Die NLA muss noch etwas warten

Die Spielvereinigung Tristar will aus der Ostschweiz langfristig eine Wasserball-Hochburg machen. Das Fanionteam des Vereins beendet die NLB-Saison auf dem vierten Platz.

Matthias Hafen
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wasserball. Als es dem Ende entgegenging, reihten die Spieler von Tristar nochmals Sieg an Sieg. So schloss die Ostschweizer Spielvereinigung die NLB-Saison am vergangenen Wochenende im unerwartet guten vierten Rang ab – trotz vorübergehender Baisse Mitten in der Saison. «Die Mannschaft hat Potenzial», sagt Trainer Thomas Fässler, der eigentlich Spieler ist. Weil Tristar aber für die abgelaufene Meisterschaft keinen neuen Trainer fand, amtete der 29-Jährige als Spielertrainer.

«Das ist keine optimale Lösung», sagt Fässler. Die Situation verdeutlicht die schwierige Situation, in der die Wasserballer von Tristar stecken. Der Verein hat zu wenig Geld, um sich einen zumindest halb-professionellen Coach zu leisten.

«Alles, was der Trainer für den Club tut, muss er in seiner Freizeit machen», so Fässler. Dasselbe gilt für die Spieler. Dass der Spielbetrieb aufrechterhalten werden kann, dafür ist eine Gönnervereinigung zuständig, die jährlich 10 000 Franken in das Tristar-Projekt einfliessen lässt.

Mehr Gönner seien erst zu erwarten, wenn die erste Mannschaft aus der NLB in die höchste Liga aufsteige, sagte deren Präsident Stefan Ströbele schon an der Jahresversammlung. Tatsächlich ist das Fernziel von Tristar die NLA. Das sagt auch Spielertrainer Fässler. «Aber innerhalb der nächsten fünf Jahre ist eine Promotion unrealistisch», sagt er. Zwar punktet das Ostschweizer Projekt hinter den Kulissen über Gebühren. Im Bewertungssystem, das vom nationalen Verband eingeführt wurde und unter anderem die Nachwuchsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und andere Faktoren ausserhalb des Wassers beleuchtet, hat sich Tristar bereits die NLB-Spielberechtigung für die Saison 2013 und folgende ergattert. Das ist vorbildlich.

Sportlich aber hinkt die aktuelle Mannschaft den Liga-Besten noch hinterher. «Wir hätten im Optimalfall vielleicht zwei Spiele mehr gewinnen können», sagt Spielertrainer Fässler, der in der abgelaufenen Saison fünf gewichtige Abgänge verkraften musste. Diese zusätzlichen Punkte hätten aber nicht einmal für den dritten Platz gereicht.

Gewonnen wurde die NLB-Meisterschaft von der zweiten Mannschaft des SC Kreuzlingen. «Sie spielt in einer anderen Sphäre», sagt Fässler. Den Thurgauer Konkurrenten ins Tristar-Boot zu holen, sei deshalb utopisch. Trotzdem versucht das Wasserball-Projekt vom Bodensee, in Zukunft noch weitere Clubs einzubinden, wie zum Beispiel Frauenfeld.

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