Die Leventina ruft

Nach Rapperswil-Jonas zweitem Sieg im zweiten Finalspiel deutet viel auf eine Ligaqualifikation zwischen den St. Gallern und dem NLA-Club Ambrì hin. Zwei Tore in Unterzahl ebneten gestern den Weg.

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Michael Hügli erzielt das entscheidende Tor für Rapperswil-Jona. (Bild: Walter Bieri/KEY)

Michael Hügli erzielt das entscheidende Tor für Rapperswil-Jona. (Bild: Walter Bieri/KEY)

Ambrì war in Rapperswil schon vor dem zweiten Finalspiel das grosse Thema. Schliesslich können die Anhänger des St. Galler NLB-Clubs ihre erste reelle Aufstiegschance seit der Relegation vor zwei Jahren kaum erwarten. Dabei steht weder Ambrìs Niederlage im NLA-Playout gegen Fribourg schon fest noch Rapperswil-Jonas Triumph im NLB-Final gegen Langenthal. Doch können sich die Fans der St. Galler nach dem gestrigen 3:2-Heimsieg langsam auf Aufstiegsspiele gefasst machen. Rapperswil-Jona führt in der Best-of-7-Serie nun 2:0 und scheint in diesem Playoff-Final mehr Energiereserven zu haben als Qualifikationssieger Langenthal. Der Schein kann aber trügen. Denn die Rapperswiler bekamen gestern alle drei Tore geschenkt. Nach 25 Minuten führten die Berner noch 2:0 und waren auf bestem Weg, den verlorenen Heimvorteil aus dem ersten Finalspiel wieder zurückzuholen.

Jared Aulin sticht Langenthal mitten ins Herz

Hätte Langenthal die darauffolgende Strafe gegen Leandro Profico zum 3:0 ausgenutzt, wäre Rapperswil-Jona vor eigenem Anhang wohl k. o. gewesen. Doch statt eines Langenthaler Powerplaytreffers sahen die 4563 Zuschauer einen Shorthander des Heimteams. Der Kanadier Jared Aulin unterband einen Querpass von Philipp Rytz, lief alleine auf Goalie Marco Mathis los und bezwang diesen zum 1:2.

Beim Ausgleich in der 32. Minute ging Rapperswils Cédric Hüsler an der blauen Linie vergessen. Routinier Niki Altorfer spielte einen Steilpass übers ganze Feld und leitete so das wichtige 2:2 ein. Und als wäre das der Langenthaler Geschenke nicht genug, erzielte Michael Hügli in der 48. Minute einen weiteren Treffer in Unterzahl, den spielentscheidenden zum 3:2.

Nyffeler rettet Vorsprung über die Zeit

Ganz alles wurde den Rappers­wilern aber nicht geschenkt. Mit ihrem Biss und unerschütterlichen Kampfgeist kamen die St. Galler überhaupt erst zu ihren Chancen in Unterzahl. Das ist eine deutliche Kampfansage in Richtung des Playout-Verlierers aus der NLA. Und in der hektischen Schlussphase rettete Goalie Melvin Nyffeler den Vorsprung mit mehreren grossartigen Paraden über die Zeit.

Unabhängig vom Spielausgang, zeigten Rapperswil-Jona und Langenthal gestern, dass auch die NLB Spektakel bietet. Schnelle Pässe, schöne Tore, Schlägereien und zwei Restausschlüsse: Alles wurde den Zuschauern geboten. Fehlt nur noch die Reise in die Leventina.

Matthias Hafen, Rapperswil