«Die Punkte hätte ich brauchen können»

Der Gossauer Ralph Weber bestreitet die Lauberhorn-Abfahrt zweimal. Wegen des Sturzes eines Konkurrenten muss der 21-Jährige seine Fahrt unterbrechen. Im zweiten Anlauf fehlt ihm allerdings die Kraft. Anstatt Weltcuppunkte zu gewinnen, wird Weber 40.

Christof Krapf
Drucken
Teilen
Ralph Weber Skirennfahrer (Bild: Benjamin Manser)

Ralph Weber Skirennfahrer (Bild: Benjamin Manser)

Herr Weber, was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie in Wengen zum zweitenmal in Serie nach einem Sturz eines Konkurrenten abgewunken wurden?

Ralph Weber: Ich war sauer auf den Kanadier Tyler Werry. Schon in Santa Caterina musste ich noch einmal fahren, weil er gestürzt war. Ich merkte, dass die Chance auf einen Spitzenplatz weg war. Ich wurde nach zwei Minuten Fahrzeit abgewunken und war entsprechend müde.

Das Lauberhorn ist die längste Weltcup-Abfahrt. Machte es Sinn, ein zweites Mal zu starten?

Weber: Diese Gedanken habe ich mir gemacht. Auch Cheftrainer Thomas Stauffer war nicht sicher, ob er mich aus Sicherheitsgründen noch einmal fahren lassen soll. Ich habe mich entschieden, es nochmals zu versuchen. Ich habe mir allerdings einen Plan für den Fall zurechtgelegt, wenn die Müdigkeit zu gross geworden wäre. Dann hätte ich aufgehört.

Bei Ihrer ersten Fahrt waren Sie vor dem Schlussteil auf Top-15-Kurs. Am Ende wurden sie 40. Wie gross ist Ihre Enttäuschung?

Weber: Im ersten Moment habe ich mich geärgert. Denn mit einem Rang unter den ersten 20 wäre ich in der Startliste in die Top 30 gerutscht. Die Weltcuppunkte aus Wengen hätte ich gut gebrauchen können. Hinzu kommt, dass sogar eine Plazierung unter den besten 15 möglich gewesen wäre. Diese wäre für mich gleichbedeutend mit der Qualifikation für die WM in Beaver Creek gewesen.

Wie gehen Sie mit dieser Enttäuschung um?

Weber: Ich akzeptiere, dass ich es nicht ändern kann. In Santa Caterina habe ich von der zweiten Chance profitiert und wurde Zehnter. In Wengen hat mir dieses Glück gefehlt.

Sie verzichten nächstes Wochenende auf die Rennen in Kitzbühel. Stattdessen starten Sie im Europacup in Val d'Isère. Warum?

Weber: Ich hätte die Möglichkeit gehabt, in Kitzbühel zu starten. Die Rennen im Weltcup haben gezeigt, dass ich langsam, aber sicher auch technisch mithalten kann. In Val d'Isère habe ich allerdings die Chance, an zwei Abfahrten zu starten. Ich will dort möglichst viele Punkte holen, um mir für den kommenden Winter einen Fixstartplatz im Weltcup zu sichern.

Mit dem Verzicht auf Kitzbühel haben Sie aber keine Chance mehr, sich für die WM zu qualifizieren.

Weber: Es wäre toll gewesen, an der WM dabei zu sein, mein oberstes Ziel war Beaver Creek aber nicht. Ich bin erst 21 Jahre alt. Die Entscheidung gegen Kitzbühel war eine Entscheidung für die Zukunft.