Die Jagd auf Federer beginnt

An den heute startenden Swiss Indoors sind Roger Federer (ATP 3) und Stan Wawrinka (ATP 4) die Gejagten – sie führen die Setzliste an. Auf dem Weg zum Titel stehen aber viele Knacknüsse an, von Rafael Nadal bis John Isner.

Ralf Streule
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Roger Federer, hier bei der gestrigen Medienkonferenz in Basel, hat nach seiner Niederlage in Shanghai an der Kondition gearbeitet. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Roger Federer, hier bei der gestrigen Medienkonferenz in Basel, hat nach seiner Niederlage in Shanghai an der Kondition gearbeitet. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

TENNIS. Die Swiss Indoors in Basel sind Festspiele mit Glamour. Heute abend macht einer der erfolgreichsten Songwriter in der St. Jakob-Halle seine Aufwartung: Albert Hammond, der für Grössen wie Tina Turner oder Elton John komponiert hat. Darauf startet Rafael Nadal kurz vor 19 Uhr zu seinem Startspiel gegen den Tschechen Lukas Rosol (ATP 78).

Die grössten Stars und Hoffnungsträger in der Halle am Rheinknie sind aber zweifellos Stan Wawrinka (ATP 4) und Roger Federer (ATP 3). Erstmals führen die beiden die Setzliste des Schweizer Turniers an. Federer als Publikumsliebling und Lokalmatador hofft auf den siebten Titel in Basel – womit er seinen Rekord von Wimbledon einstellen würde. Wawrinka hingegen kämpft gegen seinen Basler Fluch. Der Romand scheiterte in den vergangenen drei Jahren stets in der ersten Runde.

Trotz Absagen starkes Feld

Die beiden Schweizer sind in der St. Jakob-Halle also die Gejagten. Auf dem Weg bis in den Final – in welchem die beiden Schweizer aufeinandertreffen würden – warten einige der besten Tennisspieler der Welt. Auch wenn die zwei allerstärksten, Novak Djokovic und Andy Murray, fehlen werden und der Japaner Kei Nishikori sowie der Kanadier Milos Raonic kurzfristig wegen Verletzungen absagen mussten.

Rafael Nadal (ATP 7), der im vergangenen Jahr in Basel noch an einer Blinddarmentzündung litt und bereits früh gegen den jungen Kroaten Borna Coric (ATP 39) ausschied, ist in aufsteigender Form. Zuletzt erreichte er in Peking den Final und in Shanghai den Halbfinal. Im Startspiel gegen Rosol wird sich der Spanier aber an Wimbledon 2012 erinnern – dort fügte ihm der Tscheche eine Niederlage zu. Nadal würde Wawrinka im Halbfinal fordern. Der Schweizer hat aber auch in diesem Jahr ein schweres Programm. Bereits in der ersten Runde wartet am Mittwochabend der kroatische Aufschlaghüne Ivo Karlovic (ATP 20). Der Kroate ist der beste Ungesetzte im Feld der Swiss Indoors. Im Viertelfinal wäre Richard Gasquet (ATP 12) ein möglicher Gegner.

Chiudinellis Auftritt gegen Cilic

Da hat Federer, der morgen abend gegen den Kasachen Mikhail Kukushkin (ATP 61) ins Turnier steigt, das einfachere Startprogramm. Erst im Halbfinal warten Top-20-Spieler, mögliche Gegner sind dort der Südafrikaner Kevin Anderson (ATP 12) und der US-Amerikaner John Isner (ATP 13). Ebenso zum Favoritenkreis gehört der Sieger der US Open 2014, Marin Cilic (ATP 14), der zu Beginn den Schweizer Marco Chiudinelli (ATP 315) fordert. Der Basler erhielt eine Wild Card – wie auch Henri Laaksonen (ATP 309), der gegen den US-Amerikaner Donald Young (ATP 48) antritt.

Rafael Nadal Spanien, ATP 7, möglicher Halbfinalgegner Wawrinkas (Bild: ap/Andy Wong)

Rafael Nadal Spanien, ATP 7, möglicher Halbfinalgegner Wawrinkas (Bild: ap/Andy Wong)

Marin Cilic Kroatien, ATP 14, möglicher Halbfinalgegner Wawrinkas (Bild: epa/Rolex de la Pena)

Marin Cilic Kroatien, ATP 14, möglicher Halbfinalgegner Wawrinkas (Bild: epa/Rolex de la Pena)

Kevin Anderson Südafrika, ATP 11, möglicher Halbfinalgegner Federers (Bild: epa/Roley de la Pena)

Kevin Anderson Südafrika, ATP 11, möglicher Halbfinalgegner Federers (Bild: epa/Roley de la Pena)

Richard Gasquet Frankreich, ATP 12, möglicher Viertelfinalgegner Wawrinkas (Bild: ap/Eugene Hoshiko)

Richard Gasquet Frankreich, ATP 12, möglicher Viertelfinalgegner Wawrinkas (Bild: ap/Eugene Hoshiko)

John Isner USA, ATP 13, möglicher Halbfinalgegner Federers (Bild: ap/Adam Hunger)

John Isner USA, ATP 13, möglicher Halbfinalgegner Federers (Bild: ap/Adam Hunger)