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Die Lückenfüller

Nach dem Rücktritt von Orientierungsläuferin Simone Niggli liegt es an den Männern, die nationale Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Auch an Daniel und Martin Hubmann.
Urs Huwyler
Die Brüder Martin (links) und Daniel Hubmann wollen aus dem Schatten von Simone Niggli treten. (Bild: Coralie Wenger)

Die Brüder Martin (links) und Daniel Hubmann wollen aus dem Schatten von Simone Niggli treten. (Bild: Coralie Wenger)

ORIENTIERUNGSLAUF. Der nationale OL-Sport wurde seit der Heim-WM in Rapperswil 2003 von Simone Niggli personifiziert. Sie gewann damals noch unter ihrem Mädchennamen Luder Gold. Am Sonntag ist die 23fache Weltmeisterin nun zurückgetreten. «Das Interesse der Medien hat sich in den vergangenen Jahren fast ausschliesslich auf sie konzentriert», sagen die Brüder Daniel und Martin Hubmann. Die beiden Thurgauer wissen um die Verdienste der dreifachen Sportlerin des Jahres: «Von Simones Popularität haben der OL insgesamt und auch der Verband profitiert.» Im Schweizer Orientierungslauf hinterlässt Niggli zweifellos eine Lücke.

Das Männerteam wird versuchen, diese zu schliessen. Am Weltcupfinal in Baden gelang den Schweizern auf der Mitteldistanz ein fünffacher Triumph, doch in der abendlichen Sendung des Schweizer Fernsehens reichte es nicht einmal für die Resultate. «Das gibt schon zu denken. So viel schlechter waren unsere Leistungen nicht», sagt Daniel Hubmann. Vielleicht liege ein Grund für die fehlende Beachtung auch darin, dass intern – im Gegensatz zu Niggli und den Frauen – wegen der starken Konkurrenz ein eindeutiger Leader, also ein Seriensieger, fehle, mutmasst der dreifache Weltmeister und vierfache Weltcup-Gesamtsieger aus Eschlikon.

Am Saisonende noch Kraft da

Daniel Hubmann gelang nach zwei verletzungsbedingten Jahren, die er wegen mehrerer Fuss- und Achillessehnen-Operationen abschreiben konnte, heuer speziell in der zweiten Saisonhälfte mit zwei Siegen und einem zweiten Rang das erhoffte Comeback. «Zu Beginn bekam ich den Eindruck, als wollten mir einige den Rücktritt nahe legen. Andere fanden es bewundernswert, dass ich derart stark laufe.» Irgendwo dazwischen sah er sich selbst. «Ich brauchte Zeit, weil ich im Winter nicht in genügendem Umfang trainieren konnte. Nun muss ich sagen: Ich habe mich am Ende einer Saison schon älter gefühlt.» Daniel Hubmann wurde im April 30 Jahre alt.

Die Saison müsste aus seiner Sicht noch nicht zu Ende sein. Gleiches gilt für den sechs Jahre jüngeren Bruder Martin, der in Baden als zweitschnellster City-Sprinter auf dem Podest stand. Inzwischen kratzt der jüngere Hubmann an der Familien-Hierarchie. An der Mitteldistanz-Meisterschaft feierten die Brüder einen Doppelsieg. Martin war 24 Sekunden schneller. «Am Start sind wird Gegner. Keiner läuft langsamer, damit der andere auf dem Podest steht», sagen die beiden. «Aber wenn es selbst nicht reicht, dann hoffentlich dem Bruder.»

Martin Hubmann läuft schon länger im erweiterten Kreis der Weltklasse. Doch nach der WM Anfang Juli legte er nochmals zu. «Nach dem intensiven Sommertraining spürte ich, dass ich auch physisch mithalten konnte. Die Sicherheit und das Selbstvertrauen stiegen. Ich begann zu realisieren, dass ich vorne mitlaufen kann», sagt der Team-Europameister von 2012, der in Winterthur ein Teilzeitstudium als Bauingenieur absolviert. «Für das bevorstehende Wintertraining verleihen mir die zuletzt erreichten Erfolge die nötige Motivation.» Doch bevor die Winterpause beginnt, folgt der letzte Lauf der Schweizer Elite League.

Sponsor steigt aus

Im Zwischenklassement der nationalen Serie führt Daniel Hubmann vor seinem Bruder. «Im letzten Rennen gemeinsam auf dem Podest zu stehen, das wäre was», sagt Martin. Daniel hingegen hat noch eine andere Herausforderung zu meistern. Sowohl sein Kopfsponsor als auch jener des Verbandes steigen aus. Der Rücktritt von Niggli habe nichts damit zu tun, sagt er.

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