«Die Niederlage war ein Unfall»

Nachgefragt

Merken
Drucken
Teilen

Der Delegierte der Nationalmannschaft, Claudio Sulser, anerkennt den starken Auftritt der Portugiesen. Trotz der Schweizer Niederlage blickt der Chef von Nationaltrainer Vladimir Petkovic positiv auf die Barrage.

Claudio Sulser, wie gross ist die Enttäuschung, dass die Schweiz nach dieser Niederlage doch keine grosse Nation ist?

Es kommt im Leben vor, dass man auf Hindernisse trifft und im wichtigsten Moment dann nicht in der Lage ist, alles zu geben, was man hat. Nennen wir die Niederlage einen Unfall, nun müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen. Grundsätzlich haben wir die Prüfung nicht bestanden. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass man bisher auch viel Gutes gemacht hat. So gesehen würde ich jetzt nicht sagen, die Mannschaft sei nicht gut, denn niemand ist vor Fehlern gefeit.

Haben Sie Angst, dass die Schweiz nicht an die WM fährt?

Angst ist ein Gefühl, das wir weit von uns entfernen müssen. Wir müssen uns unserer Stärke bewusst sein. Sicherlich erwartet uns eine sehr schwierige Aufgabe. Wir wissen genau, dass es nun in der Barrage wirklich um alles geht. Vor Portugal gab es noch die Möglichkeit auf weitere Spiele im Playoff.

Wie stark ist das Team wirklich?

Ich denke, die Mannschaft hat gezeigt, wie stark sie ist. Wir wissen aber, dass jeder einzelne mehr als hundert Prozent geben muss, um gegen grosse Mannschaften zu bestehen.

Vor dem Spiel war die Rede von Schweizer Topspielern. Nun hat sich gezeigt, dass das Land eben doch keine hat.

Also haben wir doch Topspieler. (lacht)Es ist nicht so, dass wir sie nicht haben. Sagen wir es so: Unser ganzes System hat nicht funktioniert. Ich habe ja immer gesagt, dass unsere Stärke im Kollektiv liegt. Es ist klar, dass dieses nur mit allen Einzelspielern funktioniert. Wenn diese dann Probleme haben, wird es schwierig gegen Widersacher wie Portugal positive Resultate zu liefern.

Die Schweiz hat einen Monat Zeit für die Vorbereitung der Barrage.

Ein Monat reicht. Wir müssen nun die Niederlage verdauen und analysieren. Vladimir Petkovic hat damit kurz nach der Partie begonnen und zu den Spielern gesprochen.

Kein Gegner wird im Playoff auf dem Level Portugals sein. Lässt das hoffen?

Bei den Portugiesen wussten wir, dass sie Europameister sind. Uns hat einfach der letzte Schritt gefehlt, diesen müssen wir nun im Playoff machen. (cbr/arc)