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Die Hoffnung bleibt

Etienne Wuillemin, Reykjavik

Der Empfang ist kühl. Der Wind in Reykjavik bissig. Am Montag will die Schweiz hier im dritten Spiel der Nations League gegen Island die Chancen auf den Gruppensieg wahren, ein Sieg muss her.

Dazu könnten Tore von Mario Gavranovic helfen. Der 28-Jährige war in Brüssel einziger Schweizer Torschütze. Gerade einmal sechs Minuten brauchte er nach seiner Einwechslung bis zum Erfolg. Einen Tag später sagt er nach dem ersten Schweizer Training in Reykjavik: «Es ist wichtig, dass du als Stürmer bereit bist, wenn es zählt.» Es ist ein Satz, der ganz gut aufzeigt, wie es um Gavranovic im Nationalteam derzeit steht. Er ist nicht erste Wahl. Und muss sich immer wieder aufs Neue beweisen. Seit Petkovic Nationaltrainer ist, steht Haris Seferovic zuoberst in der Stürmer-Hierarchie. Eigentlich. Das Problem ist nur: Die Formkrisen von Seferovic haben sich immer dann zugespitzt, wenn es entscheidend wurde. Sowohl an der EM 2016, wie auch an der WM 2018 hat Seferovic seinen Platz im Verlauf des Turniers verloren.

In Russland schien die Stunde von Gavranovic zu schlagen. Er zeigte eine starke Halbzeit gegen Serbien, erhielt darum die Chance, gegen Costa Rica zu beginnen. Doch in diesem Spiel überzeugte wiederum der Einwechselspieler, Josip Drmic, womit Gavranovic seinen Platz auch schon wieder los war.

Gavranovic: An der WM 2014 mit Verletzungspech

Geht nun das Spiel im Herbst wieder von vorne los? Gerade noch hat es danach ausgehen, als würde sich Seferovic mit guten Auftritten bei Benfica Lissabon und in der Nati so langsam wieder aus der Krise schiessen, da folgt auch schon das nächste enttäuschende Spiel. Darum darf sich Gavranovic 20 Minuten gegen Belgien versuchen – er macht vieles richtig. Beinahe hätte er auch noch einen Penalty herausgeholt.

Es wäre untertrieben, zu behaupten, die Nati-Karriere von Gavranovic sei ein Auf und Ab. Der Start ist verheissungsvoll. Zwischen August und Oktober 2012 schiesst er in drei Spielen vier Tore. Ottmar Hitzfeld ist der Trainer. Doch Gavranovic kann das Niveau nicht halten. An der WM 2014 zieht er sich im Training einen Kreuzbandriss zu und fällt aus den Traktanden. Vladimir Petkovic bietet ihn nicht mehr auf.

Beim FCZ kämpft sich Gavranovic zurück, wechselt alsbald nach Kroatien. Dort findet er zu seiner Stärke zurück. Erst bei Rijeka, seit Januar 2018 bei Dinamo Zagreb überzeugt der Stürmer mit starken Abschlüssen und seinem Torriecher. Solange, bis Petkovic nicht mehr darum herum kommt, ihn aufzubieten.

Was nun noch fehlt, sind konstant gute Leistungen in der Nati. Eine Serie wie damals vielleicht, im Sommer und Herbst 2012, als Mario Gavranovic auch beim letzten Schweizer Gastspiel in Island (2:0-Sieg) traf. Die Hoffnung besteht weiterhin, dass er regelmässig bereit ist, wenn es zählt.

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