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Die NHL-Schweizer zwischen Titelträumen und Zukunftsängsten

In der Nacht auf Donnerstag startet die NHL-Saison. In der besten Liga der Welt gehören zwölf Schweizer zum Stammpersonal. Von Nashvilles Captain Roman Josi bis zu den Ostschweizern Timo Meier und Kevin Fiala – was wird von den Schweizern erwartet?
Sergio Dudli
Der Vertrag des Herisauers Timo Meier bei den San Jose Sharks läuft Ende Saison aus - er muss sich beweisen. (Bild: Ezra Shaw/Getty Images)

Der Vertrag des Herisauers Timo Meier bei den San Jose Sharks läuft Ende Saison aus - er muss sich beweisen. (Bild: Ezra Shaw/Getty Images)

Roman Josi (Nashville Predators)

Der Berner ist und bleibt die grösste Schweizer Attraktion in der NHL. In seinen rund 550 NHL-Spielen sammelte er über 300 Punkte. Josi ist ein Offensiv-Verteidiger aus dem Lehrbuch; mit hoher Spielintelligenz, starken Läufen in die gegnerische Zone und einem satten Schuss von der blauen Linie. Der 28-Jährige geht in seine zweite Saison als Captain der Nashville Predators. Die erste Spielzeit unter Josis Regentschaft endete enttäuschend: Das Aus im Playoff-Viertelfinal war zu wenig für Nashvilles Ansprüche. Aber durch das Amt als Captain hat der Berner nochmals an Erfahrung und Reife zugelegt. Auf dem Eis hat Josi das Potenzial und die Klasse , zu den punktemässig besten Verteidiger der Liga zu gehören. In den vergangenen Saisons pendelte er sich bei 50 Zählern ein – er hat die Klasse für noch mehr.

Nico Hischier (New Jersey Devils)

Mit grossen Vorschusslorbeeren gestartet, überzeugte der Schweizer Nummer-1-Draft in seiner ersten Saison. Der mittlerweile 19-Jährige stand in jeder Partie auf dem Eis und sammelte in 82 Spielen in der Regular Season 52 Skorerpunkte. Die in den Jahren zuvor chancenlos gewesenen New Jersey Devils erreichten auch dank Hischier das Playoff. Experten und Legenden wie Wayne Gretzky überhäuften den Walliser mit Lob. Im Sommer hat Hischier an Muskelmasse zugelegt. Das wird ihm gut tun, denn die Gegner wissen jetzt, wen sie vor sich haben. Er wird mehr Verantwortung erhalten, öfter im Powerplay agieren und länger auf dem Eis stehen. In der NHL sind sich alle einig: Hischier wird ein Grosser.

Kevin Fiala (Nashville Predators)

Kevin Fiala ist in der NHL angekommen. In der vergangenen Saison war der Ostschweizer fester Bestandteil der Nashville Predators. Dort ist er am richtigen Ort, denn das offensiv ausgelegte Spiel der Predators kommt dem schnellen und trickreichen Stürmer entgegen. Das Resultat kann sich mit 26 Toren und 26 Assists sehen lassen. Diese Werte blieben den Verantwortlichen in Nashville nicht verborgen, sie trauen Fiala in Zukunft eine tragende Rolle zu. Der 22-Jährige geht in das letzte Jahr seines Rookie-Vertrags, der auf 832 500 Dollar pro Spielzeit begrenzt ist. Wenn Fiala an seine Leistungen aus dem Vorjahr anknüpft, wartet im Sommer ein neuer Vertrag zu deutlich besseren Konditionen.

Timo Meier (San Jose Sharks)

Timo Meier gelang in der vergangenen Saison ein Schritt nach vorne. Seine grosse Stärke: die Physis. Der Stürmer ist gross, schwer und scheut keine Konfrontation. Solche Spieler sind in der NHL gerne gesehen – auch, weil sie einen Kontrast zu den vielen Künstlern und Puck-Virtuosen bilden. Die Statistik belegt Meiers Qualitäten: Der Herisauer verpasste in der Vorsaison nur eine einzige Partie. In den restlichen 91 Spielen erzielte er 22 Tore und bereitete 18 Treffer vor. Bei den San Jose Sharks wissen sie, dass sie mit Meier einen jungen Spieler haben, der 50 Punkte pro Saison beisteuern kann. Spielt der 21-Jährige so weiter wie bisher, winkt ihm im Sommer ein mehrjähriger Millionenvertrag.

Nino Niederreiter (Minnesota Wild)

In Minnesota kam der Wagen in den vergangenen Jahren ins Stocken. Dreimal schaffte es der Verein nicht über die erste Playoff-Runde hinaus. Diesen ungenügenden Leistungen wäre Nino Niederreiter im Sommer fast zum Opfer gefallen. Um Platz für neue Spieler zu machen, stand ein Tausch des Churers gegen einen frühen Draft-Pick im Raum. Doch der Club hielt am Stürmer fest, der im Schnitt pro Partie fast 0,5 Punkte sammelt. Mit 103 Toren ist er zudem der treffsicherste Schweizer. Aufgrund einer Verletzung kam der Bündner in der Vorsaison nie in Schwung. Bleibt er fit, kann er die 30-Tore-Marke in einer Saison knacken – und so den Club in erfolgreichere Zeiten führen.

Dean Kukan (Columbus Blue Jackets)

NHL, AHL, NHL, AHL – Dean Kukan ist so etwas wie der Pendler unter den Schweizern. Vor drei Jahren bestritt der Verteidiger sein erstes Spiel für Columbus, seither kamen nur knapp 20 Einsätze in der NHL dazu. Der Durchbruch lässt auf sich warten. Doch die Verantwortlichen glauben an Kukans Potenzial und offerierten ihm im Frühjahr einen Einweg-Vertrag. Damit muss ihm der Club auch in der AHL den vollen Lohn zahlen – ein Zeichen des Vertrauens, denn kein Ergänzungsspieler erhält einen solchen Vertrag. Kukan wird in dieser Saison also seine Chance bekommen. Darauf hat der Zürcher, der nie gedraftet wurde und über die schwedische Liga nach Nordamerika kam, geduldig gewartet. Jetzt muss sie der Verteidiger mit dem guten Auge für den Mitspieler nutzen. Vielleicht ist es seine letzte.

Luca Sbisa (New York Islanders)

Vor wenigen Jahren galt der Erstrunden-Draft als grösstes Schweizer Talent. Diesen Ruf ist der 28-Jährige mittlerweile los. Verletzungen, viele Wechsel und fehlende Konstanz liessen Sbisa Jahr für Jahr an Wert und Ansehen verlieren. In der Saison 2017/2018 absolvierte er nur die Hälfte aller Spieler für das Überraschungsteam Las Vegas Golden Knights – teils wegen Verletzungen, teils, weil andere schlichtweg besser waren. Im Sommer war lange offen, ob die NHL-Karriere von Sbisa weiter geht. Letztlich offerierten ihm die New York Islanders einen Einjahresvertrag. Es ist die letzte Chance für den Verteidiger, sich aufzudrängen. Gelingt ihm das nicht, dürfte das NHL-Abenteuer ein Ende finden.

Mirco Müller (San Jose Sharks)

Mirco Müller befindet in einer ähnlichen Situation wie Luca Sbisa: Auch der Winterthurer wurde einst in der ersten Runde gedraftet und steht nun am Scheideweg. Müllers Anfangszeiten in der NHL bei den San Jose Sharks verliefen vielversprechend, er kam in seiner ersten Saison 2013/2014 auf 39 NHL-Spiele. Dann ging es abwärts. Elf Einsätze im Jahr darauf, wiederum eine Saison später noch deren vier – Müller war vom Hoffnungsträger zum Mitläufer geworden. Im Sommer 2017 folgte der Wechsel zu den New Jersey Devils. Aufgrund von Verletzungen absolvierte er erneut nur wenige Spiele. Sein Vertrag läuft aus, der 23-Jährige muss beweisen, dass er das früh angedeutete Talent ausschöpfen kann.

Yannick Weber (Nashville Predators)

Der Verteidiger ist der dienstälteste Schweizer in Nordamerika. Seine ersten NHL-Spiele absolvierte Weber vor zehn Jahren. Seither stand er in 442 Partien auf dem Eis. Eine beeindruckende Zahl – zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich Webers Problem. Seine durchschnittlich rund 40 Spiele pro Saison entsprechen nur der Hälfte aller Partien. Weber ist ein klassischer Verteidiger, dessen Stärken in der Defensive liegen. Aber er ist zu eindimensional, ein seltener Gast in der gegnerischen Zone. Er ist solide – nicht mehr und nicht weniger. Das ist der Grund, weshalb er zwischen Eisfläche und Tribünenplatz wandelt. Damit ist er zufrieden, der Club auch. Passt.

Sven Andrighetto (Colorado Avalanche)

Sven Andrigehtto wird den Saisonstart mit den Colorado Avalanche aufgrund einer Fussverletzung verpassen. Bereits in der Vorsaison fiel er für 30 Partien verletzt aus. Der Zürcher ist ein Stürmer, der sich in jedem NHL-Team einen Platz in der dritten oder vierten Linie erarbeiten kann. Für mehr fehlt ihm etwas die Klasse, aber er erledigt seinen Job gewissenhaft, arbeitet hart und strahlt eine gewisse Torgefahr aus. Nach 152 NHL-Spielen steht Andrigehtto bei 66 Punkten. Bei Colorado spielt er für ein aufstrebendes Team, das in der vergangenen Saison die erste Playoff-Runde überstanden hat. Bleibt der 25-Jährige von schweren Verletzungen verschont, kann er mehr als 40 Punkte beisteuern.

Sven Bärtschi (Vancouver Canucks)

Den grössten Erfolg feierte Sven Bärtschi bereits vor dem ersten Bully. Im Sommer unterschrieb er bei den Vancouver Canucks einen Vertrag über drei Jahre, der ihm pro Saison stattliche vier Millionen Dollar einbringt. In der Schweiz wird Bärtschi oft übergangen, wenn über die NHL-Schweizer gesprochen wird – zu Unrecht. Er ist ein kompletter Stürmer, torgefährlich, aber auch mit gutem Auge für die Mitspieler. Mit einem Punkteschnitt von 0,47 pro Spiel gehört er zu den effizientesten Stürmern mit Schweizer Pass. Das Problem: Die Canucks sind derzeit eines der schwächsten NHL-Teams. Bärtschi ist somit ein guter Spieler in einer mässig talentierten Truppe – das kann frustrierend sein und hemmen.

Denis Malgin (Florida Panthers)

Der ehemalige Spieler der ZSC Lions geht in seine dritte Saison mit den Florida Panthers, die ihn 2015 in der vierten Runde gedraftet haben. Mit einer Grösse von 1,75 m und einem Gewicht von 80 kg bringt Malgin keine Gardemasse für die raue Spielweise in Nordamerika mit. Diese Mängel sind ein Grund, weshalb der Stürmer zwischen NHL und AHL pendelt. Aber: An Muskelmassen kann ein Spieler arbeiten – im Gegensatz zur Spielintelligenz. Und die bringt Malgin mit. Er ist wendig und verfügt über einen schnellen Antritt. Ähnlich wie Andrighetto ist aber auch er ein Spieler, dem das gewisse Etwas fehlt. Für einen Platz in der dritten oder vierten Linie ist Malgin aber gut genug.

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