Ziele. Weil man ansonsten nur Kleines erreicht.»

Stephan Lichtsteiner: Die Rückkehr

In seinem 104. Länderspiel bewies Stephan Lichtsteiner, dass er immer noch da ist. Und dass mit dem Captain der Schweizer Nationalmannschaft weiter zu rechnen ist, morgen ab 20.45 Uhr in Basel gegen die Dänen, im Final Four im Juni in Portugal, vielleicht an der EM im nächsten Sommer. Sofern sich die Schweiz ihrem Credo entsprechend für die Endrunde qualifiziert. Das wiederum dürfte Michael Lang oder Kevin Mbabu einschränken, die Aspiranten auf Lichtsteiners Position; es ist kaum anzunehmen, dass Nationaltrainer Vladimir Petkovic weiterhin drei rechte Verteidiger nominieren wird. Lichtsteiner spielte in Tiflis mit Leidenschaft und einen soliden Part, auf der rechten Seite hatte er seine schlechteren und besseren Momente, defensiv wie offensiv, doch das Positive überwog. Einzig das ärgerliche Reklamieren beim Schiedsrichter, das wird er auch im Alter von 35 Jahren nicht mehr abstellen. Aber dann wäre Lichtsteiner auch nicht mehr Lichtsteiner.

Fabian Schär: Die Kopfschmerzen

«Halb so schlimm», sagte Fabian Schär nach dem Spiel. Dabei musste er am meisten leiden, der Schädel brummte noch lange nach dem Zusammenprall in der 24. Minute mit dem Georgier Jemal Tabidze. Kurzzeitig wurde es sogar hektisch, weil die Gefahr bestand, dass Schär seine Zunge verschluckt hatte. Das war zum Glück nicht der Fall, und die Schweiz brauchte ihn ja noch.

Der Innenverteidiger biss auf die Zähne und schwang sich zum besten Mann des Spiels empor. Mit seinem weiten, raumöffnenden Pass stand der Ostschweizer am Ursprung des ersten Tores, sein Dribbling war die Initialzündung für den zweiten Schweizer Treffer. Für solche Aktionen braucht es Mut und Können, die Leistungen im Club mit Newcastle tun Schär gut und geben ihm Auftrieb. Er steht damit als Idealfall stellvertretend für viele Schweizer, die im Vereinsalltag mit teilweise bemerkenswerten Leistungen Selbstvertrauen tanken und mit viel Positivität in die Nationalmannschaft kommen.

Vladimir Petkovic: Der Riecher

Petkovic wollte das 2:0 nicht überbewerten – und sprach von einem ersten Schritt. Zuber sagte, die Schweiz sei eine grosse Nation und oft der Favorit. Weswegen tiefer eingestufte Gegner wie Georgien ein Abwehrbollwerk gegen die Schweiz aufziehen würden. Es ist auch der Verdienst des Nationaltrainers, dass sich die Schweizer seit viereinhalb Jahren in diesen nicht immer einfachen Begegnungen einen Automatismus und eine Selbstverständlichkeit angeeignet haben, irgendwann ein Tor zu erzielen und jedes Mal zu gewinnen. Zwar haben sie oft Mühe, in die Partie und den Rhythmus zu finden – auch gegen Georgien. Und es ist rätselhaft, weshalb das so ist.

Doch Petkovic kann ein Spiel gut lesen, schon oft hatte er den richtigen Einfall in den 51 Länderspielen (30 Siege, 12 Niederlagen) an der Seitenlinie. Der Tessiner wechselt dann zwischen den verschiedenen Spielsystemen, die seine Mannschaft beherrscht; die Dreier- oder Viererabwehr bringen ihr Variabilität und Flexibilität und damit Vorteile in Tiefe wie Breite. Oder er wechselt sein Personal während des Spiels und damit manchmal auch den Sieg ein; gegen Georgien brachte die Hereinnahme Albian Ajetis für Mario Gavranovic den Schweizern neuen, zusätzlichen Schub. Zudem hat es Petkovic geschafft, den Konkurrenzkampf nach der WM zu schüren und dem Kader mit neuen, jungen Akteuren mehr Breite zu geben. Auch sagt er, es gehe um Kontinuität und Vertrauen, weswegen es in nächster Zeit kaum weitere Debütanten in der Na­tionalmannschaft geben wird. Kontinuität und Vertrauen, das sind gute Weg­gefährten.

1. Runde, Samstag: Georgien – Schweiz 0:2 (0:0). Gibraltar – Irland 0:1 (0:0).

2. Runde, Dienstag, 20.45 (SRF 2): Schweiz – Dänemark in Basel. Irland – Georgien in Dublin.

Die Noten der Schweizer im Spiel gegen Georgien:

Yann Sommer, Note 4.5: Ist im Spielaufbau mehr gefordert denn als Torhüter. Machte das souverän. Muss nur einmal wirklich eingreifen. (Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus, Tiflis, 23. März 2019)Yann Sommer, Note 4.5: Ist im Spielaufbau mehr gefordert denn als Torhüter. Machte das souverän. Muss nur einmal wirklich eingreifen. (Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus, Tiflis, 23. März 2019)
Stephan Lichtsteiner, Note 4.5: Engagierte Leistung des Captains. Seine Leidenschaft ist bemerkenswert. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)Stephan Lichtsteiner, Note 4.5: Engagierte Leistung des Captains. Seine Leidenschaft ist bemerkenswert. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)
Fabian Schär, Note 5.5: Tolle Pässe (zwei Assists) und starkes Zweikampfverhalten. Und das trotz frühem Zusammenspiel. Mann des Spiels. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Fabian Schär, Note 5.5: Tolle Pässe (zwei Assists) und starkes Zweikampfverhalten. Und das trotz frühem Zusammenspiel. Mann des Spiels. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
Manuel Akanji, Note 5: Gewinnt jedes Laufduell in der Defensive. Hervorragende Spielauslösung. Souverän von Anfang bis Ende. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Manuel Akanji, Note 5: Gewinnt jedes Laufduell in der Defensive. Hervorragende Spielauslösung. Souverän von Anfang bis Ende. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
Ricardo Rodriguez, Note 4.5: Hatte schon bessere Partien. Ein paar seltene Fehler. Aktiver Start, dann nimmt der Einfluss nach vorne etwas ab. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Ricardo Rodriguez, Note 4.5: Hatte schon bessere Partien. Ein paar seltene Fehler. Aktiver Start, dann nimmt der Einfluss nach vorne etwas ab. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
Denis Zakaria, Note 5: Findet erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel. Je länger, desto dominanter. Entscheidet mit seinem Tor das Spiel. (Bild: EPA/ZURAB KURTSIKIDZE, Tiflis, 23. März 2019)Denis Zakaria, Note 5: Findet erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel. Je länger, desto dominanter. Entscheidet mit seinem Tor das Spiel. (Bild: EPA/ZURAB KURTSIKIDZE, Tiflis, 23. März 2019)
Granit Xhaka, Note 4.5: Hat nur wenig Platz. Könnte daraus aber mehr machen. Ein paar Fehler zu viel. Unnötige gelbe Karte am Ende. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)Granit Xhaka, Note 4.5: Hat nur wenig Platz. Könnte daraus aber mehr machen. Ein paar Fehler zu viel. Unnötige gelbe Karte am Ende. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)
Remo Freuler, Note 4.5: Hat Mühe, sich in Szene zu setzen. Teils erhebliche Aussetzer. In der zweiten Halbzeit dann um einiges besser. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Remo Freuler, Note 4.5: Hat Mühe, sich in Szene zu setzen. Teils erhebliche Aussetzer. In der zweiten Halbzeit dann um einiges besser. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
Mario Gavranovic, Note 2: Muss nach 60 Minuten raus. Bösartig gesagt: Ist nur in diesem Moment sichtbar. Das Spiel läuft komplett an ihm vorbei. (Bild: EPA/ZURAB KURTSIKIDZE, Tiflis, 23. März 2019)Mario Gavranovic, Note 2: Muss nach 60 Minuten raus. Bösartig gesagt: Ist nur in diesem Moment sichtbar. Das Spiel läuft komplett an ihm vorbei. (Bild: EPA/ZURAB KURTSIKIDZE, Tiflis, 23. März 2019)
Breel Embolo, Note 4.5: Das Tor als Belohnung für einen erfreulichen Auftritt gelingt nicht. Zeigt, dass er seine Verletzung überstanden hat. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)Breel Embolo, Note 4.5: Das Tor als Belohnung für einen erfreulichen Auftritt gelingt nicht. Zeigt, dass er seine Verletzung überstanden hat. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)
Steven Zuber, Note 5: Zuerst bemüht, aber ohne Glück. Dann immer besser. Sein Tor ist kein Zufall. In Topform. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)Steven Zuber, Note 5: Zuerst bemüht, aber ohne Glück. Dann immer besser. Sein Tor ist kein Zufall. In Topform. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Tiflis, 23. März 2019)
Alban Ajeti, Note 4.5: In der 60. Minute für Gavranovic eingewechselt. Müsste ein Tor schiessen. Trotzdem wirkungsvoller als Gavranovic. (Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus, Tiflis, 23. März 2019)Alban Ajeti, Note 4.5: In der 60. Minute für Gavranovic eingewechselt. Müsste ein Tor schiessen. Trotzdem wirkungsvoller als Gavranovic. (Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus, Tiflis, 23. März 2019)
Nicht bewertbar: Renato Steffen und Djibril Sow. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)Nicht bewertbar: Renato Steffen und Djibril Sow. (Bild: AP Photo/Shakh Aivazov, Tiflis, 23. März 2019)
13 Bilder

Die Noten zum EM-Qualifikationsspiel zwischen Georgien und der Schweiz

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.