Die Hoffnung nicht verloren

Rapperswil-Jona ist der erstgenannte Abstiegskandidat aus der NLA. Trainer Anders Eldebrink hat seine Mannschaft aber nicht aufgegeben. Er zählt auch auf die neuen Elemente im Team.

Matthias Hafen/Rapperswil-Jona
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EISHOCKEY. Andere Trainer wären mit Schimpf und Schande davongejagt worden. 38 Punkte aus 48 Spielen sind bei einer Drei-Punkte-Regel eine dürftige Ausbeute – ganz besonders für einen mit Erfolgen dekorierten Anders Eldebrink. Doch um den schwedischen Headcoach von Rapperswil-Jona bleibt es erstaunlich ruhig. Dies, obwohl seine Mannschaft in der NLA den letzten Platz belegt.

Erstaunlich ist diese Ruhe nur auf den ersten Blick. Denn das Umfeld des Clubs hat erkannt, dass Eldebrink Rapperswils derzeit grösste Eishockeykompetenz ist. Er gehört zum Schlag eines Kari Eloranta oder eines Bill Gilligan, die das Schweizer Eishockey verstehen und mit einer Vision die St. Galler nach vorne bringen können.

Kein Vertrag für die NLB

Doch Eldebrink hat ein Problem. Seine Vision kann er nur umsetzen, wenn sich die Mannschaft in dieser Saison in der höchsten Liga hält. «Ich habe keinen Vertrag für die Nationalliga B und wäre auch der Falsche dafür», sagt der 53jährige Schwede. «Ich bin aber überzeugt, dass ich mit Rapperswil-Jona noch eine Playoff-Serie erleben werde.» Als er den Club vom Zürichsee vergangene Saison als Retter in der Not vor dem Abstieg bewahrt hatte, wurde er mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet.

Dass er nun ein Jahr später wieder gegen den Fall in die NLB kämpfen muss, schreibt Eldebrink einerseits seinem inferioren Kader zu, das er für die kommende Saison bedeutend verstärkt haben möchte. Andererseits beklagt er auch das fehlende Wettkampfglück. «In der Tabelle mag unser Rückstand auf die meisten anderen Clubs gross sein, auf dem Eis ist er es oft nicht», so Eldebrink. Gar nicht passt dem Trainer, dass seine Spieler manchmal Motivationsprobleme haben. «Ich habe am Dienstag in Bern nicht verstanden, wieso wir nicht alles gegeben haben», sagt er.

Derzeit konzentriert sich bei Rapperswil-Jona alles auf den Dienstag, 25. März. Dann beginnt die Playout-Serie gegen Biel. Das steht jetzt schon fest, weil der Rückstand der beiden Teams auf die Konkurrenten in den sechs Partien der Abstiegsrunde nicht mehr wettzumachen ist.

Gute Referenzen von Kossmann

Für jene entscheidende Best-of-7-Serie – der Verlierer muss in die Ligaqualifikation gegen den NLB-Meister – werden die Rapperswiler von Anthony Stewart unterstützt. Der 29jährige Kanadier, der von Dezember bis Februar bereits für Fribourg gespielt hat, traf gestern am oberen Zürichsee ein. Er bringt gemäss Headcoach Eldebrink vor allem Wasserverdrängung in den Angriff. «Seine physische Präsenz wird uns vor dem gegnerischen Tor viel bringen.» Er selber kenne den Spieler nicht so gut, doch verlasse er sich in diesem Fall auf die guten Referenzen, die Stewart von Fribourgs Coach Hans Kossmann bekommt. Zudem freut's Eldebrink, dass vom NLB-Club Thurgau wohl bald noch der amerikanische Stürmer Derek Damon sowie die Schweizer Verteidiger Leandro Profico, Rajan Sataric und Thomas Büsser mittels B-Lizenz zu den St. Gallern stossen werden. «Neue Elemente tun uns gut. Das kurbelt den Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft an.»

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