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«Die Mannschaft war einsichtig»

Nach der 0:4-Niederlage beim FC Zürich hat St. Gallens Trainer Joe Zinnbauer am Abend nach der Rückkehr eine Trainingseinheit angesetzt. Der Deutsche über den Rückschlag im Letzigrund, die Europa League und das Spiel in Vaduz.
Patricia Loher

Herr Zinnbauer, ist es möglich, nach einer Leistung wie in Zürich ein bisschen Abstand zu gewinnen?

Joe Zinnbauer: Wir haben schon Abstand gewonnen. Gleich nach unserer Rückkehr nach St. Gallen haben wir noch trainiert, am Morgen danach wurde das Spiel analysiert. Dabei sahen wir, dass wir dem Gegner die ersten zwei Tore selber aufgelegt haben. In der zweiten Halbzeit waren wir besser. Als wir dann aufmachten, erzielte Zürich noch zwei weitere Tore. Wäre uns zuvor das 1:2 gelungen, hätte das Spiel anders als 0:4 enden können.

War es das erste Mal in Ihrer Amtszeit als St. Galler Trainer, dass Sie gleich nach einem Spiel noch eine Trainingseinheit ansetzten?

Zinnbauer: Bei früheren Vereinen kam das auch ab und zu vor. In St. Gallen habe ich das zum erstenmal gemacht. Die Mannschaft war einsichtig. Man kann nach einem 0:4 und nach solch einer Leistung nicht einfach so tun, als sei alles in Ordnung. Das Team hat dann im Training nachgeholt, was es in Zürich verpasst hatte. Auch der freie Montag ist gestrichen.

Es ist schwierig, Ihre Mannschaft einzuschätzen. Zuletzt vermittelte sie das Gefühl, einen Schritt weitergekommen zu sein, dann folgte in Zürich der Rückschlag. Wie schätzen Sie Ihr Team ein?

Zinnbauer: Wir befinden uns nach wie vor in einem Prozess. Wir haben unsere Philosophie geändert, was für einige, die jahrelang ein anderes System gespielt haben, eine grosse Umstellung ist. Wir benötigen Zeit, um auf Kurs zu kommen. Auch Spitzenteams wie die Young Boys oder die Grasshoppers leiden unter Schwankungen. Das ist normal im Fussball. Wir werden nun aber nicht wegen eines 0:4 unseren Faden verlieren. Wir gehen unseren Weg weiter. Solch eine Erfahrung kann auch zusammenschweissen.

Gleich nach dem Spiel sagten Sie, möglicherweise komme dieser Dämpfer zum richtigen Zeitpunkt.

Zinnbauer: Gegen Spitzenteams sind uns schon oft gute Auftritte gelungen. Nun wurde uns aufgezeigt, dass es genau dieselbe Leistung braucht, wollen wir auch gegen ein hinter uns klassiertes Team punkten. Hinzu kommt, dass zuletzt geschrieben wurde, wir seien der Europa League nahe. Wir haben nie von der Europa League gesprochen. Wir wussten auch, weshalb. Natürlich, weil wir rein optisch zuletzt besser gespielt haben, kam eine gewisse Euphorie auf. Wir sehen das Team aber jeden Tag im Training. Wir sehen, wie es sich entwickelt. Wir sehen aber auch, was es noch alles braucht. Wir sind daran, eine Mannschaft für die Zukunft zu formen, die jungen Spieler weiterzubringen. Wir müssen nicht an die Europa League denken, dieser Zug ist nun eh abgefahren. Wir wollen die Mannschaft vor allem im Hinblick auf die nächste Saison konstanter machen.

Mit Roy Gelmi hat einer dieser jungen Spieler am Samstag erstmals in dieser Saison nicht der Startformation angehört. Weshalb?

Zinnbauer: Gelmi klagte über Rippenbeschwerden. Mario Leitgeb hat zu Hause gegen die Grasshoppers in der Innenverteidigung eine gute Leistung gezeigt, deshalb entschieden wir uns, mit Leitgeb Erfahrung in unsere Abwehr zu bringen.

Nun folgen zwei englische Wochen, die mit dem Auswärtsspiel in Vaduz am kommenden Sonntag beginnen. Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft?

Zinnbauer: Wir müssen dem Gegner vermitteln, dass wir nicht bereit sind, die Punkte abzugeben. Genau so, wie es der FC Zürich gemacht hat. Die Zürcher hatten diese Gier. Sie wollten die Punkte unbedingt, weil sie diese auch mehr brauchten als wir. Ich will künftig wieder die Automatismen sehen, den Kampf. In Zürich unterlief uns ein unglaubliches Fehlpassfestival. Seit ich in St. Gallen Trainer bin, habe ich so etwas noch nie gesehen. Wir haben keinen Fussball gespielt, keinen Zweikampf angenommen. Natürlich, wir hatten viele Spieler, die in den Tagen zuvor mit ihren Nationalteams unterwegs waren. Eine Ausrede ist das nicht. Ich erwarte künftig ganz einfach andere Auftritte.

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