Fussball
Die Offensive des FC Wil schwächelt: Im Berner Oberland treffen die Ostschweizer nur mittels Penalty

Trotz ansprechender Leistung verliert Wil in der Challenge League beim FC Thun mit 1:3. Zwei späte Gegentore besiegeln die Niederlage.

Gianluca Lombardi
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Wils Tician Tushi (rechts) behauptet den Ball.

Wils Tician Tushi (rechts) behauptet den Ball.

Bild: Gianluca Lombardi

Wils Cheftrainer Alex Frei dürfte nicht zu beneiden sein. Immer wieder wird er nach den Spielen mit der Frage konfrontiert, warum es diesmal denn wieder nicht gereicht hat. Nicht selten muss sich der Wiler Übungsleiter dabei wiederholen. So auch beim Auftritt im Berner Oberland, als der FC Wil lange auf Kurs war, um zumindest einen Punkt zu holen.

«Dass wir wieder mitten im Abstiegskampf sind, regt mich auf», so ein kritischer Wiler Cheftrainer nach der Partie in Thun. Die Zahlen lügen eben nicht, der FC Wil schien vor kurzem noch souverän dem Schlusslicht Chiasso entflohen zu sein, ehe man nun wieder drei Niederlagen in Folge einstecken musste. Hält diese Tendenz an, dürfte die Situation für die Ostschweizer nochmals bedrohlich werden.

Gegen den FC Winterthur stehen die Ostschweizer am kommenden Samstag unter Druck. Beim Auswärtsspiel im Bergholz, dort tragen die Zürcher derzeit ihre Heimspiele aus, müssen für die Wiler wieder drei Punkte her. Auch die Winterthurer stehen nach drei sieglosen Spielen und einer «Heimniederlage» gegen Chiasso unter Zugzwang.

Nur ein Tor in drei Spielen

Trotz der neuerlichen Niederlage zeigte sich Frei aber kämpferisch: «Wir werden einen Plan entwickeln, um Winterthur zu bezwingen.» Ein Faktor wird mit Sicherheit die Wiler Offensive sein, welche zuletzt wieder viel Luft nach oben hatte. Gegen Aarau, Kriens und Thun gelang den Wilern nur gerade ein Treffer. Dass dieser mittels Penalty erzielt wurde, unterstreicht die derzeitige Harmlosigkeit. Das Umschaltspiel der Wiler muss wieder deutlich entschlossener und zielstrebiger werden, wenn die Ostschweizer auf die Siegerstrasse zurückfinden möchten. Mit einem Schnitt von weniger als einem Tor pro Spiel haben die Ostschweizer den zweitschwächsten Angriff in der Liga. Nur Schlusslicht Chiasso agiert noch harmloser.

Nach dem Zuzug von Silvio und Tician Tushi schien dieses Problem im Winter gelöst worden zu sein. Doch die Euphorie ist schnell verflogen. Von der Spritzigkeit im Angriffsspiel, wie es der FC Wil noch zu Jahresbeginn zeigte, war zuletzt nichts mehr zu sehen. Die Ostschweizer müssen nun den Schalter schnellstmöglich umlegen.

Telegramm:

Thun – Wil 3:1 (0:0)
Stockhorn-Arena – Sr. Staubli.
Tore: 49. Chihadeh 1:0. 53. Fazliu (Penalty) 1:1. 81. Dos Santos 2:1. 91. Kyeremateng 3:1.
Thun: Hirzel; Kablan, Sutter, Havenaar, Hefti; Rüdlin, Fatkic (62. Dos Santos); Schmidt (68. Salanovic), Karlen, Schwizer (68. Dzonlagic); Chihadeh (62. Kyeremateng).
Wil: Köhn; Dickenmann, Muntwiler, Mätzler, Kronig; Fazliu, Krasniqi; Brahimi (62. Haile-Selassie), Zumberi (87. Ndau), Tushi (75. Jones); Silvio (87. Blasucci).
Bemerkungen: Thun ohne Castroman, Hasler (beide verletzt). Wil ohne Izmirlioglu, Ismaili, Abazi (alle verletzt), Abubakar, Klein, Talabidi, Paunescu, Sarcevic, Mettler und Krunic (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 40. Brahimi, 44. Fatkic, 76. Dzonlagic, 78. Jones.