Die Leidenschaft im Lötschberg gelassen

Zwei Tage nach der tadellosen, defensiven Leistung gegen Langenthal zeigt Thurgau gegen Visp sein zweites Gesicht und kassiert auswärts im Wallis eine 1:7-Niederlage. Dies gegen eine Mannschaft, die zuletzt fünfmal in Folge verloren hat.

Matthias Hafen/Visp
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Thomas Büsser scheiterte in der 55. Minute nur knapp. (Bild: Mario Gaccioli)

Thomas Büsser scheiterte in der 55. Minute nur knapp. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Einsatz, Hingabe, Kampf, Leidenschaft: Das sind Faktoren für eine erfolgreiche Playoff-Qualifikation. All das liess der NLB-Club Thurgau im gestrigen Auswärtsspiel gegen Visp vermissen. So resultierte vor über 3000 Zuschauern ein 1:7 und ein Rückschlag auf der Jagd nach dem letzten Playoff-Platz.

Dabei hatten die Vorzeichen fast alle für Thurgau gesprochen. Mit dem Selbstvertrauen von zwei Siegen in Folge waren die Ostschweizer nach Visp gereist. Dort trafen sie auf einen Gegner, der die vergangenen fünf Partien verloren hatte und in dieser Zeit zur Schiessbude der Liga wurde. Clevere Mannschaften nutzen dies zu ihren Gunsten aus. Nicht Hockey Thurgau. Nach 44 Sekunden lag die Mannschaft von Trainer Christian Weber bereits 0:1 in Rückstand. Der Visper Verteidiger Tim Bucher entwischte Thomas Büsser, drang in den Slot ein und bezwang von dort Dominic Nyffeler im Thurgauer Tor.

Per Zufall ins Spiel zurück

Weshalb William Rapuzzi Sekunden später mit seiner Chance nicht das 2:0 erzielt hatte, war nicht zu erklären. Ebenso wenig, weshalb die Thurgauer nach dem 4:1-Sieg gegen die GCK Lions und dem 2:1-Erfolg gegen Langenthal so passiv auftraten. Es muss daran gelegen haben, dass sie nach vier Heimspielen erstmals wieder auf fremdem Eis antraten. Webers Equipe war nicht einmal fähig, Geschenke anzunehmen. Durch Zufall und einen hüpfenden Puck realisierte Aurelio Lemm in der elften Minute den Ausgleich. Doch anstatt dies zur Wende zu nutzen, liess man Visp weiter gewähren.

Shorthander weist den Weg

So auch in der 18. Minute, als die Walliser in Unterzahl zum 2:1 kamen. Michael Roos sah beim Shorthander von Tomas Dolana schlecht aus. Doch es war ein kollektives Versagen der Thurgauer, das zur Kanterniederlage führte. Von da an verlief die Partie einseitig. Auch, weil Thurgaus Offensive das Harmloseste ist, was die NLB derzeit zu bieten hat. Topskorer Derek Damon vergab sinnbildlich dafür gleich mehrmals alleine vor Visp-Goalie Matthias Schoder.