Der SC Brühl kämpft mit den Folgen der Coronakrise: «Die Saison ist nicht mehr zu retten»

Dem St.Galler Fussballclub wurde zwar die Kurzarbeit bewilligt, doch es warten weitere Hürden.

Ives Bruggmann
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Beim SC Brühl – im Bild Trainer Heris Stefanachi – wurde Kurzarbeit eingeführt.

Beim SC Brühl – im Bild Trainer Heris Stefanachi – wurde Kurzarbeit eingeführt.

Bild: Urs Bucher

Am Donnerstag hat der Sportclub Brühl vom Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen positiven Bescheid erhalten: Die Kurzarbeit ist – unter Auflagen – bewilligt. Ende März hatte der Finanzchef des SC Brühl, Mauro Pedone, diese für die Spieler und den Trainerstab der ersten Mannschaft beantragt. Die Betroffenen haben sich solidarisch gezeigt und ausnahmslos eingewilligt.

Durch die Kurzarbeit kann der Club wenigstens einen Teil der laufenden Kosten decken. Denn Einnahmen generiert der SC Brühl seit Beginn der Coronakrise keine mehr. Damit stellt sich zwangsläufig auch die Frage, wie es in Zukunft weitergehen soll. In einer Medienmitteilung schrieb der Verein: «Deshalb planen wir jetzt schon für die Zeit danach und unter ganz anderen – auch finanziellen – Rahmenbedingungen.»

Bislang verstand sich der Sportclub Brühl als Quartierverein mit Ambitionen. Neben einer der grössten und erfolgreichsten Juniorenabteilungen des Kantons hat der Stadtclub in den vergangenen Jahren stets auch Spitzenfussball im Amateurbereich geboten. In der Promotion League, der dritthöchsten Liga, hat sich der St.Galler Fussballclub in den vergangenen Jahren etabliert. Gehört der Verein in dieser Form der Vergangenheit an? «Wir rechnen nicht damit, dass es nach der Krise genau gleich weitergeht. Es wird Veränderungen geben», sagt Finanzchef Pedone.

Brühl setzt weiterhin auf die Junioren

Der Verein sei nun gefordert, sich in dieser Krise so zu organisieren, dass er für die Zukunft gewappnet sei. Denn: «Die Saison ist nicht mehr zu retten», sagt Pedone. Was sicher sei: «Wir nehmen unsere soziale Funktion ernst. Wir setzen weiterhin auf die Juniorenförderung.» Ebenfalls stehe bereits zum jetzigen Zeitpunkt fest, dass auch die erste Mannschaft in Zukunft finanziell nicht mehr im gleichen Masse entschädigt werde. Die Mannschaft von Trainer Heris Stefanachi ist derzeit zum Nichtstun verdammt. Bis mindestens Ende April bleiben die Fussballplätze gesperrt.

Der SC Brühl ist bereits an mehreren Fronten aktiv geworden. Bei der Stadt, der Unfallversicherung, dem Sportförderungsprogramm «Jugend und Sport» haben die Verantwortlichen Anträge eingereicht. Einzig die Kurzarbeit ist bisher bewilligt worden. Zudem hatte der zuständige Stadtrat Markus Buschor am Mittwoch durchblicken lassen, dass den Sportvereinen für die Zeit, in der sie städtische Anlagen wegen des Coronavirus nicht benützen dürfen, keine Gebühren erhoben werden.

Mit der Liquidität hat Brühl aktuell keine Probleme. Bei weiterlaufenden Kosten ist dies aber nur eine Frage der Zeit. Um weiterhin seine Rolle als Quartierverein und Juniorenförderer wahrzunehmen, ist Brühl – wie viele andere Clubs – auf Solidarität angewiesen.